Mehr Zeit für Hobbys E-Mobilität und Teilchenphysik

Detlev Hackstein, Professor für Elektrische Energietechnik, will im Ruhestand vermehrt forschen, aber auch weiterhin Dissertationen und Abschlussarbeiten von Studierenden betreuen.


Ein leidenschaftlicher Forscher und Lehrender verlässt die FernUniversität in Hagen: Prof. Dr.-Ing. Detlev Hackstein, Leiter des Lehrgebiets Elektrische Energietechnik, wurde von Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert in den Ruhestand verabschiedet. Langeweile wird er nicht haben, denn einerseits will er seine Forschung zu Fahrzeugen intensivieren, die regenerativ angetrieben werden, andererseits wird er weiterhin Dissertationen und studentische Abschlussarbeiten betreuen. Nicht zu vergessen ist ein privates Steckenpferd, für das der Elektrotechniker jetzt mehr Zeit hat: die Teilchenphysik.

Die Rektorin der FernUniversität steht neben Prof. Hackstein, der seine Entlassungsurkunde in den Händen hält.
Rektorin Prof. Ada Pellert hofft, dass sie Prof. Detlev Hackstein des Öfteren auf dem Campus treffen wird. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)

Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit an der FernUniversität war vor allem die regenerative Energietechnik, doch auch andere Bereiche der Elektrischen Energietechnik kamen in Forschung und Lehre nicht zu kurz, etwa Photovoltaische Systeme und Hybridsysteme mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die große Solaranlage auf dem Dach des 1995 eingeweihten Philipp-Reis-Gebäudes entstand ebenso aufgrund seiner Initiative wie eine kleine auf der Bushaltestelle an der FernUniversität. Ein weiteres gut sichtbares Zeichen seiner Aktivitäten wurde dort 2012 errichtet: eine kleine Windturbine für Forschungs- und Lehrzwecke.

Professor Hackstein steht neben der fast vier Meter hohen Windturbine, deren Mechanik aus einem Roto in einem kreisförmigen Gehäuse besteht.
Im Jahr 2012 wurde die Windturbine von Prof. Detlev Hacksteins Lehrgebiet auf dem Dach des Philipp-Reis-Gebäudes installiert. (Foto: FernUniversität, Archiv)

E-Mobilität schon lange ein Thema

Ein Thema, das Prof. Hackstein schon seit vielen Jahren beschäftigt, ist die E-Mobilität: „Es muss etwas passieren, was Neuerungen bringt und Umweltstandards einhält. Wir brauchen viele Forscher, die sich in diese Richtung bewegen!“ sagt er heute. Auch in seinem neuen Lebensabschnitt wird er sich dem Thema intensiv widmen. Schon seit Anfang der 1990er Jahre entwickelte ein Mitarbeiter in seinem Lehrgebiet in Zusammenarbeit mit innovativen Unternehmen Elektrofahrzeuge, die mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben wurden.

Ein Hobby ist seit Langem die Theorie der Physik kleinster Teilchen. Detlev Hackstein geht es um Modelle, die Elektrotechniker deren Verstehen erleichtern: „Eine Folge des höchst spannenden Physikunterrichts im Gymnasium.“ Die Entscheidung für die Elektrotechnik hat er jedoch nie bereut: „Wahrscheinlich steckte sie mir in den Genen, schon mein Vater hat Elektrotechnik studiert.“

An seine Zeit an der FernUniversität hat er überwiegend gute Erinnerungen, vor allem, so lange die Elektrotechnik ein eigenständiger Fachbereich war: „Das war ein Studienmodell, das sich maßgeblich am Bedarf orientierte. Insgesamt haben wir viel bewegt, was sich in der Elektrotechnik sehen lassen konnte.“ Als sie in der Fakultät für Mathematik und Informatik aufging, wurde Hackstein deren Prodekan.

Schönes Geburtstagsgeschenk

Detlev Hackstein ist ein erklärter Familienmensch, Vater von zwei Söhnen und mehrfacher Großvater. Er wandert gern, unternimmt Ausflüge und besucht Klassik-Konzerte. Geboren wurde er in Braunschweig, aufgewachsen ist er in Essen. Sein Abitur bestand er in der Nähe von Darmstadt, wo er an der Technischen Universität von 1970 bis 1975 Elektrotechnik studierte. Anschließend war er dort bis zu seiner Promotion 1980 wissenschaftlicher Mitarbeiter, anschließend Akademischer Rat. Als er an die FernUniversität berufen wurde, hatte der damaliger Rektor Prof. Dr. Ulrich Battis nur am 21. Januar 1986 Zeit, um ihm die Ernennungsurkunde zu überreichen. Hackstein: „Ich fand das gut.“ Denn ein passenderes Geschenk zu seinem 34. Geburtstag hätte es wohl kaum geben können.

Gerd Dapprich | 28.07.2017