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Aktuelles - September 2017

Im Basketball tief verwurzelt

Trainer mit Baskeball-Profis
Steht nach seiner Arbeit an der FernUni jeden Abend in der Traingshalle: Basketball-Coach Dietmar Günther. (Foto: Jörg Laube)

Bundesliga-Spieler, Trainer, Funktionär: Dietmar Günther, Abteilungsleiter Gebäudemanagement an der FernUniversität in Hagen, ist seit Jahrzehnten im Hagener Basketball tief verwurzelt. Eigentlich war der Ingenieur schon in Basketball-Rente gegangen, um an den Wochenenden in Ruhe die Spiele seiner drei Söhne Philip, Per und Jasper zu verfolgen. Kurz vor dem Saisonstart springt der 55-Jährige nun als Interims-Cheftrainer bei Phoenix Hagen in der zweiten Basketball-Bundesliga Pro A für den an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Matthias Grothe ein.

Herr Günther, mit der Basketball-Rente hat es nicht lange geklappt. Warum?

Es kommt oft anders als man denkt. Der Hagener Basketball hat meiner Familie und mir sehr viel gegeben. Jetzt kann ich etwas zurückgeben. Ich habe meine Hilfe angeboten, weil Phoenix trainermäßig gerade etwas unterbesetzt ist und ich mit der Familie des erkrankten Matthias Grothe eng verbunden bin.

Wie funktioniert die Vereinbarkeit von Vollzeit-Job an der FernUni und Traineramt eines Basketball-Zweitligisten?

Ich mache ganz normal meine Arbeit an der FernUni. Basketball ist Freizeit. Daher übernehme ich auch nur die Trainingseinheiten am Abend. Das tägliche Training nach dem Job kenne ich noch gut aus meiner Zeit als Bundesliga-Spieler. Da müssen private Termine auch mal in den Hintergrund treten. Der Zeitraum ist ja überschaubar. In den nächsten zwei Monaten wird voraussichtlich eine Entscheidung fallen, wann Matthias Grothe als Cheftrainer zurückkehrt.

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Dietmar Günther leitet die Abteilung Gebäudemanagement und Bau an der FernUni. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)

Was können Sie in dieser kurzen Zeit ausrichten und wie beurteilen Sie die Entwicklung nach der Insolvenz von Phoenix Hagen?

Es geht direkt in die Vollen. Nach dem Saisonauftakt in Köln findet das erste Heimspiel am 30. September gegen Karlsruhe in der Enervie-Arena statt. Ich empfinde den Neustart positiv und erlebe ein unglaubliches Engagement. Wir werden an der Spielidee und dem Konzept von Matthias Grothe nicht viel ändern. Er hat die Mannschaft zusammengestellt. Das Team ist jung und international besetzt mit vielen Identifikationsfiguren, die mit Hagen verbunden sind.

So wie ihr jüngster Sohn Jasper (18), den Sie nun trainieren. Bei Ihnen zu Hause dreht sich ohnehin alles um Basketball. Ihre Frau hat auch hochklassig gespielt und jetzt ihre Söhne.

Das Spielmacher-Gen ist in unserer Familie ausgeprägt. Das Schöne ist: Wir haben zu Hause immer ein gemeinsames Thema. Es ist schon eine interessante Wendung, dass ich nach meinen älteren Söhnen Philip und Per nun erstmals auch Jasper trainiere. Er hat im Team die Rolle des Youngsters. Die Erwartungen sind daher nicht zu hoch geschraubt. Es wird keinen Vater-Sohn-Konflikt geben.

Was macht für Sie die Faszination Basketball aus?

Basketball ist ein sehr athletischer und schneller Sport. Auf dem Feld passiert unheimlich viel. Die Spieler können auf allen Positionen ihre Kreativität ausdrücken. Es ist ein fairer Sport, wo man mit der ganzen Familie hingehen kann und es keine Probleme mit Fans gibt.

Was haben Sie aus Ihrer aktiven Zeit als Sportprofi mit ins Arbeitsleben genommen?

Auf jeden Fall Disziplin. Als Berufssportler steht man extrem unter Beobachtung. Jede Leistung erhält sofort eine Rückmeldung. Daher halte ich gut Druck aus und gehe entspannt an die Dinge heran.

Wie häufig spielen Sie selbst noch Basketball?

Gar nicht mehr. Ich wollte nach meiner Zeit als Profi nicht auf Freizeitniveau spielen und habe komplett aufgehört. Auf Bundesliga-Niveau muss man als Trainer nicht mehr mitspielen oder etwas vormachen. Da geht es eher um Details. Natürlich halte ich mich weiter fit. Ich mache Fitness und gehe joggen. Im Winter fahre ich Ski. Da ist zwar kein Ball im Spiel, aber das ist auch nett.

Lust auf weitere „FernUni-Menschen“? In der vorherigen Folge spricht Thorsten Eisenmenger über das integrative Musikfestival InSound, das er einmal im Jahr ehrenamtlich organisiert.

Carolin Annemüller | 21.09.2017
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