Eine „historische“ Woche

143 Studierende kamen zur 7. Geschichtswoche des Historischen Instituts der FernUniversität. Neben spannenden Lehrveranstaltungen lud auch eine Feier zum Austausch ein.


Prof. Felicitas Schmieder (li.) und Prof. Wolfgang Kruse (3. v. li.) baten im Rahmen der Institutsfeier die Absolventinnen und Absolventen zu sich aufs Podium. Eine größere Darstellung öffnet sich bei einem Klick auf das Bild. (Foto: FernUniversität)

Das Thema Geschichte wirkt anziehend: 143 Teilnehmende besuchten im Oktober die 7. Geschichtswoche des Historischen Instituts der FernUniversität in Hagen. Die im zweijährigen Turnus stattfindende Lehrveranstaltung richtet sich an alle Studiengänge mit geschichtswissenschaftlichem Anteil. Fünf Tage lang nahmen Studierende an Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Sitzungen rund um den Themenkomplex „Reformationen, Revolutionen, Renaissancen“ teil. Der Bezug zu aktuellen Kursen und Modulen lieferte eine gute Grundlage für kommende Prüfungen. Wer eine bestimmte Zahl von Programmpunkten mitmachte, konnte sich die Teilnahme zudem als Präsenzveranstaltung anrechnen lassen.

Gelegenheit zum Austausch

Neben wissenschaftlichen Inhalten spielte auch das Kennenlernen eine große Rolle: Einerseits begrüßte das Historische Institut alle Erstsemester herzlich in ihren neuen Studiengängen. Andererseits hatten die Teilnehmenden – überwiegend das Studium aus der Ferne gewöhnt – reichlich Gelegenheit zum persönlichen und fachlichen Austausch. Interessante Gespräche gab es nicht nur mit Kommilitoninnen und Kommilitonen, sondern ebenso mit den Lehrkräften, die im Rahmen der Geschichtswoche Sprechstunden anboten. Einen besonderen Akzent im Programmablauf setzte ein Gastvortrag, den Prof. Dr. Martin Aust von der Universität Bonn über die Russische Revolution 1917 hielt.

Feier und Ehrungen

Ein weiterer Höhepunkt der Woche war die Institutsfeier des Historischen Instituts. „Wir möchten heute die Absolventinnen und Absolventen unserer Studiengänge der letzten zwei Jahre ehren“, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Kruse, Direktor des Historischen Instituts. Nacheinander bat er 27 Alumnae und Alumni, die der Einladung nach Hagen gefolgt waren, auf die Bühne, während er die Titel aller Abschlussarbeiten vorlas. Prof. Dr. Felicitas Schmieder, Leiterin des Lehrgebiets Geschichte und Gegenwart Alteuropas, gratulierte allen im Namen des Instituts; Gudrun Baumgartner verteilte als Vertreterin des Fachschaftsrats Kultur- und Sozialwissenschaften kleine Präsente an die stolzen Absolventinnen und Absolventen.

Blick aufs Publikum im Saal
Akademische Wiederholungstäter: Viele der anwesenden Alumni sind bereits für den nächsten Fernstudiengang eingeschrieben. (Foto: FernUniversität)

Prof. Kruse hob die hohe Zahl von Abschlüssen mit geschichtswissenschaftlichem Schwerpunkt hervor: „In den letzten zwei Jahren haben am Historischen Institut 89 Studierende ihren Bachelor erlangt, ferner zählen wir 41 Masterabschlüsse im Studiengang Europäische Moderne. Dazu kamen noch zwei Masterarbeiten im politikwissenschaftlichen Studiengang Governance.“

Bei aller Tradition gab es auch ein Novum: Erstmalig wurden die beste Bachelor- und die beste und beste Masterarbeit von den Betreuenden vorgestellt. Nicole Ressing und Thobias Bergmann wurden hierfür mit dem „Hagener Geschichtspreis“ ausgezeichnet. Der zeremonielle Teil schloss mit einer Festrede für Wolfgang Kruse zu seinem 60. Geburtstag.

Geschichte macht süchtig

Gerade von Menschen, die bereits mitten im Leben stehen, wird das Fernstudium als besondere Chance wahrgenommen. So findet zum Beispiel Annika Fink, die voll berufstätig ist und drei Kinder hat: „Das Angebot des Teilzeitstudiums an der FernUniversität war für mich ein großer Vorteil!“ Die 50-Jährige hat jüngst ihren Bachelor im Fach Kulturwissenschaften absolviert. Die Sogwirkung historischer Themen entdeckte sie erst mit der Zeit: „Ursprünglich lag mein Fokus auf Literatur. Ich habe allerdings im Laufe des Studiums gemerkt, dass mir Geschichte thematisch noch besser gefällt.“ Nun schließt die Bochumerin direkt den neuen Masterstudiengang „Geschichte Europas – Epochen, Umbrüche, Verflechtungen“ an – wieder in Teilzeit.

Auch Reinhold Wipper aus Berlin möchte Fernstudent bleiben und den neuen Masterstudiengang absolvieren. Seinen Bachelor der Kulturwissenschaften hat der 70-Jährige mit einer geschichtswissenschaftlichen Abschlussarbeit erlangt. Für ihn besteht kein Zweifel: „Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, an der FernUniversität zu studieren!“

Mit erfolgreichem geschichtswissenschaftlichen Studienabschluss qualifizieren sich die Absolventinnen und Absolventen für eine Vielzahl von Berufsfeldern – etwa für die Arbeit im Archivwesen oder Kulturmanagement.

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Benedikt Reuse | 17.10.2017