Sarah Schulze Tenberge

Zwei Herzen schlagen in ihrer Brust

Foto: Antine Yzer

„Bisher bin ich sehr nach meinem Vater geschlagen“, sagt Sarah Schulze Tenberge über sich selbst. Ihr Vater ist Künstler. Sie selbst ist Schauspielerin. Ihre Mutter arbeitet hingegen im Bereich IT. Also eigentlich in einer ganz anderen Welt. Sarah Schulze Tenberge verbindet seit kurzem jedoch beide Welten miteinander: Um sich neben ihrem Beruf als Theaterschauspielerin ein zweites Standbein aufzubauen, studiert sie Informatik an der FernUniversität in Hagen.

Schauspielstudium

„Ich wollte schon immer Schauspielerin werden“, blickt die junge Frau auf ihre Kindheit und Jugend zurück. Schon während der Schulzeit hatte sie Theater gespielt und nach dem Abitur war schnell klar, dass sie ein Schauspielstudium machen wollte. Der Weg in eine der wenigen Unis in Deutschland ist jedoch hart: „Auf 200 Plätze kommen etwa 2.000 Bewerberinnen und Bewerber. Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem.“ Den hatte Sarah Schulze Tenberge. Nach zwei Jahren Wartezeit und sieben Semestern hatte die damals Mitte Zwanzigjährige ihren Bachelor in der Tasche. „Danach muss man sich dann entscheiden, ob man lieber zum Film oder ans Theater will.“ Sarah Schulze Tenberges Weg führte ans Theater in Ingolstadt, wo sie direkt nach dem Studium eine Festanstellung bekam und diese bis heute innehat.

Festanstellung am Theater

„Für mich gab es nur eine Alternative: die FernUni.“

Der Begriff „Festanstellung“ hört sich auf den ersten Blick jedoch besser an, als er in Wirklichkeit ist. „Eine Festanstellung ist immer nur für ein Jahr und es kann sein, dass sie nicht verlängert wird. Es ist sehr schwer, sich häuslich niederzulassen, da man immer flexibel bleiben muss. Man kann sich nicht aussuchen, in welcher Stadt man leben will“, berichtet die 30-Jährige über die Nachteile ihres Traumberufs.

Die Unsicherheit und die lange Pause während der Corona-Jahre haben die junge Frau daher ins Grübeln gebracht. „Wir hatten sehr viel Zeit und ich wollte damit gerne etwas Sinnvolles anfangen.“

Ihre Überlegungen gingen in Richtung eines zweiten Studiums. Da sie in der Schule nicht nur Interesse an den künstlerischen Fächern hatte, sondern auch in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern sehr gut war, fiel die Wahl letztlich auf einen Bachelorstudiengang in Informatik. „Ich wollte gerne etwas Praktisches machen.“

Fernstudium und Schauspielerei passen perfekt zusammen

Ihren Beruf als Schauspielerin wollte sie dafür aber nicht aufgeben. Das Studium musste also zu ihrem Leben passen: „Da gab es für mich nur eine Alternative: die FernUni. Sie ist die einzige staatliche Fernuni und zudem auch noch viel günstiger als die anderen Anbieter.“

Mit ihrer Wahl ist sie bis heute sehr zufrieden, denn Arbeit und Studium passen zeitlich perfekt zueinander. Proben und Vorstellungen sind vormittags und am Abend. In der Zeit dazwischen bleibt genügend Zeit zum Lernen. „Theater spielen und Informatik sind sehr unterschiedlich. Das fordert unterschiedliche Bereiche und hält mich sehr bei Laune.“

Zudem passen auch die Klausurzeiten gut zum Leben als Theaterschauspielerin. „Wir haben im Sommer sechs Wochen Pause. Die Zeit kann ich sehr gut für die Vorbereitung nutzen.“ Außerdem sind die Klausuren in der Regel am Wochenende vormittags, dann, wenn weder Proben noch Vorstellungen sind.

Nach dem Bachelor soll der Master folgen

Sarah Schulze Tenberges Ziel ist es, zunächst einmal den Bachelorabschluss zu schaffen. Danach kann sie sich aber auch durchaus vorstellen, ein Masterstudium anzuschließen. „Der Data-Science-Master an der FernUni hört sich super spannend an.“

Da in ihrer Brust sowohl das Herz der Künstlerin als auch das der IT-lerin schlagen, wäre es für sie perspektivisch dann schön, wenn sie beide Welten miteinander verbinden könnte: „Ich würde gerne etwas im Bereich maschinelles Lernen machen. Beim Casting oder auch beim Drehbuchschreiben sehe ich dort zum Beispiel viel Potenzial.“

 

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