Qualitätsentwicklungen im Erziehungs- und Bildungswesen (QUEB)

Laufzeit:
1. Oktober 2020 – 30. September 2022

Beschreibung

Das Thema ‚Qualität‘ spielt schon seit circa dreißig Jahren eine zentrale Rolle im Erziehungs- und Bildungswesen. In der theoretischen Auseinandersetzung, Forschung und Praxis ist das Thema zwar mittlerweile fest verankert. Jedoch sind die beruflichen Erfahrungen der pädagogischen Praktiker*innen im Umgang mit den Verfahren der Qualitätsentwicklung bisher nicht in den Fokus gerückt worden. Wir wissen noch relativ wenig darüber, wie die jeweiligen Sozialtechnologien adaptiert, umgesetzt und dabei möglicherweise transformiert werden und wie sie schlussendlich in den Organisationsalltag der Einrichtungen eingefügt werden.

Das zentrale Anliegen des Projekts ist es, die faktischen Erfahrungen der an der Qualitätsentwicklung beteiligten (und von ihr betroffenen) pädagogischen Praktiker*innen in ausgewählten pädagogischen Feldern (Elementarbereich, Sekundarstufe II, Soziale Arbeit/Sozialpädagogik, Weiterbildung) zu rekonstruieren und miteinander zu vergleichen. Dem liegt das Ziel zugrunde, sowohl organisationspädagogische als auch professionstheoretische Erkenntnisse zu gewinnen.

Der Vergleich ganz unterschiedlicher Bildungsbereiche bietet die Chance, verallgemeinerungsfähige Bewegungsmechanismen der Qualitätsentwicklung identifizieren zu können. Die bislang dominante Tendenz einer eher sehr begrenzten Sichtweise auf einzelne Segmente des Bildungs- und Erziehungswesens kann so überwunden werden. Zugleich erlaubt eine vergleichende Sichtweise, einerseits die Heterogenität der Qualitätsentwicklungen zu berücksichtigen, andererseits aber auch Schnittmengen und Konvergenzen in der funktionalen Einbettung der Verfahren zu identifizieren. Daraus können auch Schlussfolgerungen für die Integration des pädagogisch organisierten Systems des lebenslangen Lernens gezogen werden.

Um der Vielschichtigkeit, Perspektivenabhängigkeit und Ambivalenz von Erfahrungen im Zusammenhang mit der Qualitätsentwicklung gerecht werden zu können, setzt das Projekt auf drei methodische Zugänge: (a) die Analyse öffentlich zugänglicher institutioneller Selbstbeschreibungen (Konzepte, Leitbilder, Konzeptionen), (b) narrative Expert*innen-Interviews mit Führungspersonen lokaler Organisationen sowie (c) Gruppendiskussionen mit den Leistungsrollenträger*innen (Erzieher*innen, Lehrer*innen, Sozialarbeiter/Sozialpädagog*innen).

FernUniversität in Hagen

Projektleitung:
Prof. Dr. Dieter Nittel

Projektmitarbeiter*in:
Dr. Stefan Klusemann
Britta Roth | 13.08.2021