Themen für Masterarbeiten

Auf dieser Seite finden Sie einige mögliche Themen für Masterarbeiten. Wenn Sie sich für eines der Themen interessieren, geben Sie dies bitte im Freifeld des Themenbogens an.

Varianzrisikoprämien auf internationalen Aktienmärkten

Für den US-amerikanischen Aktienmarkt ist bekannt, dass Preise von Optionen eine Varianzrisikoprämie aufweisen: Implizite Varianzen auf Basis von S&P-500-Optionen sind im Mittel größer als realisierte Varianzen des Index. Die implizite Varianz wird dabei aus einer Serie von Optionspreisen mit verschiedenen Basiswerten und identischer Laufzeit geschätzt. Moderne Methoden, wie sie auch der Berechnung des Volatilitätsindex VIX zugrunde liegen, kommen dabei ohne das Black-Scholes-Modell aus und ermöglichen so die Ermittlung modellfreier Werte.

Gegenstand der Masterarbeit ist die Frage, ob eine Varianzrisikoprämie auch auf anderen, internationalen Aktienmärkten beobachtet werden kann. Wenn die grundlegende Methodik zur Berechnung modellfreier Varianzen nachvollzogen ist, können dazu geeignete Indizes – in Deutschland etwa der VDAX-NEW – herangezogen werden. Die Analyse soll sich auf mehrere Märkte erstrecken.

Analyse des Leverage-Effekts bei Edelmetallen: Kurs- und Volatilitätszusammenhänge im Zeitverlauf

In der Finanzökonomik beschreibt der Leverage-Effekt die empirisch beobachtete negative Korrelation zwischen Kursveränderungen und Volatilität bei Aktien: sinkende Kurse gehen oft mit steigender Volatilität einher. Bei Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin zeigt sich jedoch ein anderes Bild – die Korrelation kann neutral oder sogar positiv sein, abhängig von Marktbedingungen und Zeitperioden. Ziel dieser Arbeit ist es, den Leverage-Effekt bei verschiedenen Edelmetallen systematisch zu untersuchen und Unterschiede im Zeitverlauf zu analysieren. Dabei sollen mögliche Ursachen und Marktmechanismen, die zu diesen Abweichungen vom klassischen Aktien-Leverage-Effekt führen, identifiziert werden.

Das Ziel der Arbeit besteht darin, zu untersuchen, wie sich die Leverage-Effekte bei verschiedenen Edelmetallen (Gold, Silber, Platin, Palladium) über die Zeit unterscheiden, wie sie im Vergleich zu Aktienkursen ausfallen und welche Marktmechanismen die beobachteten Korrelationen zwischen Kursen und Volatilität erklären.

Literatur:

Baur, D. G., & Lucey, B. M. (2010). Is Gold a Hedge or a Safe Haven? An Analysis of Stocks, Bonds and Gold. Financial Review, 45(2), 217–229.

Panagiotou, D. (2021). Re-examining the leverage effect and gold's safe haven properties with the utilization of the implied volatility of gold: a non-parametric quantile regression approach. Springer Nature Business & Economics 1, 93.

SPAC-Warrants im US-Kapitalmarkt: Struktur, Ausübung und Werttreiber entlang der De-SPAC-Phasen

Während beim klassischen IPO ein operatives Unternehmen direkt an die Börse geht, erfolgt beim Weg über ein SPAC (Special Purpose Acquisition Companies) zunächst die Börsennotierung einer leeren Hülle, die erst später durch die Fusion (De-SPAC) ein operatives Zielunternehmen „an die Börse bringt“. Diese Zweistufigkeit verändert Kapitalzufluss, Informationslage und Anreizstrukturen – insbesondere durch die besondere Rolle von SPAC-Warrants.

Diese Masterarbeit untersucht die ökonomische und vertragliche Funktionsweise von SPAC-Warrants in den USA und entwickelt daraus eine Bewertungsperspektive sowie Anreizimplikationen entlang des SPAC-Lebenszyklus. Im Fokus stehen die Warrant-Struktur (z. B. Laufzeit, Ausübungspreis/Strike) und die Ausübungsmechanik, insbesondere der Unterschied zwischen klassischer Ausübung gegen Zahlung des Strike und cashless exercise. Auf Basis einer systematischen Auswertung von Prospekten/SEC-Filings und ausgewählten Fallstudien wird analysiert, wie diese Vertragsparameter in den Phasen SPAC-IPO, Target-Announcement, De-SPAC-Vote/Closing und Post-Merger-Trading den Warrant-Wert und das Risikoprofil beeinflussen. Ergänzend wird empirisch geprüft, ob bestimmte Designmerkmale (z. B. längere Laufzeiten) mit Unterschieden in Renditen, Volatilität und Liquidität von Warrants sowie in der Performance der kombinierten Gesellschaft zusammenhängen. Ziel ist ein phasenspezifisches Analyse- und Bewertungsframework für SPAC-Warrants, dass die Interessen von Sponsor, Public Shareholders und PIPE-Investoren transparent gegenüberstellt.

Bewertungsverzerrungen digitaler Optionen bei Verwendung des Black-Scholes-Modells – Eine Simulationsstudie auf Basis des Heston-Modells

Digitale Optionen zählen zu den besonders sensiblen derivativen Instrumenten, da ihr Wert stark von der exakten Wahrscheinlichkeitsverteilung des Basiswertes am Fälligkeitstag abhängt. Zur Bewertung können vereinfachte Modelle wie das Black-Scholes-Modell verwendet werden, wobei implizite Volatilitäten aus Preisen einfacher europäischer Optionen zur Bewertung herangezogen werden.

Da reale Märkte jedoch Merkmale wie stochastische Volatilität aufweisen, kann die Anwendung des Black-Scholes-Modells zu systematischen Bewertungsfehlern führen, wenn es an einfache europäische Optionen kalibriert wird und zur Bewertung von exotischen Optionen verwendet wird.

Ziel dieser Arbeit ist es, im Rahmen einer Simulationsstudie zu untersuchen, wie stark Preise digitaler Optionen verzerrt werden, wenn das tatsächliche Marktumfeld durch das Heston-Modell beschrieben wird, die Bewertung jedoch mithilfe des Black-Scholes-Modells erfolgt. Dazu sollen europäische und digitale Optionen im Heston-Modell bewertet werden, implizite Volatilitäten der einfachen europäischen Optionen extrahiert werden und anschließend die digitalen Optionen erneut, diesmal mit dem Black-Scholes-Modell, bewertet werden. Anschließend sollen die Preisabweichungen analysiert werden.