Seminar

Thema:
Nachhaltigkeit in der Luftfahrtindustrie
Ort:
Campus Frankfurt
Termin:
09.07.2026 bis
10.07.2026
Seminarleitung:
Prof. Dr. Karsten Kieckhäfer
Anmeldung und Teilnahme-
voraussetzung:
Informationen zu Anmeldefristen und seminarspezifischen Teilnahmevoraussetzungen finden Sie unter: Mein Studium an der Fakultät WiWi.
Rahmenzeitplan:
13.03.2026Beginn der Einarbeitung in die Software
27.03.2026Kick-off als Online-Veranstaltung (Teilnahme verpflichtend)
- Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
- Einführung in die Literaturrecherche
- Themenbekanntgabe (Beginn der Bearbeitungszeit)
10.04.2026Abgabe von Gliederung und Abstracts
22.05.2026Abgabe der Seminararbeit
09.–10.07.2026  Präsentationsphase im Campus Frankfurt (Teilnahme verpflichtend)
Moodle:
Wichtige Informationen, zusätzliche Materialien und detaillierte Zeitpläne werden im Laufe des Seminars über die Moodle-Lernumgebung bekanntgegeben.
Hinweis:
Die Bearbeitung der Seminarthemen findet in der Regel in Gruppen von je drei Studierenden statt. Jede bzw. jeder Seminarteilnehmende hat im Rahmen der Gruppenarbeit eine eigenständige Leistung zu erbringen, die individuell bewertet wird.
Ansprechpartner:
Allgemeine Fragen zum Seminar
Sekretariat des Lehrstuhls für Produktion und Logistik
Chantal Lebok

Betreuende
Prof. Dr. Karsten Kieckhäfer
Lea Franze, M. Sc.

Beschreibung

Die Luftfahrtindustrie befindet sich aufgrund zunehmend ambitionierter Nachhaltigkeitsvorgaben in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Steigende regulatorische Vorgaben (z. B. EU-Fit-for-55-Initiative, internationale CORSIA-Regelungen zur Emissionskompensation oder strengere Transparenzpflichten entlang globaler Lieferketten) zwingen sowohl Fluggesellschaften als auch Flugzeughersteller dazu, ihre Beschaffungs-, Produktions- und Betriebsprozesse konsequent an Nachhaltigkeitszielen auszurichten. Diese Transformation umfasst den gesamten Lebenszyklus eines Flugzeugs: von der Entwicklung und Materialauswahl über Fertigung, Betrieb und Wartung bis hin zu Rückbau und Recycling. Dabei gewinnen neben der Reduktion klimarelevanter Emissionen auch Aspekte wie die soziale Verantwortung in Lieferketten von Hochtechnologieprodukten sowie die Entwicklung geschlossener Materialkreisläufe immer stärker an Bedeutung.

Besonders die Transformation hin zu alternativen Antriebstechnologien (z. B. Sustainable Aviation Fuels (SAF), Wasserstoff oder elektrische Antriebe) verdeutlicht die damit verbundenen sozialen und ökologischen Risiken sowie die infrastrukturellen Herausforderungen. Die Versorgung mit kritischen Rohstoffen (z. B. Nickel, seltene Erden, Titan) oder die energieintensive Herstellung von Verbundwerkstoffen erfordern neue strategische und planerische Ansätze innerhalb global verzweigter Wertschöpfungsnetzwerke. Gleichzeitig stehen Airlines vor der Aufgabe, ihren Betrieb auf emissions- und ressourcenschonende Konzepte umzustellen. Dies betrifft unter anderem die Flottenplanung, die Routenplanung sowie Wartungs- und Bodenprozesse.

Sowohl Flugzeugbauer als auch Airlines stehen somit vor einer Reihe von Herausforderungen und Fragestellungen. Dazu zählen u. a.: (1) Wie lassen sich die benötigten Rohstoffe zur Produktion neuer Flugzeuge sowohl ökonomisch als auch ökologisch und sozial nachhaltig beschaffen? (2) Wie können Recyclingprozesse und Rückführungsprozesse in bestehende Lieferketten integriert werden? (3) Wie sollte langfristig die Flotte von Airlines aussehen? (4) Wie können Wartungs- und Reparaturarbeiten sowohl effizient als auch nachhaltig in den Betrieb integriert werden?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, können u. a. Methoden und Modelle der mathematischen Optimierung, der Simulation sowie der Nachhaltigkeitsbewertung eingesetzt werden. Optimierungsmodelle sind insbesondere dazu geeignet, eine Entscheidungsunterstützung in strategischen, taktischen und operativen Fragestellungen im Rahmen eines nachhaltigkeitsorientierten Lieferkettenmanagements zu bieten, beispielsweise im Zusammenhang mit der Netzwerk-, Transport- oder Standortplanung. Simulationsmodelle können zur Analyse der Marktdurchdringung alternativer Antriebstechnologien Einsatz finden. Mithilfe der Nachhaltigkeitsbewertung können ökologische und soziale Auswirkungen von Supply Chains analysiert werden.

Nach der theoretischen Aufarbeitung der genannten Untersuchungsfelder sind entsprechende Ansätze zu formulieren und mit modernen Softwarelösungen zu implementieren. Dies ermöglicht die Untersuchung aktueller Fragestellungen aus Wissenschaft und Praxis.

Das Seminar kann in allen Studiengängen gewählt werden, ist aber vor allem auch für Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftswissenschaft für Ingenieur/-innen und Naturwissenschaftler/-innen sowie für Studierende des Masterstudiengangs Wirtschaftswissenschaft mit den Studienrichtungen Risikomanagement oder Unternehmenssteuerung geeignet. Das Seminar kann als Wahlpflichtseminar belegt werden.