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SAP-Systemlandschaft erfolgreich modernisiert

[15.06.2026]

Migration auf Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions und SAP HANA DB abgeschlossen

Ein großes Modernisierungsprojekt des Zentrums für Digitalisierung und IT ist abgeschlossen: Die SAP-Systeme der FernUniversität in Hagen sind von Oracle Solaris 11.4 mit Oracle Datenbank 19c auf Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions und SAP HANA DB umgezogen. Für die Universität bedeutet das mehr Zukunftssicherheit, wirtschaftlichere Lizenzmodelle, eine einfacher wartbare Systemlandschaft und eine gestärkte technische Basis für den Schutz digitaler Werte.


Ein Projekt, das man am besten nicht bemerkt

Viele große IT-Projekte sind für Nutzer*innen dann besonders erfolgreich, wenn sie möglichst geräuschlos verlaufen. Genau das war eine der zentralen Herausforderungen dieser Migration: 28 SAP-Systeme mussten vorbereitet, umgezogen, getestet und wieder produktiv bereitgestellt werden, ohne den laufenden Universitätsbetrieb unnötig zu beeinträchtigen.

Durchgeführt wurde die Migration durch das SAP-Basis-Team der Abteilung SAP: Sebastian Benner und Steffen Reiß. Die SAP-Basis kümmert sich um das technische Fundament der SAP-Landschaft. Während viele Kolleg*innen im Arbeitsalltag mit den Anwendungen arbeiten, sorgt die SAP-Basis im Hintergrund dafür, dass Datenbanken, Server, Schnittstellen, Benutzeranmeldungen, Druckdienste, Monitoring und Systemverfügbarkeit zuverlässig zusammenspielen.

Betroffen waren unter anderem Systeme aus den Bereichen Verwaltungsportal, Finanzbuchhaltung, Personalwirtschaft, Liegenschaftsverwaltung, Logistik, Berichtswesen, SAP Process Orchestration, SAP Solution Manager, Secure Login Server, Adobe Document Services sowie weitere technische Komponenten. Jedes dieser Systeme hat eigene Abhängigkeiten, eigene Schnittstellen und eigene Besonderheiten. Eine Migration ist daher kein Kopieren von A nach B, sondern eher ein präzise geplanter Umzug eines komplexen Maschinenraums.

 
  • Für die Migration kamen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: DMO und Export/Import. Wichtig dabei: Im Zusammenhang mit diesen Verfahren wurden die Systeme nicht fachlich oder funktional aktualisiert. Ziel war der technische Plattformwechsel von Betriebssystem und Datenbank.

    DMO steht für „Database Migration Option“ und ist Teil des SAP Software Update Managers. Vereinfacht gesagt begleitet dieses Werkzeug den Weg von der bisherigen Datenbank auf die neue Datenbanktechnologie in einem kontrollierten Ablauf. Es führt durch Vorbereitungen, Prüfungen, technische Umstellungsschritte und Nacharbeiten. Für die SAP-Basis ist DMO ein mächtiges Werkzeug, das aber viel Erfahrung benötigt: Logdateien müssen bewertet, Laufzeiten eingeschätzt, Fehler analysiert und die einzelnen Phasen genau überwacht werden.

    Das Verfahren Export/Import funktioniert anders. Dabei werden die Daten des bisherigen Systems zunächst exportiert und anschließend in der neuen Zielumgebung wieder importiert. Dieses Vorgehen ist besonders flexibel und wurde dort genutzt, wo es für die jeweilige technische Komponente besser geeignet war. Auch hier sind sorgfältige Planung, Testläufe, Nacharbeiten und genaue Kontrollen entscheidend.

    Screenshot aus dem SAP Software Update ManagerAbbildung: SAP Software Update Manager/FernUniversität
    Screenshot aus dem SAP Software Update Manager: Während der DMO-Migration werden einzelne Phasen überwacht, Logdateien geprüft und die Tabellen in die neue Datenbankumgebung übertragen.
  • Mit SAP HANA nutzt die FernUniversität nun eine moderne In-Memory-Datenbanktechnologie. Das bedeutet vereinfacht: Daten können sehr schnell verarbeitet und ausgewertet werden, weil die Datenbank für schnelle Zugriffe optimiert ist. Für Anwender*innen zeigt sich das im Idealfall durch stabile und performante SAP-Systeme; für die Administration entstehen neue Möglichkeiten im Monitoring und in der Wartung.

    Ein wichtiger Vorteil ist zudem die wirtschaftliche Perspektive. Die bisherigen Oracle-Datenbanklizenzen waren sehr teuer. Für SAP HANA profitiert die FernUniversität von einer Lizenzkooperation mit weiteren Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Dadurch steht eine Flatrate zur Verfügung. Das reduziert Lizenzkosten und schafft bessere Planbarkeit für den weiteren Betrieb. Auch bisher benötigte Oracle-Zusatzoptionen werden künftig nicht mehr verlängert.

  • Ein wesentliches Ergebnis der Migration ist die homogenere Systemlandschaft. Wenn Systeme auf einer einheitlicheren technischen Basis laufen, wird der Betrieb deutlich übersichtlicher. Wartung, Monitoring, Fehleranalyse, Patchplanung und Dokumentation lassen sich besser standardisieren. Das hilft nicht nur im Alltag, sondern auch in Situationen, in denen schnell reagiert werden muss.

    Diese Vereinheitlichung ist auch ein Sicherheitsgewinn. Eine heterogene Landschaft mit vielen unterschiedlichen Plattformen, Sonderfällen und Alttechnologien ist schwieriger zu überwachen und aktuell zu halten. Eine modernere, einheitlichere Umgebung erleichtert es, Sicherheitsupdates planbar einzuspielen, Konfigurationen konsistent zu halten und Auffälligkeiten zentraler zu erkennen. Gerade für eine Hochschule sind digitale Systeme und Daten zentrale Werte. Ihr verlässlicher Schutz ist daher ein wichtiger Bestandteil moderner IT-Arbeit.

    Das Projekt stärkt damit nicht nur den technischen Betrieb, sondern auch die Resilienz der digitalen Infrastruktur der FernUniversität.

  • Für den laufenden Betrieb spielt das SAP HANA Cockpit eine wichtige Rolle. Es bietet der SAP-Basis eine zentrale Oberfläche, um HANA-Datenbanken zu überwachen und zu verwalten. Statt viele Informationen an verschiedenen Stellen zusammensuchen zu müssen, lassen sich wichtige Betriebsdaten übersichtlich einsehen.

    Dazu gehören unter anderem der Datenbankstatus, laufende Dienste, aktuelle Warnungen, CPU- und Speicherauslastung, Festplattennutzung, aktive Sitzungen, blockierte Transaktionen, SQL-Anweisungen, Backup-Informationen und Performance-Auswertungen. Dadurch können mögliche Probleme früher erkannt und gezielter analysiert werden. Das Cockpit unterstützt also nicht nur die tägliche Kontrolle, sondern auch die Ursachenanalyse, wenn es einmal hakt.

    Screenshot aus SAP HANA CockpitAbbildung: SAP HANA Cockpit/FernUniversität
    SAP HANA Cockpit: Die Monitoring-Übersicht zeigt zentrale Betriebsinformationen wie Dienste, Warnungen, CPU-Auslastung, Speicher, Festplattennutzung, Sessions und SQL-Aktivitäten.
  • Bemerkenswert ist, dass die Migration ohne externen Beratereinsatz umgesetzt wurde. Ein vollständiges Outsourcing eines solchen Projekts hätte erhebliche Kosten verursacht. Stattdessen konnte die FernUniversität die Umstellung mit internem Know-how, sorgfältiger Vorbereitung und enger Zusammenarbeit realisieren.

    Zur Arbeit gehörten Testmigrationen, die Auswahl des passenden Migrationsverfahrens, die Analyse von Logdateien, die Abstimmung von Wartungsfenstern, die technische Nachbearbeitung, Dokumentation und die Begleitung der Produktivstarts. Bei einzelnen Systemen, etwa in der SAP-Process-Orchestration-Landschaft, mussten unter anderem technische Systeme nach der Migration gezielt nachbearbeitet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden dokumentiert und für die weiteren Umstellungen genutzt.

    Ein besonderer Dank gilt allen Kolleg*innen, die durch Tests, Abstimmungen, kurzfristige Unterstützung, Fehleranalysen oder Geduld während der Wartungsfenster zum Erfolg beigetragen haben. Solche Projekte funktionieren nur, wenn viele Beteiligte an einem Strang ziehen.

  • Mit dem Abschluss der Migration endet eine lange technische Ära, zugleich beginnt ein neuer Abschnitt. Die SAP-Systeme der FernUniversität laufen nun auf einer modernen Plattform mit Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions und SAP HANA DB. Damit ist eine wichtige Grundlage für den stabilen, wirtschaftlichen und sicheren SAP-Betrieb der kommenden Jahre geschaffen.

    Das Projekt zeigt, wie viel Kompetenz im Zentrum für Digitalisierung und IT vorhanden ist. Die erfolgreiche Umsetzung steht für technisches Können, Verlässlichkeit und Engagement im Hintergrund des Universitätsbetriebs. Die SAP-Abteilung leistet damit einen wichtigen Beitrag dazu, dass zentrale Verwaltungsprozesse digital, stabil und zukunftsfähig unterstützt werden.

    Kurz gesagt: Die Migration war ein großer Schritt hinter den Kulissen, aber mit spürbarer Bedeutung für die digitale Zukunft der FernUniversität in Hagen.

    Auf einen Blick

    Migriert von Oracle Solaris 11.4 / Oracle Datenbank 19c
    Migriert auf Red Hat Enterprise Linux for SAP Solutions / SAP HANA DB
    Durchführung SAP-Basis-Team: Sebastian Benner und Steffen Reiß
    Verfahren DMO und Export/Import; technische Plattformmigration ohne System-Updates
    Nutzen Geringere Lizenzkosten, homogenere Landschaft, einfachere Wartung, verbesserte Sicherheit und modernes Monitoring
Webberatung | 15.06.2026