Innovative Lehrprojekte – Selbstlernkurs Gender Studies

In der Reihe „Innovative Lehrprojekte“ stellen wir die Projekte vor, die im Rahmen der Zertifikatsprogramme HD-NRW und E-Teaching-Zertifikat entstanden sind. Glen Sattler hat den Selbstlernkurs „Einführung Gender Studies“, der als extra-curriculares, überfachliches Angebot am Lehrstuhl von Jun.- Prof. Dr. Irina Gradinari entwickelt wurde, mediendidaktisch überarbeitet und mit interaktiven Elementen angereichert.

Screenshot aus dem Selbstlernkurs von Glen Sattler
Screenshot aus dem Selbstlernkurs von Glen Sattler

Wie bist du auf die Idee zu deinem Projekt gekommen?

Studierende gaben die Rückmeldung, dass sie sich mit den komplexen Themen im Selbstlernkurs überfordert und alleingelassen fühlten. Außerdem gab es niedrige Anmeldezahlen. Das gab für mich den Anstoß, das Kurskonzept grundlegend zu überarbeiten und eine Lernumgebung zu gestalten, die Studierende besser begleitet.

Welche Überlegungen lagen der Umsetzung des Projekts zugrunde?

Die Idee war Gender Studies einer breiten Studierendenschaft fächerübergreifend zugänglich zu machen. Der Kurs soll es den Lernenden ermöglichen, theoretische Konzepte direkt mit ihrer eigenen Lebenswelt und ihrem jeweiligen Berufsfeld zu verknüpfen. Durch diesen Praxisbezug soll nicht nur das Verständnis vertieft, sondern auch die Relevanz der Inhalte für unterschiedliche Fachrichtungen sichtbar gemacht werden.

Welche Herausforderungen sind dir während der Planung und der Durchführung begegnet?

Bei Selbstlernkursen ist die größte Herausforderung, die Motivation über den gesamten Lernprozess hinweg aufrechtzuerhalten. Besonders deshalb, weil keine regelmäßige Aktivierung durch Lehrende stattfindet. Aufgrund eines sehr niedrigen Betreuungsschlüssels im Fachbereich konnte ich leider nur zu Beginn und am Ende des Semesters synchrone Online-Veranstaltungen anbieten. Um trotzdem Interaktion und gegenseitige Unterstützung unter den Studierenden anzuregen, habe ich in regelmäßigen Abständen kleine „Motivations-Booster“ und Impulse im Forum gepostet. Das hat die Lernmotivation spürbar gestärkt. Damit bin ich zwar vom strikt asynchronen Selbstlernkurs etwas abgewichen, aber gerade bei komplexen Themen halte ich eine gewisse Begleitung für unverzichtbar.

Wie war die Reaktion der Studierenden?

Die Resonanz war sehr positiv: Die Anmeldezahlen haben sich vervielfacht und deutlich mehr Studierende schließen den Kurs erfolgreich ab. Besonders die interaktiven H5P-Selbstlernelemente, die ich speziell für den Kurs entwickelt habe, wurden sehr gut angenommen. Dass das Konzept gut funktioniert, zeigt sich auch an der hohen inhaltlichen Qualität der eingereichten Aufgaben.

Was planst du noch für die Zukunft im Zusammenhang mit dem Projekt?

Das Projekt hat mir wertvolle Einblicke in die Fachmediendidaktik gegeben. In künftigen Lehrveranstaltungen werde ich verstärkt Blended-Learning-Elemente einsetzen, da sie auch synchrone Präsenz- und Online-Formate hervorragend unterstützen können. Ich bin im Laufe meiner Tätigkeit an der FernUniversität zu einem großen H5P-Fan geworden und habe viele Ideen, wie sich dieses Tool kreativ in verschiedenen Lernsettings nutzen lässt. Ich habe Lust das weiter auszubauen und zu erproben.

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