Aktuelle Projekte
Die wirtschaftliche Betrachtungsweise im Kontext der steuerlichen Gewinn- und Einkommensermittlung
Nach h. L. und st. Rspr. kommt in sämtlichen Rechtsgebieten, in denen wirtschaftliche Vorgänge bzw. Zustände geregelt werden, die sog. wirtschaftliche Betrachtungsweise zur Anwendung. Sie gilt demnach insbesondere in den (Teil-)Rechtsgebieten Zivilrecht, Handelsbilanzrecht und Steuer(bilanz)recht.
Die wirtschaftliche Betrachtungsweise gilt heute als rechtliche Betrachtungsweise. Trotz des rechtsmethodischen Rahmens ist ihre Anwendung äußerst unklar. Bezüglich des Anwendungsbereichs, des Inhalts und der Verortung der wirtschaftlichen Betrachtungsweise bestehen in der Literatur sowohl zwischen den Rechtsgebieten als auch innerhalb eines Rechtsgebietes erhebliche Meinungsunterschiede.
Im Rahmen der steuerlichen Gewinn- und Einkommensermittlung sind die genannten Rechtsgebiete in vielfacher Weise miteinander verknüpft. Bislang existieren keine Arbeiten, in denen die wirtschaftliche Betrachtungsweise rechtsgebietsübergreifend im Kontext der steuerlichen Gewinn- und Einkommensermittlung untersucht wurde.
Im Rahmen seines Promotionsprojektes möchte Marvin Osterspey einen Beitrag zur Konkretisierung der wirtschaftlichen Betrachtungsweise leisten, indem die wirtschaftliche Betrachtungsweise im Kontext der steuerlichen Gewinn- und Einkommensermittlung umfassend analysiert wird.
Erfolgreich abgeschlossenes Promotionsverfahren!
Steuerplanung im Rahmen des Management-Buy-Outs
Gesellschaftliche Entwicklungen wie der demografische Wandel führen auf der einen Seite zu einem Anstieg der Anzahl übergabereifer Unternehmen, reduzieren auf der anderen Seite aber auch die Anwendungsfälle der gegenwärtig noch mehrheitlich angestrebten familieninternen Unternehmensnachfolge. In den Fokus rücken somit alternative Nachfolgelösungen, insbesondere der Verkauf an dem Alteigentümer vertraute und gleichermaßen geschäftskundige Personen – an leitende Mitarbeiter.
Als Übertragungsform zwischen der familieninternen und unternehmensexternen Unternehmensnachfolge macht sich der Management-Buy-Out die mit der unentgeltlichen und entgeltlichen Unternehmensübertragung verbundenen Gestaltungsansätze zu eigen, kombiniert und erweitert diese.
Lukas Reiter nimmt diese Umstände zum Anlass, um im Rahmen seines Promotionsvorhabens die mit den verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten verbundenen Steuerbelastungen aufzuzeigen und Aussagen über die steueroptimale Ausgestaltung eines Management-Buy-Outs abzuleiten.
Erfolgreich abgeschlossenes Promotionsverfahren!
Fokus auf Nachfolgepraxis, Gestaltungsanalyse und Belastungsvergleich: Steuerbelastungswirkungen in- und ausländischer Familienstiftungsstrukturen – Entwicklung eines dynamischen Steuerbelastungsmodells unter besonderer Berücksichtigung des § 15 AStG
Im Rahmen der generationenübergreifenden Vermögens- und Unternehmensnachfolge gewinnen Familienstiftungen als Instrumente des langfristigen Vermögensschutzes und des Vermögenserhalts kontinuierlich an praktischer Relevanz. Die zunehmende Internationalisierung von Familien und ihren Vermögenswerten rückt dabei neben der traditionellen Errichtung im Inland verstärkt auch ausländische Stiftungsstandorte in den Fokus der steuerlichen Gestaltungsberatung.
Die steuerliche Vorteilhaftigkeit alternativer Nachfolgestrukturen ist jedoch durch tiefgreifende systemische Divergenzen und asymmetrische Besteuerungsregime geprägt. Während inländische Familienstiftungen neben der laufenden Ertragsbesteuerung der 30-jährigen Erbersatzsteuer unterliegen, greift bei ausländischen Familienstiftungen die Zurechnungsbesteuerung nach § 15 AStG. Diese führt für inländische Stifter und Destinatäre häufig zu Steuerzahlungen ohne korrespondierenden Liquiditätszufluss („Dry Income“) sowie zu komplexen intertemporalen Verrechnungsmechanismen bei späteren tatsächlichen Ausschüttungen. Bislang vorliegende steuerrechtliche Untersuchungen basieren zumeist auf punktuellen oder statischen Belastungsvergleichen, welche die mehrperiodigen Vermögens-, Steuer- und Liquiditätswirkungen im Zeitablauf nicht adäquat abbilden.
Diesen Befund nimmt Sven Boer-Weber in seinem Promotionsvorhaben zum Anlass, ein dynamisches Steuerbelastungsmodell zu entwickeln, das einen gestuften Referenzvergleich zwischen der Direkthaltung, der inländischen Familienstiftung und grenzüberschreitenden Stiftungsstrukturen ermöglicht. Durch die kausale Zerlegung der Wirkungen in einen allgemeinen Stiftungseffekt, einen Auslandseffekt sowie den spezifischen § 15-Effekt werden die zentralen Belastungsdeterminanten offengelegt, um fundierte Aussagen über die Vorteilhaftigkeit und die steuerplanerischen Entscheidungsspielräume im Zeitablauf abzuleiten.