Überschriften sind weit mehr als nur optische Gestaltungselemente. Sie strukturieren Inhalte, erleichtern die Orientierung und sind entscheidend für Barrierefreiheit und Suchmaschinenoptimierung. Dennoch werden sie häufig falsch verwendet.
Überschriften sind wichtig, weil sie Texte inhaltlich gliedern und sie so leichter erfassbar machen. Das gilt sowohl für Leserinnen und Leser als auch für Suchmaschinen und Screenreader.
Eine gute Überschrift beschreibt präzise, was im folgenden Abschnitt zu erwarten ist. Formulierungen wie „Allgemeines“ oder „Weitere Informationen“ sind zu ungenau. Besser sind Überschriften, die den Inhalt klar benennen, wie zum Beispiel „Barrierefreiheit in digitalen Dokumenten sicherstellen“.
Für Menschen, die mit einem Screenreader arbeiten, ermöglichen korrekt ausgezeichnete Überschriften die Navigation per Tastatur. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Überschriftenstruktur auch korrekt aufgebaut ist. Überschriften sollten deshalb immer, ähnlich wie bei einem Inhaltsverzeichnis, hierarchisch gegliedert werden:
<h1> ist die Hauptüberschrift einer Seite oder eines Dokuments und kommt auf Webseiten in der Regel nur einmal vor.
<h2> bezeichnet die nächste Ebene, etwa ein Kapitel oder größeren Abschnitt.
<h3> steht für Unterabschnitte innerhalb dieser Themenbereiche.

Bei hierarchisch abfallenden Überschriften sollten keine Ebenen übersprungen werden: eine <h5> darf als einleitende Überschrift nicht vor eine <h2> gestellt werden, da dies die inhaltliche Struktur verzerren würde. Es sollten also immer nur korrekt formatierte Überschriften in logischer Reihenfolge verwendet werden. Fettgedruckter Text ersetzt keine Überschrift und kann von Screenreader und Suchmaschinen nicht erkannt und nicht berücksichtigt werden. Auch „leere Überschriften“, wie beispielsweise ein Absatz der als eine <h2> formatiert wurde, sollten vermieden werden, um Irritationen bei Lesenden zu vermeiden.
Wie funktioniert die Formatierung in unterschiedlichen Formaten?
Microsoft Word
Hier verwendet man die Formatvorlagenfunktion, um Überschriften korrekt anzulegen (z. B. Überschrift 1, Überschrift 2). So wird automatisch eine saubere hierarchische Struktur erzeugt.
Unter Ansicht → Navigationsbereich lässt sich die Reihenfolge der Überschriften prüfen und erscheint dort als übersichtliches Inhaltsverzeichnis.
Microsoft PowerPoint
Jede Folie hat in der Regel einen Folientitel, der der Gliederung des Foliensatzes dient. PowerPoint kennt keine hierarchischen Überschriftenebenen wie Word oder HTML.
Beim Export aus Word werden Überschriften automatisch übernommen und als Lesezeichen im PDF dargestellt. Hier sollte darauf geachtet werden beim Speichern oder Exportieren die entsprechenden Barrierefreiheitsoptionen zu aktivieren.
Die Überprüfung der korrekten Überschriftenstruktur kann mit dem Tool PAC (PDF Accessibility Checker) erfolgen. Falsch gesetzte oder fehlende Überschriften werden dort im Detailbericht angezeigt.
Web / CMS
In allen gängigen Content-Management-Systemen (CMS) können Überschriften über die Textformatierung (Absatzstil) oder den HTML-Editor als <h1> bis <h6> ausgezeichnet werden.
Wenn man diese Punkte beachtet und Überschriften richtig einsetzt, sorgt man also schnell und einfach für eine klare Struktur und verbessert die Zugänglichkeit der Inhalte. Mit einer durchdachten Überschriftenstruktur profitieren sowohl Leserinnen und Leser als auch Suchmaschinen gleichermaßen – denn so schreibt man nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen verständlich.
Weiterführende Webseiten
Intern:
PDFs und andere Dokumente barrierefrei gestalten
Gute und schlechte Beispiele zu Überschriften
Extern:
Headingsmap als Tool zur Kontrolle von Überschriften im Web. Für Chrome und Firefox.
BIK für alle: Strukturierung von Text-Inhalten
BIK BITV Test: Aussagekräftige Überschriften und Beschriftungen
Barrierefreiheit.NRW: Checkliste barrierefreie Dokumente
