Praxis psychologischer Onlineforschung – ein interaktiver Online-Lernkurs

in Zusammenarbeit mit Dr. Sabrina Schneider und Michael Schick

Technische Voraussetzungen

Moodle, H5P, Unipark, LabJs

Vorbereitung

6 Monate

Anzahl Studierende

unbegrenzt

Beratung

Inhalte aus Veranstaltungen der Internen Fortbildungen (H5P, Microlearning) flossen in das Konzept und die Umsetzung ein.

Diversität

Der Selbstlernkurs ist so angelegt, dass flexible Lernpfade entsprechend der Bedürfnisse der Studierenden
wählbar sind.

Beschreibung

Empirische Verfahren gehören zum Handwerkszeug von Psycholog*innen. Daher wird in den entsprechenden Studiengängen sowohl auf Bachelor- als auch auf Masterniveau nicht nur theoretisches Wissen in diesem Bereich vermittelt, sondern den Studierenden auch Möglichkeiten gegeben, dieses Wissen in der Durchführung aktiv anzuwenden. In den psychologischen Studiengängen an der FernUniversität findet dies in Modulen zu experimentellen Praktika statt und häufig auch in empirisch ausgerichteten Abschlussarbeiten.

Insbesondere die Erfahrungen aus der Lehre in den experimentellen Praktika verdeutlichen jedoch einige Probleme: Hands-on-skills zur Methodik sind schwierig für alle zu vermitteln und ein Semester ist vom zeitlichen Rahmen eigentlich zu kurz. Darüber hinaus liegt häufig ein zu langer Zeitraum zwischen der Vermittlung des theoretischen Wissens in Modulen zum Studienbeginn und der praktischen Anwendung dieser Kenntnisse in den experimentellen Praktika. Auch für die Erstellung ihrer Bachelorarbeiten benötigen die Studierenden oft fundierte Kompetenzen zur Durchführung eigener Untersuchungen.

Ein im Rahmen eines FiLeH-Projektes des Lehrgebiets Persönlichkeits-, Rechtspsychologie und Diagnostik entwickelter Selbstlernkurs soll den Studierenden nun beim Erwerb der erforderlichen Kompetenzen helfen. Der Kurs wird als freiwilliges Angebot bereitgestellt werden, das an kein Modul gebunden ist und von den Studierenden zeitunabhängig und entsprechend der eigenen Bedürfnisse genutzt werden kann. Die zu vermittelnden Kompetenzen sind für eine breite Zielgruppe von Studierenden interessant: solchen, die im Bachelor das Modul 6B belegen oder eine empirische Abschlussarbeit schreiben wollen, aber auch Studierende, die als SHK an einem Lehrgebiet arbeiten wollen sowie Masterstudierende, die ihr Wissen noch einmal auffrischen wollen.

Strukturelle Einordnung des Selbstlernkurses
strukturelle Einordnung des Selbstlernkurses in das methodische Curriculum des Psychologiestudiums (Grafik: FernUniversität)

Der Selbstlernkurs ist inhaltlich in drei Themenbereiche aufgeteilt, die im Kurs auch als Module bezeichnet werden:

  • Im Basismodul werden die Grundlagen der empirischen Methodenlehre vermittelt, es handelt sich also vor allem um die Wiederholung von Inhalten, die den Studierenden aus bereits belegten Modulen der Studieneingangsphase bekannt sein sollten. Darüber hinaus sollen die Studierenden in diesem Modul zusätzlich auch für die Themenbereiche „Forschung und Recht“ (insbesondere Datenschutz und Urheberrecht) sowie „Open Science“ sensibilisiert werden.
  • Im Modul „Fragebogen“ wird Unipark als Tool zur Erstellung von Onlinefragebögen vorgestellt. Die Studierenden erlernen die Anwendung dieses Tools anhand von praktischen Übungen und können danach selbst Fragebögen in Unipark erstellen oder bestehende verändern.
  • Im Experimentalmodul wird LabJs als Software vorgestellt, mit der selbst Onlineexperimente gestaltet werden können. LabJs bietet den Vorteil, dass im Gegensatz zu vergleichbarer Software keine Programmierkenntnisse erforderlich sind oder erworben werden müssen und die Software darüber hinaus kompatibel zu Unipark ist, so dass Experimente und Fragebögen gut miteinander verbunden werden können.

Zu Beginn des Selbstlernkurses unterstützt ein Entscheidungsbaum in Form eines Kurzfragebogens die Studierenden dabei, womit sie anfangen sollen. Die einzelnen Lernpfade sind dynamisch gestaltet und innerhalb der inhaltlichen Module nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden gestaffelt. Es gibt sowohl Basisübungen für Neueinsteiger*innen in ein Thema als auch komplexere Übungen für Fortgeschrittene. Welcher Schwierigkeitsgrad der jeweils richtige ist, wird auf Basis der Ergebnisse des Kurzfragebogens zum Einstieg in den Kurs empfohlen.

Der jeweilige Lernfortschritt wird durch die Studierenden selbst individuell überprüft. Es werden Musterlösungen für die Aufgaben mit den Tools sowie zu Quizzen für die Wissensstandsüberprüfungen bereitgestellt, die die Studierenden mit ihren Lösungen vergleichen können.

Der Selbstlernkurs zur Praxis psychologischer Onlineforschung wird als freies Angebot zur Verfügung gestellt werden, die Studierenden entscheiden sich freiwillig, ob sie ihn belegen möchten oder nicht. Es gibt keine abschließende Prüfungsleistung. Der Zugang zum Kurs wird per Selbsteinschreibung erfolgen. Somit sind nach der Fertigstellung des Kurses keine zusätzlichen Betreuungsleistungen erforderlich.

Aus didaktischer Perspektive sind noch zwei weitere Elemente hervorzuheben: Der Kurs wird nach dem Prinzip des Microlearning gestaltet werden. Einzelne Inhaltselemente werden folglich so kurz wie möglich gehalten, so dass auch ein Lernen in kurzen Zeitfenstern ermöglicht wird.

Zur Steigerung der Motivation für das freiwillige Angebot wird zusätzlich die Methode des Storytellings eingesetzt. Eine Hintergrundgeschichte über zwei Studierende der Psychologie, die einen Projektauftrag erhalten und zu dessen Umsetzung Stationen entsprechend der Module des Kurses durchlaufen, führt die Lernenden durch das Angebot.

Weitere Informationen

Voraussetzungen

  • theoretisches Grundlagenwissen zu empirischen Methoden ist bei Studierenden vorhanden und muss nur wieder aktiviert werden
  • unabhängige inhaltliche Themen, so dass die einzelnen Module nach Bedarf bearbeitet werden können
  • Motivation der Studierenden, sich das Wissen in einem freiwilligen Kurs anzueignen
  • gut strukturierter und übersichtlich gestalteter Kurs, der sich den Lernenden ohne Betreuung erschließt

Tools

  • Moodle
  • H5P
  • Unipark
  • LabJs

Hinweis

Damit Selbstlernkurse erfolgreich sind, ist ein hoher Aufwand bei der Konzeption und Umsetzung einzuplanen. Dies wird durch keinen oder nur noch sehr geringen Aufwand in der Betreuung des fertigen Kurses wieder ausgeglichen. Selbstlernkurse eignen sich daher besonders gut für eine große Anzahl von Studierenden.

Kontakt

  • Dr. Sabrina Schneider, Lehrgebiet Persönlichkeits-, Rechtspsychologie und Diagnostik
  • Michael Schick, Lehrgebiet Persönlichkeits-, Rechtspsychologie und Diagnostik

Übersicht

Ziele

  • vorhandenes Wissen über empirische Methoden reaktivieren und vertiefen
  • Kenntnisse über psychologische Onlineforschung vermitteln
  • eigene Fragebögen mit einem spezifischen Tool entwickeln
  • Online-Experimente mit spezieller Software gestalten

Kontext

Experimentelle Praktika in den Studiengängen Bachelor und Master Psychologie; empirische Bachelor- und Masterarbeiten

Problem

Das erforderliche theoretische Wissen wird in Modulen vermittelt, die die Studierenden zu einem früheren Zeitpunkt belegt haben. Es gerät dadurch häufig in Vergessenheit, was zu Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung führt.

Lösung

Es wird ein freiwilliger, interaktiver Selbstlernkurs in Moodle entwickelt, in dem die Studierenden Basiswissen wiederauffrischen und die zwei wichtigsten Methoden der psychologischen Onlineforschung umsetzen können: den Fragebogen und das Experiment.

Vorteile

  • selbstgesteuertes Lernen der Studierenden
  • theoretisches Wissen kann direkt mit gängigen Tools angewendet werden
  • Microlearning für einen flexiblen zeitlichen Rahmen
  • keine Betreuung durch Lehrende notwendig

Nachteile

  • freiwillige Leistung mit zusätzlichem Zeitaufwand für die Studierenden
  • viel Kommunikation und Werbung für das Angebot notwendig


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