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Lehrvideos: Einführungen in Queer Theorie

Prof.*in Dr.*in Antke Antek Engel hat gemeinsam mit Tali Tiller und Magda Wystub (Filmfetch) im Rahmen der Gastprofessur für Gender und Queer Studies 2020 drei Lehrvideos erstellt. Unter den Titeln KÖRPER (20:16 min) , FIGURATIONEN (13:16 min) und WELTEN (16 min) führen die Videos in Queer Theorie und Queer Studies als einem transdisziplinären Forschungsfeld ein, in dem intersektionales Denken eine wichtige Rolle spielt. Erprobt werden experimentelle Formate, die Form und Inhalt gezielt miteinander verknüpfen. Denn wenn es, wie in den Gender und Queer Studies, darum geht, Identität und Differenz so darzustellen, dass Stereotypisierungen, Othering-Prozesse, Hierarchien und symbolische Gewalt vermieden werden, hängt die Frage, was dargestellt wird unmittelbar mit der Frage zusammen, wie dargestellt wird. Wie dargestellt wird, verweist wiederum auf Möglichkeiten und Grenzen, die der Phantasie und dem Begehren offenstehen oder gesetzt sind.

Anprobe Neo Hülcker; Kostüm: Kallia KefalaFoto: Kallia Kefala
Anprobe Neo Hülcker; Kostüm: Kallia Kefala

Inhaltlich lautet die Leitfrage: Wie werden in den Queer Studies Geschlechterverhältnisse im Zusammenspiel mit weiteren Dimensionen sozialer Ungleichheit und im Hinblick auf nicht-hierarchische Formen von Differenz vermittelt? Anliegen ist es, Queer Theorie als eine Form komplexer Macht- und Herrschaftsanalyse zu vermitteln, die sich der widersprüchlichen Herausforderung stellt, Differenz als soziale Ungleichheit zu bekämpfen und zugleich Differenz im Sinne von Einzigartigkeit und Besonderheit zu schützen und zu befördern.

Die Videos arbeiten mit der Visualisierung von Denkfiguren. Auf diese Weise werden Begriffe, Themenfelder und Argumente so verbunden, dass Geschlecht und Sexualität in ihrer Bedeutung für Alltag, Kultur und Politik aber auch als Elemente queerer Theorie und Wissenschaft greifbar werden.

Obgleich thematisch klar umrissen beziehen sich die drei Filme sowohl formal als auch inhaltlich aufeinander. Der rote Faden zeigt sich im Zusammenspiel von Macht und Begehren: Gemeinsam sind sie "Motoren" physischer, intellektueller und affektiver Bewegung in Raum und Zeit. Laut Queer Theorie können sie sich zu Herrschaft verfestigen, manchmal sogar gewaltsame Formen annehmen; sie können aber auch Anziehung, unerwartete Verbindungen und Bewegungen, Formen lustvoller Begegnung oder Intimität bewirken.

20.01.2021