Präsenzveranstaltung
- Thema:
- Anna Seghers’ Roman Transit (1944) und Christian Petzolds Verfilmung (2018): eine medienvergleichende Analyse
- Semester:
- Wintersemester 2026/27
- Zielgruppe:
- Für alle Interessierten
- Ort:
- Berlin
- Adresse:
- Campus Berlin
- Termin:
- 15.01.2027
bis
16.01.2027 - Zeitraum:
- Freitag 14:00 bis 22:00 Uhr
Samstag 9:00 bis 17:00 Uhr - Leitung:
- Dr. Lena Hein
- Anmeldefrist:
- 14.12.2026
- Auskunft erteilt:
-
Dr. Lena Hein
E-Mail: lena.hein - Hinweis:
- Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Das Seminar untersucht Anna Seghers’ Roman Transit im Spannungsfeld von Literatur und Film. Auf eine narratologische und gattungsästhetische Analyse des Romans folgt eine medienästhetische Untersuchung von Christian Petzolds Verfilmung. Dabei werden jeweils die unterschiedlichen historisch-politischen Kontexte berücksichtigt. Im Zentrum steht neben der narratologischen Analyse die Frage, wie Literatur und Film mit der historischen Spezifik des Exils und der Erfahrung von Flucht umgehen und diese ästhetisch inszenieren. Zugleich soll untersucht werden, welche ästhetischen und ideologischen Implikationen sich aus der Verlagerung des Stoffes in einen anderen zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext ergeben, wie sie Petzolds Film vornimmt. Die zahlreichen Gattungsanleihen in Seghers’ Roman erlauben eine Diskussion ihrer ästhetischen und inhaltlichen Implikationen. Als literaturgeschichtlicher Meilenstein wird außerdem Walter Benjamins Konzeption des ‚mündlichen‘ Erzählens in der Literatur behandelt, die bei Seghers eine wichtige Rolle spielt. Bei der Filmanalyse soll zum einen konkret auf die Gattung der Literaturverfilmung eingegangen werden, zum anderen soll eine komparatistische Perspektive im Verhältnis zum Roman zentral sein. Unter Umständen werden wir auch die Theaterinszenierung von Maria Schwesinger (2025) in die Seminarbesprechungen miteinbeziehen, sollte die Verwendung der ensembleinternen Aufnahme genehmigt werden.
Wenn Sie dieses Thema interessiert, könnte auch das Online-Seminar zu Exil und Gender für Sie in Frage kommen, in dem wir über die Frauen des Heinrich-Heine-Klubs sprechen.
Theoretische und methodische Grundlagen
- Narratologie
- Medienästhetischer Ansatz: Filmanalyse und Vergleich mit literarischer Vorlage
- Gattungsgeschichtliche Analyse: Gattungsanleihen im Roman
- Mündliches Erzählen nach Walter Benjamin
- Historische Kontextualisierung und literaturgeschichtliche Einordnung
Es bestehen Anschlussmöglichkeiten an L1 und L5 aus MANDL 5, sowie L4 von MANDL 7, aber dies ist keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.
Materialien und Vorbereitung:
Erwartet wird eine gründliche Lektüre des Romans Transit von Anna Seghers, den Sie sich (auch in jeder Stadtbibliothek) ausleihen oder sich anschaffen können sowie die Lektüre des folgenden theoretisch-methodischen Textes zum Thema Literaturverfilmung, der über Moodle zur Verfügung gestellt wird: Spedicato, Eugenio. „Literaturverfilmung als Prozess und Produkt“. In: Matthias Bauer and Stefan Keppler-Tasaki (Hrsg.): Handbuch Literatur & Film. Berlin, Boston: De Gruyter, 2024. 319–331.
Jede/r Teilnehmende sollte entweder einen bestimmten Textabschnitt, ein Motiv oder ein konkretes narratologisches Element (wie etwa das mündliche Erzählen, die Erzählperspektive insgesamt, die Gattungsanleihen oder Ähnliches) aus dem Roman oder aber den Theorietext detailliert vorbereiten. Eine Liste mit Möglichkeiten wird im Oktober auf Moodle zur Verfügung gestellt, Sie können aber gerne auch selbst einen Vorschlag machen. Auch weitere Adaptionen wie die Theaterinszenierung von Maria Schwesinger (2025) oder frühere Verfilmungen können als Expertise-Thema gewählt und in die Diskussion eingebracht werden.
Schicken Sie mir bitte bis zum 14.12.2026 einen Vorschlag, damit ein sinnvolles Programm zusammengestellt werden kann.
Anschließend sollen Sie ausgehend von Ihrer vorbereiteten Expertise an der Abschlussdiskussion teilnehmen und das im Seminar gemeinsam Erarbeitete sowie Ihre literaturwissenschaftlichen, medienästhetischen und historisch-politischen Argumente einbringen.
Sie können gerne Forschungsliteratur zu ihrer Vorbereitung hinzuziehen; ich werde eine Auswahl auf Moodle bereitstellen.
Zeitplan Seminar:
Freitag von 14:00 bis 22:00 Uhr
- Historische Kontextualisierung
- Einführung in den Roman
- Beginn gemeinsamer Analyse und Diskussion der literarischen Vorlage
- Am Abend: gemeinsame Sichtung der Verfilmung von Petzold
Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr
- Fortsetzung Analyse der literarischen Vorlage
- Filmische Analyse
- Diskussionsrunde mit Moderation zum Vergleich zwischen literarischer Vorlage und Verfilmung sowie zum Thema der Verlagerung der Handlung in einen anderen historisch-politischen Kontext