Präsenzveranstaltung
- Thema:
- „Judith Hermann: Narrativik und Poetik“
- Semester:
- Wintersemester 2026/27
- Zielgruppe:
- offen für alle Interessierte; HöchsteilnehmerINNENzahl: 35
- Ort:
- Hamburg
- Adresse:
- Campus Hamburg
- Termin:
- 08.01.2027
bis
09.01.2027 - Zeitraum:
- Freitag von 14:00 bis 22:00 Uhr und
Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr - Leitung:
- Prof. Dr. Alexandra Pontzen
- Anmeldefrist:
- 08.12.2026
- Auskunft erteilt:
- Prof. Dr. Alexandra Pontzen
- Hinweis:
- Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Judith Hermann gehört zu den bedeutendsten Stimmen der deutschen Gegenwartsliteratur und wird seit ihrem Debüt „Sommerhaus später“ (1998) mit dem Genre der Erzählung assoziiert, obwohl mit „Aller Liebe Anfang“ (2014) und „Daheim“ (2021) auch zwei Romane vorliegen – letzterer vielfach ausgezeichnet. Mit ihren Poetikvorlesungen „Wir hätten uns alles gesagt“ (2023) hat Hermann ihr Schreiben und die Erzählform nicht nur reflektiert, sondern auch neu interpretiert. Das Seminar will zentrale Themen, ästhetische Verfahren und Entwicklungen innerhalb des erzählerischen Werks erarbeiten und sich am Beispiel der Vorlesungen mit dem Genre der Autorenpoetik auseinandersetzen.
Anzuschaffende und zu lesende Literatur:
Judith Hermann: Lettipark. Erzählungen
Judith Hermann: Daheim. Roman
Judith Hermann: Wir hätten uns alles gesagt. Poetikvorlesungen
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit (2026)
Alle im Fischer Verlag erhältlich, bis auf das aktuelle Buch auch als TB.
Am Freitagabend werden wir entweder die Verfilmung von „Nichts als Gespenster“ ansehen oder einen Vortrag über „Alice“ hören; wer sich hierauf vorbereiten möchte, ist herzlich eingeladen eines oder beide Bücher (die ebenfalls Erzählungen enthalten) zu lesen.
Jede/r Teilnehmende sollte bitte entweder zwei Erzählungen seiner Wahl oder eine Erzählung und ein Motiv aus dem Roman „Daheim“ oder den Poetikvorlesungen intensiv vorbereiten.
Die Basis dazu wäre eine narratologische Analyse; auf ihr aufbauend könnten mögliche Zugänge sein
- Gattungsfragen: Sind die Erzählungen Short Stories im Sinne Raymond Carvers, den Hermann sehr schätzt?
- Intertextualität: welche Hinweise auf andere Autoren und Texte finden sich in den Werken? Welche Leseschlüssel geben sie uns?
- Psychoanalytische Lesarten: PSA ist mehrfach Thema in den Erzählungen; in den Poetikvorlesungen stellt Hermann zudem einen Bezug auch zu ihrem Schreiben her.
Andere Zugänge sind möglich und willkommen.
Selbstverständlich können Sie Forschungsliteratur hinzuziehen (eine Auswahl finden Sie hier im moodle Kurs) – doch liegt zu den neueren Werken noch nicht viel vor, so dass Freiraum für eigene Ideen bleibt.
Bitte geben Sie Luzia.Linstroem bis zum 20.12.2026 Bescheid, welche Texte Sie intensiv vorbereiten – daraus bauen wir dann das konkrete Programm.
Methodisch soll es folgende Schwerpunkte haben
- Einübung narratologischer Analyse an exemplarischen Erzählungen
- Diskussion von Genretypologie und ihrer Relevanz für Deutung und Rezeption
- Intertextuelle Bezüge (zu anderen Autoren/Werken)
- Intratextuelle Bezüge innerhalb des Werks von Hermann
- Zusammenhänge zwischen Poetik und Erzählwerk