Präsenzveranstaltung
- Thema:
- "Im Keller"
- Semester:
- Sommersemester 2026
- Zielgruppe:
- BA KuWi: Modul 25302/L2; MA NdL: Modul 26301/MANDL 1; Modul 26303/MANDL 3; Modul 26305/MANDL 5; und alle Interessierten
- Ort:
- Campus Bonn
- Adresse:
- Campus Bonn
- Termin:
- 26.06.2026
bis
27.06.2026 - Zeitraum:
- Freitag von 14:00 bis 22:00 Uhr und
Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr - Leitung:
- Prof. Dr. Alexandra Pontzen
- Anmeldefrist:
- 01.06.2026
- Auskunft erteilt:
- Prof. Dr. Alexandra Pontzen
- Hinweis:
- Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Der Keller ist ein literarisches und mediales Motiv mit langer Tradition. Reich an Assoziationen – zur Unterwelt wie zum Unterbewussten - dient er als Speicher, Lager, Schutzraum und Versteck, Gefängnis/Verließ, oft auch als Parallel- zur eigentlichen Lebenswelt: Erving Goffman zählt ihn zu den ‚Hinterbühnen‘ des Wohnens, wo „Bühnenrequisiten und Elemente der persönlichen Fassade“ untergebracht und verborgen werden, die „vorne“ (bzw. im „oben“) keinen Ort haben (Goffman 2004, S. 104). Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft haben, um dem Keller als ‚übersehenem Raum‘ gerecht zu werden, einen (symbolischen) „basement turn“ ausgerufen, der sich „marginalisierten Räumen zuwendet.
Im Seminar besprechen wir Texte und Filme, die mit diesen Intertexten und Konzepten spielen, indem sie sie zitieren, fort- oder neuschreiben.
Texte:
Thomas Bernhard: Der Keller. Eine Entziehung (1976)
Johann Wolfgang von Goethe: Auerbachs Keller in Leipzig (in: Faust I, VV2075ff.)
Wilhelm Hauff: Fanstasien in Bremens Ratskeller (1826) ???
Wolfgang Hilbigs Erzählung „Die Flaschen im Keller“ (1987); 8 Seiten https://www.hilbig-jahr-2021.de/lesarten/michael-hametner-interpretiert-die-flaschen-im-keller
Günter Grass: Der Zwiebelkeller (Blechtrommel, 2. Teil „Die Stoiber“ (S. 278ff), S. 326 (TB) „Soll ich oder soll ich nicht“)
E.A. Poe: Der Untergang des Hauses Usher (The fall oft the House of Usher)
E.A. Poe: Der schwarze Kater
Elfriede Jelinek: Im Verlassenen (https://original.elfriedejelinek.com/famstet.html)
Kafka: Der Bau
Andreas Maier: Der Ort (Keller /Onkel-Passagen)
Filme
Bong Joon-ho: Parasite (Originaltitel: 기생충 RR Gisaengchung, deutsch ‚parasitäre Würmer‘) (Südkorea 2019) – sehen wir gemeinsam am Abend des 26.6.
Ulrich Seidl: Im Keller (Dokumentarfilm Österreich 2014)
Oliver Hirschbiegel: Der Untergang (D‘schland 2004)
Hintergrund-Texte:
Gaston Bachelard: Die Poetik des Raumes 2007 (La Poétique de l’Espace, 1957)
Peter Payer (2008): Im Keller. Stichworte zur Phänomenologie des (städtischen) Untergrunds. In: dérive. Zeitschrift für Stadtforschung 33 (2008), S. 41-44.
Perla Korosec-Serfaty (1995): The Home from Attic to Cellar. In: Linda Groat (ed.): Giving Places Meaning (Readings in Environmental Psychology). London u.a.: Academic Press, S. 257-275
Silke Wenk (2001): Bunkerarchäologien. In: Dies. (Hg.): Erinnerungsorte aus Beton. Bunker in Städten und Landschaften. Berlin: Ch. Links Verlag, S. 15-37;
Erving Goffman (2004): Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag. München: Piper Verlag [1959]. S. 104.
Carmen Keckeis: „Self Storage: Eine soziologische Untersuchung des Bedarfs nach zusätzlichem Lagerraum im Kontext der Pluralisierung der Lebensstile“ (Dipl-Arbeit Wien 2012).
Beilage „Album“ der „Standard“-Ausgabe vom 20. April 2011: „Im Stauraum des Lebens“, Url: http://derstandard.at/1303950599567/ Reportage-Selbstlagerzentren-Im-Stauraum-des-Lebens [22. 2. 2014].