Präsenzveranstaltung

Thema:
Johann Peter Hebels Hausfreunde und Wegweiser
Semester:
Sommersemester 2026
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25303/L3; Modul 25306/L6; MA NdL: Modul 26304/MANDL 4; Modul 26305/MANDL 5;
Ort:
Karlsruhe (und hybrid)
Adresse:
Campus Karlsruhe
Termin:
16.07.2026 bis
18.07.2026
Zeitraum:
16.07.26: 14h00-20h00
17.07.26: 09h30-20h00
18.07.26: 09h30-13h00
Leitung:
Professor Dr. Peter Risthaus
M.A. Tanja Moll
Anmeldefrist:
08.07.2026
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich über die Online-Anmeldemaske an.
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Johann Peter Hebel hat mit Unverhofftes Wiedersehen, so behauptet es niemand anderes als Ernst Bloch, „die schönste Geschichte der Welt“ geschrieben. Letzterer besorgt 1965 eine Auswahl mit Kalendergeschichten und schreibt dazu ein berühmtes Nachwort. Zusammen mit Walter Benjamin, der sich bereits 1926 für Zeitung und Radio intensiv mit dem Dichter auseinandersetzt, sorgt er für eine Nachwirkung, die zu seiner Zeit für unwahrscheinlich gehalten werden muss, auch wenn Goethe die Alemannischen Gedichte freundlich rezensiert. Denn Hebel wird zu Lebzeiten eher als ‚Lokaldichter‘ wahrgenommen, der nicht dazu gemacht ist, in den Olymp der Weimarer aufsteigen. Später finden sich verschiedene seiner Geschichten in Lesebüchern des Deutschunterrichts. Auch kommt er in diversen Literaturgeschichten gar nicht vor. Hebel schreibt eben keine Romane oder Dramen, sondern kleine Geschichten, Schwänke, Anekdoten, die er in moralisch-aufklärerischer Absicht zunächst im Badischen Landkalender veröffentlicht, später im Volkskalender Der Rheinländische Hausfreund, dessen Redaktion er ab 1807 übernimmt. In der Folge veröffentlicht er eine Auswahl an Geschichten im berühmten Schatzkästlein. Er verhilft der Kalendergeschichte als epischer Kleinform zu einer Popularität, die auch Autoren wie Gottfried Keller, Jeremias Gotthelf, aber ebenso Karl May, Bertolt Brecht und Botho Strauß erfasst. Für Franz Kafka zählte er ohnehin zu den liebsten Autoren. Wir werden uns zunächst einigen Alemannischen Gedichten zuwenden, auch mit der Frage, welche Sprache eigentlich die deutsche Literatur spricht. Im Zentrum stehen in Folge einige Kalendergeschichten, deren medienkulturellen Kontext wir besonders berücksichtigen; denn was ist eigentlich dieser Kalender und in welchem Verhältnis steht er zu den ‚Geschichten‘? In dieser Perspektive stellen sich auch gattungstheoretische Fragen neu. Zuletzt wenden wir uns Hebels Wirkungsgeschichte zu, die Zauberhaftes wie Obskures zu bieten hat, z.B. einen Film des SWR, in dem Martin Heidegger den Hausfreund Hebel gegen die Gefahr aufbietet, die für ihn die Technik darstellt. Aber auch die Gegenwartsliteratur nimmt Bezug auf Hebel; hier schauen wir besonders auf Arnold Stadler. Der aus dem Oberschwäbischen stammende Autor bezieht sich in einer Monographie explizit auf ein Gedicht Hebels: Die Vergänglichkeit. Zudem weist sein Werk an verschiedenen Stellen Reminiszenzen zu Hebel auf, den er unter seine Lieblingsschriftsteller zählt.


Das Seminar ist für Anfänger wie Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet. Es wird vor Ort ergänzt durch einen Abendvortrag. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Kurzreferates zur Stellung von Hebel in einer Literaturgeschichte (Informationen folgen). Die Texte und Materialien werden in einem Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt.

Online-Anmeldung

Bitte füllen Sie das Formular vollständig aus. Eine Bestätigung über Ihre Teilnahme senden wir in den nächsten Tagen an Ihre E-Mail-Adresse.

Ich melde mich für: Präsenzveranstaltung Johann Peter Hebels Hausfreunde und Wegweiser (16.07.2026 bis 18.07.2026 in Karlsruhe (und hybrid)) verbindlich an.

Kontaktinformationen
Frau Herr ohne
/
Webredaktion | 20.02.2026