Präsenzveranstaltung

Thema:
Neue Vatergeschichten
Semester:
Wintersemester 2026/27
Zielgruppe:
Alle Interessierten
Ort:
Frankfurt
Adresse:
Campus Frankfurt/Main
Termin:
04.12.2026 bis
05.12.2026
Zeitraum:
Freitag, 04.12.2026, 16:00 Uhr bis
Samstag, 05.12.2026, 17:00 Uhr.
Leitung:
Dr. Wim Peeters
Anmeldefrist:
27.11.2026
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich über die Online-Anmeldemaske an.
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 18. März 2019 erklärt die Anthropologin Anna Machin, „warum Väter ebenso wichtig für Kinder sind wie Mütter“. Offenbar ist die Position des Vaters nicht selbstverständlich, und sie fällt nicht automatisch mit dem Erzeuger zusammen. Für den französischen Rechtshistoriker und Psychoanalytiker Pierre Legendre ist „die Idee des Vaters [...] zugleich die Materie, woraus die intergenerationellen Verhältnisse und Konflikte gemacht sind und worum es in ihnen geht.“ Es spielt dabei keine Rolle, „ob es sich dabei um familiale oder subjektive Konflikte handelt.“ Entscheidend ist, dass die Vater-Position besetzt ist, das heißt, dass der symbolische Vater – nicht im eigenen, sondern im Namen des sozialen Dritten – „die Grenze sagt“ und die „Gerüste des Verbots“ errichtet. Darin besteht das Amt des Vaters, und die Frage nach dessen Ausfüllung prägt Erzählungen von der Opfergeschichte Isaaks bis zur Romanliteratur der Gegenwart. Egal wie stark der toxische Gehalt auch sein mag, die unterschiedlichen Beziehungskonstellationen in den Erzählliteratur zeigen stets, dass eine Gesellschaft der Mütter alleine nicht ausreicht.

Nachdem wir uns in einem ersten Seminar zu diesem Thema mit etwas älteren Erzählungen beschäftigt haben, stehen nun Bücher aus dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts und der Folgezeit im Fokus, in denen die Vaterfigur nach ihrem Tod wiederkehrt. Der Besuch der ersten Veranstaltung wird nicht vorausgesetzt.


Lektüre:

  • Alice Ceresa: Der Tod des Vaters (1979). Aus dem Italienischen von Marie Glassl. Berlin 2024.
  • Annie Ernaux: Der Platz (1983). Aus dem Französischen von Sonja Finck, Berlin 2019.
  • Christoph Hein: Glückskind mit Vater. Berlin 2016.
  • Monika Helfer: Vati. Roman. München 2021.
  • Dana von Suffrin. Otto. Roman. Köln 2019.
  • Botho Strauß: Herkunft. München 2014.

Weiterführende Literatur:

· Michael Niehaus / Wim Peeters (Hg.): Mythos Abraham. Texte von der Genesis bis Franz Kafka. Stuttgart: Reclam 2009.

· Dieter Thomä: Väter. Eine moderne Heldengeschichte. München: Hanser 2008.

Online-Anmeldung

Bitte füllen Sie das Formular vollständig aus. Eine Bestätigung über Ihre Teilnahme senden wir in den nächsten Tagen an Ihre E-Mail-Adresse.

Ich melde mich für: Präsenzveranstaltung Neue Vatergeschichten (04.12.2026 bis 05.12.2026 in Frankfurt) verbindlich an.

Kontaktinformationen
Frau Herr ohne
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Webredaktion | 28.08.2026