Prof. Dr. Andrea Czelk

Lebenslauf

Andrea Johanna Czelk studierte von 1995 bis 2002 Rechtswissenschaften an der Universität Hannover. Während des Studiums war sie als Mitarbeiterin und Korrekturassistentin am Lehrstuhl für Zivilrecht und Rechtsgeschichte, am Lehrstuhl für Strafrecht und Strafverfahrensrecht sowie am Institut für Verfassungsrecht tätig. 2003 übernahm sie eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle an einem DFG-Projekt zu Reformforderungen im Familienrecht des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie promovierte dort 2004 mit einer Arbeit zum Kindschaftsrecht im Kaiserreich und den daraus resultierenden Folgen für die Strafzumessung beim sog. Kindesmord. Symbolische Gesetzgebung war dabei ein Schwerpunkt der Dissertation. Abschließend formulierte sie einen erfolgreichen Neuantrag zur internationalen Familienrechtsgeschichte.

Nach dem Referendariat am OLG Celle und der zweiten juristischen Staatsprüfung 2007 erweiterte sie ihre Forschungsvorhaben um wirtschaftsrechtliche Schwerpunkte (Besitz- und Eigentumsrecht sowie das Recht der Zahlungsdienste; jeweils auch mit Blick auf die Regelungsgeschichte und -probleme). Im Mai 2013 wechselte sie an den Lehrstuhl von Professorin Gräfin von Schlieffen an die FernUniversität Hagen und begann dort als Habilitationsstipendiatin das Projekt „Zwischen Recht und Gesetz. Zivilrechtsinstitute im Spannungsfeld von Kodifikation und Richterrecht.“ Seit dem Sommersemester 2016 leitet sie die Juniorprofessur für Bürgerliches Recht an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Selbständige Schriften

  • „Privilegierung“ und Vorurteil. Positionen der Bürgerlichen Frauenbewegung zum „Unehelichenrecht“ und zur Kindstötung im Kaiserreich, Böhlau 2005, 255 S. (Ausgezeichnet mit dem Fakultätspreis für herausragende Promotionen 2004)
  • Grundwissen Sachenrecht. 2., überarbeitete Auflage. Mohr-Siebeck/UTB, 2008, gem. mit S. Meder, XXV, 276 S.S.
  • Frauenrecht und Rechtsgeschichte. Sammelband, herausgegeben gem. mit S.. Meder und A. Dunker, Böhlau 2006, 396 S.
  • Kommentierter Quellenband „Die Rechtsstellung der Frau um 1900“, herausgegeben gem. mit S. Meder und A. Duncker, Böhlau 2010, 1105 S.

Aufsätze und Beiträge in Sammelwerken

  • Gleichberechtigung und Schutz – Zwangsläufig ein Widerspruch für die bürgerliche Frauenbewegung? – Am Beispiel der Kindstötung und des Unehelichenrechts – In: Meder/Duncker/Czelk, Frauenrecht und Rechtsgeschichte, Böhlau-Verlag 2006, S. 317 – 335.
  • Frauenrecht und Mutterschutz – Der Bund für Mutterschutz als einzig wahre Interessenvertretung unehelicher Mütter? In: Meder/Duncker/Czelk, Frauenrecht und Rechtsgeschichte, Böhlau-Verlag 2006, S. 351 – 367.
  • Verkannte Vordenkerinnen. Frauen als Objekte und als Gestalterinnen in der historischen Entwicklung des Strafrechts. In: djbZ – Zeitschrift des Deutschen Juristinnenbundes, Ausgabe 03/2008, S. 113 – 116.
  • §§ 675 c – 676 c BGB (Recht der Zahlungsdienste) , in: Schmoeckel/Rückert/Zimmermann (Hrsg.), Historisch-kritischer Kommentar zum BGB. Mohr Siebeck, 2013, 43 S. (gem. mit S. Meder)
  • §§ 783 – 792 BGB (Anweisung), in: Schmoeckel/Rückert/Zimmermann (Hrsg.), Historisch-kritischer Kommentar zum BGB, Mohr Siebeck, 26 S. (gem. mit S. Meder)

Rezensionen

  • Kathrin Wrobel, Von Tribunalen, Friedensrichtern und Maires – Gerichtsverfassung, Rechtsprechung und Verwaltungsorganisation des Königreichs Westphalen unter besonderer Berücksichtigung Osnabrücks. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 77, 2005, S. 371 – 373
  • Helmut Stubbe da Luz, Okkupanten und Okkupierte. Napoleons Statthalterregimes in den Hansestädten. Bd. 1: Modellkonstruktion – Vorgeschichte – Occupatio bellica; Bd. 2: Kontinentalsperre – Occupatio pacifica – Assimilationspolitik; Bd. 3: Konterokkupation – (Re-)occupatio bellicissima – Ausnahmezustand. Mit kommentierten Auszügen aus den Memoiren des Gouverneurs Thiébault. München 2004, 2005 und 2006. 641, 588 u. 593 S. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 79, 2007, S. 350 – 354
  • Welker, Karl H. L. (Hrsg.): Vom Ursprung der anwaltlichen Selbstverwaltung: Justus Möser und die Advokatur. Göttingen 2007. 77 S. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 80, 2008
  • Röwekamp, Marion, Juristinnen – Lexikon zu Leben und Werk, hg. v. Deutscher Juristinnenbund e. V. Nomos, Baden-Baden 2005. 466 S. Auf: Online-Ausgabe der ZRG - http://www.koeblergerhard.de/ZRG126Internetrezensionen2009/RoewekampMarion-Juristinnen.htm
  • Lampe, Jörg H., „Freyheit und Ordnung.“ Die Januarereignisse von 1831 und der Durchbruch zum Verfassungsstaat im Königreich Hannover. Hannover, 2009, 838 S. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 82, 2010, S. 473 – 475.
  • Piepenbring-Thomas, Carola: Recht in der Stadt Hannover. Dokumentierte Normdurchsetzung. Das Brücheregister des Stadtschreibers Joh. Halßbandt (1552-1566). Hannover, 2010, 309 S. In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 83, 2011, S. 341 – 343., in: Erscheinungsort, weitere Angaben

Jens Fischer | 05.12.2018