Nach 35 Jahren Repräsentanz in Karlsruhe – die FernUniversität beging dort am 22. Mai 2026 ihre letzte Alumnifeier
„Sie haben eine gewaltige Ausdauerleistung hinter sich, die in vielem an einen sportlichen Wettkampf erinnert.,“ bescheinigte Prof. Dr. Andrea Edenharter den Absolventinnen und Absolventen der Region Karlsruhe. Diese feierten mit Familienangehörigen und Freunden sowie weiteren Gästen ihren Studienabschluss in der Fächerstadt, wohin sie der dortige Campusstandort eingeladen hatte.
Rund 350 Studierende aus der Region haben in den vergangenen vier Semestern ihr Fernstudium abgeschlossen. Die badisch-pfälzische Großregion wird seit Jahresbeginn 2013 vom Campus Karlsruhe betreut, das auch für Fernstudierende im Saarland und den angrenzenden Räumen Luxemburgs, Frankreichs und der Schweiz zuständig ist. Dabei arbeitet der Campusstandort mit zahlreichen Partnern und Initiativen der Bildungs- und Arbeitswelt in der Region zusammen, deren Vertreter zum Teil an der Feier im Karlsruher Canisiushaus mitwirkten.
Foto: Fotostudio Eidens-HollGegenüber der aus rund 100 Gästen bestehenden Festgesellschaft würdigte Prof. Dr. Andrea Edenharter, Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und Inhaberin des Lehrstuhls für Staats- und Verwaltungsrecht, Europarecht, Religionsverfassungsrecht und Rechtsvergleichung, die außerordentliche Leistung der Alumni: „Sowohl die Medaillen bei Sportereignissen als auch Ihr Abschluss sind mehr als die Summe der erbrachten Leistungen. Sie sind der Beweis für Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Fähigkeit, am Tag X bei Prüfungen bereit zu sein und die beste Leistung abzuliefern.“ Als Voraussetzung hierfür nannte Prof. Dr. Edenharter, die die Glückwünsche im Namen von Hochschule und Rektorat überbrachte, auch die Unterstützung des persönlichen Umfelds, dem sie in Gestalt der anwesenden Angehörigen und Freunde ausdrücklich dankte und das sie mit in die Ehrung einbezog.
Als Vertreter der Stadt Karlsruhe überbrachte Clas Meyer ein herzliches Grußwort. Mit Blick auf die besonderen Herausforderungen des Fernstudiums bescheinigte der Leiter des Wissenschaftsbüros der Stadt den zur Feier erschienenen Absolventinnen und Absolventen, mit ihrem Abschluss neben Beruf, Familie und Verantwortung ein vollwertiges Universitätsstudium absolviert zu haben: „Das allein verdient Respekt!“ Zugleich würdigte er die Funktion des Campusstandorts Karlsruhe als „ein Knotenpunkt im wissenschaftlichen Netzwerk dieser Region“, der sich zu „einem festen Bestandteil der Karlsruher Hochschullandschaft entwickelt“ habe und mit seinem besonderen Studienangebot maßgeblich zur Vielfalt dieser Wissenschaftsstadt und zur gesellschaftlichen Entwicklung beitrage.
Anregende Impulse aus der Wissenschaft bot der Wissenschaftliche Berater des Campus Karlsruhe, Prof. Dr. Andreas Haratsch. Der Inhaber des Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie Völkerrecht und Direktor des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen diskutierte neueste Erkenntnisse zum Wahlverfahren für die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts. Dies traf gerade bei einem Karlsruher Publikum vor dem Hintergrund des Eklats um eine jüngere Neubesetzung in der „Residenz des Rechts“ auf ein reges Interesse.
Foto: Fotostudio Eidens-HollIm Rahmen eines Alumni-Talk erörterte Dr. Werner Daum, Leiter des Campus Karlsruhe, mit Leonie Flögel (Bachelor-Absolventin Psychologie) und Olivier Seubert (Bachelor-Absolvent Mathematik) die Gründe für ihr Studium ausgerechnet an der FernUniversität, die Höhen und Tiefen ihrer dortigen Studienerfahrung und die sich daraus ergebenden Empfehlungen für Studierende und Lehrende. Für den sicheren Studienerfolg empfahlen die beiden Absolventen den Fernstudierenden ein konstantes Durchhaltevermögen und ausgeprägtes Zeitmanagement; für die FernUniversität wünschten sie sich ein Überdenken mancher, den aktuellen Sparzwängen geschuldeten vorschnellen Entscheidung (wie bspw. die angestrebte Digitalisierungsoffensive). Denn dort setzen Leonie Flögel und Olivier Seubert derzeit ihr Studium im Master fort, wozu ihnen viel Erfolg zu wünschen ist.
In seinem Schlusswort unterstrich Dr. Werner Daum die historische Bedeutung dieser letzten Alumnifeier am Standort Karlsruhe der FernUniversität, auf den die FernUniversität – nach 35 Jahren ihrer dortigen Repräsentanz – zum Jahresende 2027 verzichten wird: „Wir sind sehr dankbar, dass wir für nahezu die Hälfte der vergangenen dreieinhalb Jahrzehnte die Fernstudierenden in der südwestlichen Großregion von Karlsruhe aus betreuen durften – von Pforzheim bis Saarbrücken und sogar nach Strasbourg, von Mannheim bis Basel und sogar nach Zürich –und wir bedanken uns dafür bei den Studierenden und Absolventinnen und Absolventen, bei Ihnen, die Sie sich unserem Standort zugeordnet haben.“
Beim anstehenden Stehempfang gab es für Alumni und Gäste ausreichend Gelegenheit für vertiefende Gespräche und Kontaktaufnahmen. Im Gästebuch bedankten sich viele Alumni, aber auch deren „stolzen Eltern“ und Partner:innen, „für 10 Jahre Begleitung durch die Fernuni“, eine „fachlich wie persönlich „lehrreiche Studienzeit“ und „für den tollen Standort Karlsruhe“. Die Veranstaltung fand in den Saxophon-Darbietungen der Solistin Helen Hofmann (Löwenstein) einen feierlichen musikalischen Rahmen.
Dr. Werner Daum