Sommersemester 2019

Modul V: Soziale Ordnungen: Politik und Wirtschaft im vorindustriellen Europa

Inhalte

Das Modul besteht aus einem breiten thematischen Angebot, das zum einen anhand von Beispielen aus Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit die Ziele des Moduls möglichst vielfältig abbilden, zum anderen aber auch den Studierenden die Möglichkeit geben soll, sich in diesem Vertiefungsbereich kurz vor der Masterarbeit epochal enger zu spezialisieren. Keines der Themen wird durch die drei Epochen verfolgt, keine Epoche ist durch alle möglichen Themen repräsentiert, doch von Studierenden in diesem Bereich des Master-Studienganges wird erwartet, dass sie in der Lage sind, thematische und auch methodi­sche Zugänge von einer Epoche auf die andere zu übertragen.

Durch die Bündelung der Kurse und ihre Zuordnung zu zwei der üblichen geschichtswissen­schaftlichen Kategorien „Politik“ und „Wirtschaft“, die auch den Gewichtungen der Kurse ent­sprechen, wird den Studierenden eine Schwerpunktsetzung nach Interesse ermöglicht. Die freie Kombinierbarkeit der angebotenen Kurse andererseits wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass moderne Kategorien wie „Politik“ und „Wirtschaft“ zwar auf vormoderne Verhältnisse anwendbar sind, die Trennbarkeit der darunter eingeordneten Phänomene in den vormodernen Strukturen aber nicht vorgegeben ist. So könnte man – obgleich die einzelnen Kurse Schwer­punkte setzen, die der Kategorie entsprechen, in die sie eingeordnet sind – jeden der Kurse mit gutem Recht auch in die je andere Kategorie einordnen: Bürgertum im antiken Athen und politi­sche Macht in Rom beruhten auf wirtschaftlichen Grundlagen, Absolutismus und „Merkantilis­mus“ gingen Hand in Hand; im Mittelalter waren Stadt und Land nicht zuletzt durch herrschaft­liche Bande verbunden, vormoderne Häfen blühten unter günstigen politischen Bedingungen auf, vorindustrieller Berg­bau bewegte sich im Rahmen des landesfürstlichen Bergregals. Vormo­derne Politik und Wirt­schaft sind zudem zwei Bereiche, die sich nur in den übergreifenden sozialen Ordnungsstruk­turen Alteuropas adäquat abbilden lassen. Hier ist vor allem die „Ord­nung durch Ungleichheit“ der Ständegesellschaft zu betrachten, die auf modernen Vorstellungen zuwiderlaufenden Formen von Diversität basierte und in den Lebensrealitäten ebenso wie in vielen Normen scheinbar grundlegende, zeitunabhängige Unterscheidungen – wie die zwischen den Geschlechtern – übertrumpfte (und beispielsweise Frauenherrschaft für selbstverständlich hielt).

Neuere Ansätze der Deutung politischer Zusam­menhänge blicken auf Aushandlungsprozesse in der vormodernen Präsenzgesellschaft anstatt auf traditionelle Verfassungsstrukturen, auf Ritua­le und Performativität, auf prosopographische Erforschung personeller Verbindungen; zur Be­schreibung von Ökonomie werden Begriffe wie „Vertrauen“ neben Netzwerkanalysen gesetzt. Die ganz unterschiedlichen Kursthemen sollen dazu dienen, diese Fragen beispielhaft durchzu­spielen.

 

Es müssen Kurse im Wert von 8 SWS belegt werden, wenn Sie dieses Modul studieren möchten (fettgedruckt = Kurse werden zur Zeit angeboten).

Kurs-Nr.
Titel
SWS
33540 Das archaische Griechenland: Gesellschaftliche Strukturen und die Entstehung der Bürgergemeinde
2
33541 Bürgerstaat und Demokratie: Die polis im klassischen Griechenland 2
33542 Die römische Spätantike im Bild (Hybrid-Kurs) 2
33543 Vormoderne Herrschaftspraxis im Vergleich: Ritual und Politik in der Römischen Antike und im ottonischen Mittelalter (Hybrid-Kurs) 2
34215 Absolutismus 2
33545 Late medieval Southeast Europe between Latin Christianity, Orthodoxy, and Ottoman Islam
2
33546 Stadt und Land im Mittelalter 2
33547 Land und Stadt im Mittelalter 2
33548 Hansische Häfen: Geschichte des Bremer und des Lübecker Hafens vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit 2
33549 Vorindustrieller Bergbau 2

Zusätzlich steht auf Moodle Felicitas Schmieder: Die mittelalterliche Stadt als thematische Ergänzung für an der Stadtgeschichte interessierte Studierende zur Verfügung.

Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen, sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der
moodle Lernumgebung des Moduls.
Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die BelegerInnen des Moduls automatisch geöffnet.

Modulbeauftragte

    LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas
    Apl. Prof. Dr. Thomas Sokoll
    Tel.: 02331/987-2123
    email: thomas.sokoll

      LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas
      Irmgard Hartenstein
      E-Mail: irmgard.hartenstein
      Tel.: 02331/987-2120

      Lernergebnisse/Kompetenzen

      Nach dem erfolgreichen Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage,

      • ökonomische und politische Strukturen und Entwicklungen in der Vormoderne darzustellen und   deren Einbettung in soziale Ordnungen zu analysieren.
      • die heuristische Anwendung moderner Kategorien, wie Politik oder Wirtschaft, auf vormoderne Strukturen zu würdigen und zugleich kritisch zu beurteilen.
      • die Aushandlungsprozesse vormoderner Präsenzgesellschaften zu vergleichen und zu beurteilen.

      Die Studierenden sind in der Lage, aus dem Erlernten eigene Schlussfolgerungen zu ziehen und neue Fragestellungen zu entwickeln.

      Die Studierenden haben

      • die Fähigkeiten zum selbstorganisierten Lernen ausgebaut, indem sie zeit- und ortsunabhängig lernen.
      • die Fähigkeit zum kooperativen Lernen durch die Teilnahme an Online-Kursen, durch Selbststudium innerhalb von Lerngruppen und durch die Teilnahme an Präsenz- und Online-Seminaren eingeübt.
      • erweiterte Medienkompetenzen durch die Integration digitaler Lehr-/Lernformen innerhalb des Moduls erworben.
      • im Rahmen der individuellen und/oder kollaborativen Auf- und Vorbereitung der Modulinhalte ihre Fähigkeit, Lern- und Arbeitsprozesse zeitlich, sachlich und sozial zu organisieren, entwickelt und gestärkt.
      • überdies erlernt, komplexe Inhalte auf fachwissenschaftlichem Niveau zu präsentieren und in einen größeren Bedeutungszusammenhang argumentativ einzubetten.

       

      Schritte zur Modulprüfung

      Durch die Prüfungsleistungen sollen Sie zeigen, dass Sie alle Kurse des Moduls durchgearbeitet und sich grundlegende Kenntnisse zu den zentralen Themen des Moduls angeeignet haben. Das heißt, dass wir als Prüfer grundsätzlich die Kenntnis aller Kurse (und ggf. weiterer Pflichtliteratur) voraussetzen. Praktisch gesehen ist es natürlich unmöglich, diese Kenntnisse in ihrer ganzen Breite umfassend und lückenlos überprüfen zu wollen. Das geht nur punktuell, d.h. durch sinnvoll ausgewählte Schwerpunkte, wobei die Art der Schwerpunktsetzung von der Prüfungsleistung abhängt, für die Sie sich entscheiden. Grob gesagt lässt sich in der mündlichen Prüfung noch am ehesten in die Breite gehen, während in der Hausarbeit die Vertiefung ansteht und die Klausur wiederum irgendwo dazwischen liegt.

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      Konkret und im Einzelnen: Bei einer mündlichen Prüfung können (und sollen) Sie die Schwerpunkte vorher mit Ihrer Prüferin oder Ihrem Prüfer absprechen. Dabei empfiehlt sich in der Regel die Schwerpunktsetzung auf einen bestimmten Kurs, wobei es dann in der Prüfung relativ einfach ist, von diesem Schwerpunkt aus die Bezüge zu den Inhalten der übrigen Kurse herzustellen. Je nach Prüferin oder Prüfer werden Sie um die Vorbereitung von einem oder zwei Themenschwerpunkten gebeten. Nach konkreter Absprache erarbeiten Sie ein Exposé, das von den Prüfenden mit Blick auf eine eventuelle Überarbeitung kommentiert wird. Das zwei- bis dreiseitige Exposé sollte einen Abriss der Themenfelder, Leitfragen und Thesen, eine Gliederung sowie eine Kurzbibliografie zentraler Forschungsliteratur, mit der Sie sich innerhalb der Themen auseinandergesetzt haben, umfassen.

      Bei Videoprüfungen bitte besonders frühzeitig mit dem Prüfer oder der Prüferin (siehe unten), dem Prüfungsamt und dem Studienzentrum wegen der Koordination eines Termins in Verbindung setzen!

      Siehe: Sonderregelungen

      Interessenten melden sich bitte zuerst bei den betreffenden Lehrgebieten, um einen Termin, eventuell auch einen Ersatztermin, bei der gewählten Prüferin oder dem Prüfer zu vereinbaren. Zur Prüfung hinzugezogen wird eine Beisitzerin oder ein Beisitzer zur Protokollführung, die oder der vom Lehrgebiet bestimmt wird.

      Klären Sie bitte danach an dem von Ihnen gewählten Studienzentrum, ob zum vereinbarten Termin eine technische Betreuung gewährleistet ist und eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter während der Prüfung anwesend sein kann. Anschließend melden Sie sich bitte beim Prüfungsamt, Frau Tyler, Tel. +49 2331 987-4626

      In einer Klausur haben Sie grundsätzlich drei Aufgabenstellungen zur Auswahl; nur eine davon ist zu bearbeiten. Dazu werden drei Themen zu vorher persönlich vereinbarten und vertiefend erarbeiteten Themenfeldern gestellt. Bitte setzen Sie sich zur Klärung des Themenbereichs beizeiten mit der jeweiligen Prüferin bzw. dem Prüfer in Verbindung. Dies muss spätestens am 15.06. bzw. 15.12. – dem letzten Termin, zu dem Sie sich online zur Prüfung anmelden können – möglichst aber deutlich früher, also sobald Sie sich für die Prüfungsform Klausur entschieden haben, geschehen (bitte beachten Sie, dass aus technischen Gründen die Klausurthemen bereits zwei bis drei Wochen nach diesem letzten Anmeldeldetermin seitens Ihrer Prüfer gestellt werden müssen).

      Bei einer Hausarbeit geht es darum, aus dem thematischen Feld des Moduls eine relativ enge (und als solche genau abgegrenzte) Fragestellung selbständig zu vertiefen. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie sich nicht nur innerhalb des Moduls, sondern sogar innerhalb eines Kurses mit Hilfe weiterer Literatur ‚spezialisieren’. Der weite Blick soll aber auch hier zum Tragen kommen: nämlich durch die Art und Weise, in der Sie (in der Regel in der Einleitung und am Schluss der Hausarbeit) Ihr ‚kleines’ Thema im Rahmen der übergreifenden Fragestellungen des Moduls platzieren.

      Für Themenabsprachen zu den einzelnen Kursen (Hausarbeit, mündliche Prüfung, ggf. Klausur) wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartnerinnen (verstehen Sie bitte die Angabe eines Prüfungsbetreuenden, zu der Sie aufgefordert werden, als rein formal: Für die tatsächliche Betreuung entscheidend sind die unten angegebenen Kursbetreuerinnen und Kursbetreuer).

       

      Kurs Epoche
      Ansprechpartner/in
      Prüfer/in

      Das archaische Griechenland: Gesellschaftliche Strukturen und die Entstehung der Bürgergemeinde

      Antike

      Dr. Konrad Stauner
      konrad.stauner

       

       

      Bürgerstaat und Demokratie: Die polis im klassischen Griechenland

      Antike

      Dr. des. Daniel Syrbe
      daniel.syrbe  

      Absolutismus

      Frühe Neuzeit

      Apl. Prof. Dr. Thomas Sokoll
      thomas.sokoll
      Late medieval Southeast Europe between Latin Christianity,
      Orthodoxy, and Ottoman
      Mittelalter
      Prof. Dr. Felicitas Schmieder
      felicitas.schmieder 

      Felicitas Schmieder: Die mittelalterliche Stadt

      Mittelalter

      Prof. Dr. Felicitas Schmieder
      felicitas.schmieder 
      Vorindustrieller Bergbau Frühe Neuzeit
      Apl. Prof. Dr. Thomas Sokoll
      thomas.sokoll

       

      Abschluss Themenabsprache (Meldung des Themas durch Kursbetreuer beim Prüfungsamt)

      bis spätestens:                                                        
      Teilzeitstudierende                                                    15.07.2019

      Vollzeitstudierende                                                    19.08.2019

      Für diesen Prozess sollten Sie genügend Zeit einkalkulieren. Zur Absprache eines Themas setzen Sie sich daher frühzeitig mit dem Kursbetreuer oder der Kursbetreuerin in Verbindung.

      Nach der endgültigen Themenstellung und Mitteilung des Abgabedatums (durch die Betreuungsperson über das Prüfungsamt) haben Sie 5 Wochen (Vollzeitstudierende) bzw. 10 Wochen (Teilzeitstudierende) Zeit, die Arbeit beim Prüfungsamt einzureichen (nicht beim Betreuer oder der Betreuerin – jedoch gehen eine word-Datei und eine pdf-Dateien an das Lehrgebietssekretariat).

      Die Meldefrist für Hausarbeitsthemen (s. o.) ist unbedingt einzuhalten. Bitte teilen Sie Ihrer Dozentin bzw. Ihrem Dozenten spätestens zur Anmeldung der Hausarbeit Ihre Matrikelnummer mit.

      Auf das Deckblatt Ihrer Hausarbeit notieren Sie bitte Name, Matrikelnummer, Post- und Email-Adresse, Titel der Arbeit, Betreuer/ Betreuerin (dies ist für die Zuordnung wichtiger als der/die Modulbetreuer/in), Modul und Abgabedatum.

      Bitte vermeiden Sie die feste Bindung (auch Spiralbindung) Ihrer Hausarbeit.

      Länge der Hausarbeit: ca. 20 Seiten DIN A 4 (bei ca. 2.500 Zeichen pro Seite inkl. Satz- und Leerzeichen), 1,5-zeilig, 12 pt, ausreichend Korrekturrand (vgl. auch den Beipackzettel, den Ihnen das Prüfungsamt mit der Themenmitteilung zusendet).

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für Ihre Prüfung!

       

       

      Prüfung

      Prüfungsform Prüfungsnummer Termin Anmeldeschluss
      Klausur  108053 Freitag, 06.09.2019, 14:00-18:00 Uhr 15.06.2019
      Hausarbeit  108052 während des Semesters 15.06.2019

      Mündliche Prüfung

       108054

      16.-19.09.2019

      Bitte halten Sie sich einen dieser Tage für Ihre Prüfung frei. In begründeten Ausnahmefällen können auch abweichende Termine vereinbart werden.

      15.06.2019

       

      Zur Prüfungsanmeldung

       

      Weitere Informationen zum Modul

      Lehrformen

      Selbststudium mit Print- und Onlinematerial

      Umfang

      Workload: 450 h, Credits: 15 ECTS

      Häufigkeit

      Das Modul wird im Sommer- und Wintersemester angeboten

      Dauer

      1 Semester

      Teilnahmevoraussetzungen

      Belegung und Bearbeitung der Module I bis IV; erfolgreicher Abschluss des Moduls I sowie eines der Module II – IV

      Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten

      Erfolgreicher Abschluss des Moduls I sowie eines der Module II – IV; Belegung und Bearbeitung von Kursen im Wert von 8 SWS, darunter der Online-Basiskurs; erfolgreich abgeschlossene Modulprüfung.

       

      Stellenwert der Note für die Endnote

      15/120