Sommersemester 2019

Modul VIII: Europa und die Vielfalt der Moderne: Mentalitäten, Ökonomie und Wissen im 19. und 20. Jahrhundert

Inhalte

Das Modul geht der Frage nach, welche politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Transformationsprozesse während des 19. und 20. Jahrhunderts die Herausbildung einer vielfältigen europäischen Moderne prägten. Im Zuge der Veränderung ökonomischer Strukturen unterlagen die Gesellschaften dieser beiden Jahrhunderte einem gravierenden Transformationsprozess, der sich unter anderem in der Formierung der bürgerlichen Gesellschaft abbildete. Der Kurs ‚Mythos Moderne. Bürgertum – Geschlechterrollen – Verwerfungen‘ vollzieht diesen Prozess nach, indem er schlaglichtartig (und mit Schwerpunktsetzung auf der deutschen Entwicklung) in wichtige gesellschaftsgeschichtliche Problembereiche vom ausgehenden 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert, dem sogenannten Bürgerlichen Zeitalter, einführt. Die ausgewählten Studien zu den drei Rahmenthemen ‘Gesellschaft im Wandel’, ‘Lebenswelten in der Moderne’ sowie ‘Europäische Moderne und Erfahrungen von Krise’ berücksichtigen die ganze Bandbreite sozio-ökonomischer, geschlechtergeschichtlicher, ökologischer und kultureller Aspekte. Anhand ausgewählter Beispiele soll in diesem Kontext erstens der These von der Transformation moderner Gesellschaften nachgegangen, zweitens der ‘Mythos Moderne’ am Beispiel spezifischer Lebenswelten veranschaulicht und drittens Gesellschaft(en) der (europäischen) Moderne in ihrer Ambivalenz kritisch hinterfragt werden. Der Online-Kurs ‚Globale Wissenskulturen‘ untersucht in einem ersten Schritt, wie ‚Wissen‘ möglicherweise definiert werden kann. Exemplarisch an zwei Feldern (dem Kolonialismus, der Ökonomie) wird gezeigt, dass ‚Wissen‘ zwischen Räumen zirkulierte und unterschiedlichste Akteure und Akteurinnen an seiner Verbreitung beteiligt waren. Im Anschluss an die Forschungen von Christopher Bayly wird auch die Beobachtung erörtert werden, dass sich um 1900 ein modernes Lebensgefühl herausbildete – neue technologische Erfindungen (wie die Fotografie oder auch der Film) wurden für einen Prozess konstitutiv, in dem Differenz und Diversität stärker als zuvor betont, diese aber in sich zunehmend angleichenden Formen zum Ausdruck gebracht wurden. Der Kurs „Geschichte des Finanzkapitalismus“ untersucht die Rolle von Finanzmärkten für die wirtschaftliche Entwicklung vom späten 18. bis zum ausgehenden 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf Deutschland, Großbritannien und den USA. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei einerseits der Verflechtung von Markt und Staat, andererseits der Einbettung von Marktverhältnissen in kulturelle und gesellschaftliche Strukturen. Im Kurs „Der europäische Wohlfahrtsstaat“ wird seine von Krisen und Neuorientierungen begleitete Entwicklung seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zusammenfassend und vergleichend vorgestellt, wobei sowohl unterschiedliche Ausprägungen als auch vereinheitlichende Tendenzen bei der Herausbildung des Wohlfahrtsstaates in den Blick genommen werden.

Alle Kurse müssen belegt werden, wenn sie dieses Modul studieren möchten.

Kurs-Nr.
Titel
SWS
33570 Geschichte des Finanzkapitalismus 2
33572 Wissensgeschichte in globaler Perspektive (online) 2
33573 Mythos Moderne. Bürgertum – Geschlechterrollen – Verwerfungen 2
34228 Geschichte des Wohlfahrtsstaats in Europa 2

Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen, sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der
moodle Lernumgebung des Moduls.
Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die BelegerInnen des Moduls automatisch geöffnet.

Modulbeauftragte

    LG Geschichte der Europäischen Moderne
    Dr. Arndt Neumann
    email: arndt.neumann
    Tel.: +49 2331 987 – 2764

      LG Geschichte der Europäischen Moderne
      Dr. Arndt Neumann
      email: arndt.neumann
      Tel.: +49 2331 987 – 2764

        LG Geschichte der Europäischen Moderne
        Prof. Dr. Alexandra Przyrembel
        email: alexandra.przyrembel
        Tel.: +49 2331 987 – 2110

          LG Geschichte der Europäischen Moderne
          Andrea Buczek
          E-Mail: lehrgebiet.przyrembel
          Telefon: +49 2331 987 – 2110

          Lernergebnisse/Kompetenzen

          Nach dem erfolgreichen Abschluss des Moduls sind die Studierenden in der Lage,

          • europäische Dynamiken und Mentalitäten aus kulturgeschichtlicher Perspektive einzuordnen und zu systematisieren.
          • Transformations- und Innovationsprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere die Herausbildung kapitalistischer Strukturen und die Herausbildung des Wohlfahrtstaates zu analysieren.
          • die Ausbildung globaler Wissenskulturen hinsichtlich der Dialektik von Diversität, Differenz und Homogenisierung zu bewerten.
          • die Entwicklung von Geschlechterverhältnissen zu beurteilen und diese Prozesse in nationaler und transnationaler Perspektive zu klassifizieren.
          • aus dem Erlernten eigene Schlussfolgerungen zu ziehen und neue Fragestellungen zu entwickeln.

          Die Studierenden haben

          • die Fähigkeiten zum selbstorganisierten, forschenden Lernen ausgebaut, indem sie zeit- und ortsunabhängig lernen.
          • die Fähigkeit zum kooperativen Lernen durch die Teilnahme an Online-Kursen, durch Selbststudium innerhalb von Lerngruppen und durch die Teilnahme an Präsenz- und Online-Seminaren eingeübt.
          • erweiterte Medienkompetenzen durch die Integration digitaler Lehr-/Lernformen innerhalb des Moduls erworben.
          • im Rahmen der individuellen und/oder kollaborativen Auf- und Vorbereitung der Modulinhalte ihre Fähigkeit, Lern- und Arbeitsprozesse zeitlich, sachlich und sozial zu organisieren, entwickelt und gestärkt.
          • komplexe Inhalte auf fachwissenschaftlichem Niveau zu präsentieren und in einen größeren Bedeutungszusammenhang argumentativ einzubetten, dies betrifft vor allem die Vielfalt der europäischen Moderne im 19. und 20. Jahrhundert.

          Schritte zur Modulprüfung

          Bitte vergessen Sie nicht, jede Prüfung unter Angabe der Prüfungsform und des Moduls beim Prüfungsamt bis zum 15. Juni (Sommersemester) bzw. 15. Dezember (Wintersemester) anzumelden.

          Im Master können Sie, mit modulspezifischen Variationen, Ihre Prüfungsleistungen in einer mündlichen Prüfung, einer Klausur oder einer Hausarbeit erbringen. In allen Prüfungen sollten Sie in der Lage sein, auf der Basis der Studienbriefe den Prüfenden Ihre eigenständige Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Thema deutlich zu machen. Dies setzt eine über die Inhalte aller Kurse eines Moduls hinausgehende Beschäftigung mit der themenspezifischen Literatur und dem Forschungsdiskurs voraus.

          weiterlesen...

          Bei einer mündlichen Prüfung können (und sollen) Sie die Schwerpunkte im Vorfeld mit Ihrer Prüferin bzw. Ihrem Prüfer absprechen. Dabei empfiehlt sich die Schwerpunktsetzung auf einen bestimmten Kurs –von diesem Schwerpunkt aus sind in der Prüfung die Bezüge zu den Inhalten der übrigen Kurse herzustellen. Je nach Prüferin oder Prüfer werden Sie um die Vorbereitung von einem oder zwei Themenschwerpunkten gebeten. Nach konkreter Absprache erarbeiten Sie ein Exposé, das von den Prüfenden per Mail oder telefonisch mit Blick auf eine eventuelle Überarbeitung kommentiert wird. Das zwei- bis dreiseitige Exposé sollte einen Abriss der Themenfelder, Leitfragen und Thesen, eine Gliederung sowie eine Kurzbibliografie zentraler Forschungsliteratur, mit der Sie sich innerhalb der Themen auseinandergesetzt haben, umfassen.

          Bei Videoprüfungen bitte besonders frühzeitig mit dem Prüfer oder der Prüferin (siehe untenstehende Übersicht), dem Prüfungsamt und dem Studienzentrum wegen der Koordination eines Termins in Verbindung setzen!

          Siehe: Sonderregelungen

          Interessenten melden sich bitte zuerst bei den betreffenden Lehrgebieten, um einen Termin, eventuell auch einen Ersatztermin, bei der gewählten Prüferin oder dem Prüfer zu vereinbaren. Jede Prüfung wird von einer Beisitzerin oder einem Beisitzer hinzugezogen, die bzw. der vom Lehrgebiet bestimmt wird, protokolliert.

          Klären Sie bitte anschließend an dem von Ihnen gewählten Studienzentrum, ob zum vereinbarten Termin eine technische Betreuung gewährleistet ist und eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter während der Video-Prüfung anwesend sein kann. Anschließend melden Sie sich bitte beim Prüfungsamt, Frau Tyler, Tel. +49 2331 987-4626

          In einer Klausur haben Sie grundsätzlich drei Aufgabenstellungen zur Auswahl; nur eine davon ist zu bearbeiten. Je nach Vorgabe der Prüferin bzw. des Prüfers werden entweder drei Themen zu vorher persönlich vereinbarten und vertiefend erarbeiteten Themenfeldern gestellt, oder aber die Aufgabenstellungen behandeln vorgegebene modulspezifische Zusammenhänge mit kursübergreifendem Charakter. Bitte setzen Sie sich zur Klärung der Vorgehensweise beizeiten mit der jeweiligen Prüferin bzw. dem Prüfer in Verbindung. Dies muss spätestens am 15.06. bzw. 15.12. – dem letzten Termin, zu dem Sie sich online zur Prüfung anmelden können – möglichst aber deutlich früher, also sobald Sie sich für die Prüfungsform Klausur entschieden haben, geschehen. Ihre Klausur sollte strukturiert und ausformuliert sein und einer nachvollziehbaren Argumentationsstruktur folgen.

          Für Themenabsprachen zu den einzelnen Kursen (Hausarbeit, mündliche Prüfung, ggf. Klausur) wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartnerinnen (verstehen Sie bitte die Angabe eines Prüfungsbetreuenden, zu der Sie aufgefordert werden, als rein formal: Für die tatsächliche Betreuung entscheidend sind die oben angegebenen Kursbetreuerinnen und Kursbetreuer):

          Kurs Epoche/ Region
          Ansprechpartnerin/ Prüferin
          Geschichte des Finanzkapitalismus  Neuzeit

          Dr. Arndt Neumann
          arndt.neumann

          Wissensgeschichte in globaler Perspektive (online)  Neuzeit

          Dr. Arndt Neumann
          arndt.neumann

           Mythos Moderne. Bürgertum – Geschlechterrollen – Verwerfungen  Neuzeit

          Prof. Dr. Alexandra Przyrembel
          alexandra.przyrembel 

           Geschichte des Wohlfahrtsstaats in Europa  Neuzeit Dr. Arndt Neumann
          arndt.neumann

          Bei einer Hausarbeit geht es darum, aus dem thematischen Feld der im Modul angebotenen Kurse oder der zum Modul angebotenen Präsenzveranstaltungen eine relativ enge (und als solche genau abgegrenzte) Fragestellung selbständig zu erarbeiten bzw. zu vertiefen. Dies bedeutet, dass Sie sich nicht nur innerhalb des Moduls, sondern sogar innerhalb eines Kurses mit Hilfe weiterer Literatur ‘spezialisieren’. Ideen für Hausarbeitsthemen sollten von den Studierenden zunächst selbständig erarbeitet werden. Die endgültige Themenfestlegung und Erstellung des Exposés erfolgen in enger Absprache mit der Prüferin bzw. dem Prüfer.

          Nach der Themenfestlegung erarbeiten Sie ein Exposé, das den Arbeitstitel Ihrer Hausarbeit, einen Entwurf Ihrer späteren Einleitung mit ausgearbeiteter Fragestellung, der Gliederung und einem vorläufigen Literatur- und Quellenverzeichnis (sowie Matrikelnummer, Name und Adresse und Angaben zum Studierendenstatus: Vollzeit/Teilzeit) enthält. Nach Abnahme des Exposés durch die Prüferin oder den Prüfer veranlasst diese/r die Themenstellung beim Prüfungsamt. Der weite Blick soll auch hier zum Tragen kommen, nämlich durch die Art und Weise, in der Sie (in der Regel in der Einleitung und am Schluss der Hausarbeit) Ihr Thema im Rahmen der übergreifenden Fragestellungen des Moduls platzieren.

          Abschluss Themenabsprache (Meldung des Themas durch die Kursbetreuerinnen oder Kursbetreuer beim Prüfungsamt)

          bis spätestens
          Teilzeitstudierende                                       15.07.2019

          Vollzeitstudierende                                       19.08.2019

          Für den Prozess, an dessen Ende die Formulierung/Begründung einer klaren Fragestellung steht, sollten Sie genügend Zeit einkalkulieren. Zur Absprache eines Themas setzen Sie sich daher frühzeitig mit dem Kursbetreuer oder der Kursbetreuerin in Verbindung. Die Meldefrist für Hausarbeitsthemen ist unbedingt einzuhalten. Bitte teilen Sie Ihrer Dozentin bzw. Ihrem Dozenten spätestens zur Anmeldung der Hausarbeit Ihre Matrikelnummer mit.

          Nach der endgültigen Themenstellung und Mitteilung des Abgabedatums (durch die Betreuungsperson über das Prüfungsamt) haben Sie fünf Wochen (Vollzeitstudierende) bzw. zehn Wochen (Teilzeitstudierende) Zeit, die Arbeit beim Prüfungsamt einzureichen (nicht bei der Betreuerin oder dem Betreuer – jedoch gehen eine Word-Datei und eine pdf-Datei an das Lehrgebietssekretariat).

           Auf das Deckblatt Ihrer Hausarbeit notieren Sie bitte Name, Matrikelnummer, Post- und Email-Adresse, Titel der Arbeit, Betreuerin/Betreuer (dies ist für die Zuordnung wichtiger als der/die Modulbetreuer/in), Modul und Abgabedatum.

          Bitte vermeiden Sie die feste Bindung (auch Spiralbindung) Ihrer Hausarbeit.

          Länge der Hausarbeit: ca. 20 DIN A 4 Seiten (bei ca. 2.500 Zeichen pro Seite inkl. Satz- und Leerzeichen), 1,5-zeilig, Schriftgrad 12 pt, ausreichend Korrekturrand (vgl. auch den Beipackzettel, den Ihnen das Prüfungsamt mit der Prüfungsanmeldung zusendet).

          Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Prüfung!

          Prüfung

          Prüfungsform Prüfungsnummer Termin Anmeldeschluss
          Klausur  108083 Mittwoch, 11.09.2019, 14-18 Uhr 15.06.2019
          Hausarbeit  108082 während des Semesters 15.06.2019
          Mündliche Prüfung  108084 während des Semesters 15.06.2019

           

          Zur Prüfungsanmeldung

           

          Weitere Informationen zum Modul

          Lehrformen

          Selbststudium mit Print- und Onlinematerial

          Umfang

          Workload: 450 h, Credits: 15 ECTS

          Häufigkeit

          Das Modul wird im Sommer- und Wintersemester angeboten

          Dauer

          1 Semester

          Teilnahmevoraussetzungen

          Belegung und Bearbeitung der Module I bis IV; erfolgreicher Abschluss des Moduls I sowie eines der Module II – IV

          Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten

          Erfolgreicher Abschluss des Moduls I sowie eines der Module II – IV; Belegung und Bearbeitung von Kursen im Wert von 8 SWS, erfolgreich abgeschlossene Modulprüfung.

          Stellenwert der Note für die Endnote

          15/120