ONLINE-Seminar

Thema:
Einführung in die Geschichte der Islamischen Welt
Veranstaltungstyp:
Online-Seminar
Semester:
Wintersemester 2026/27
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25202/G2; Modul 25204/G4; MA GeEu: Modul 26201/I; Modul 26202/II; Modul 26203/III; Modul 26204/IV; Modul 26209/IX; Modul 26210/X; MA Pol. Modul 26213/MV 6, offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort:
Online
Termin:
30.11.2026 bis
14.12.2026
Zeitraum:
Fünf Termine, montags/mittwochs, jeweils von 18.00 bis 21.00 Uhr per ZOOM

30.11.2026 (Montag)
02.12.2026 (Mittwoch)
07.12.2026 (Montag)
09.12.2026 (Mittwoch)
14.12.2026 (Montag)
Leitung:
Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
Ute Kemmerling M.A.
Anmeldefrist:
18.10.2026
Anmeldung:
ONLINE-Anmeldung unten auf dieser Seite.
Auskunft erteilt:
Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
E-Mail: juergen.nagel
Telefon: +49 2331 987 - 2114
Ute Kemmerling M.A.
E-Mail: ute.kemmerling
Karin Gockel
E-Mail: karin.gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Wer den Islam in den Blick nimmt, begegnet nicht nur einer Religion, sondern einer ganzen Welt. Die Geschichte dieser Welt ist eine Globalgeschichte an sich. Seine zahlreichen Berührungen, Überschneidungen und Verflechtungen mit anderen „Welten“ macht den Islam darüber hinaus zum unverzichtbaren Bestandteil jeder globalhistorisch gedachten Geschichtsforschung. Unverzichtbar ist gleichermaßen ein Verständnis seiner Diversität in Erscheinungsformen und Entwicklungszusammenhängen. In diese komplexe Welt will das Online-Seminar erste Einblicke vermitteln, die Grundlagen, aber auch Anregungen für eine weitere Beschäftigung mit dem Themenbereich bieten sollen.

Die Veranstaltung besteht aus insgesamt fünf Sitzungen. Diese sind großen Themenblöcken gewidmet, die jeweils exemplarisch diskutiert werden und aufeinander aufbauen.

1. Sitzung: Einführung und Grundlagen. In der einführenden Sitzung sollen erst einmal Grundlagen gelegt werden. Dazu gehört eine religionswissenschaftliche Einordnung des Seminarthemas ebenso wie konzeptionelle Grundlagen. Thematisiert werden die diversen Erscheinungsformen des Islams und die geschichtswissenschaftlichen Zugänge zur Islamischen Welt.

2. Sitzung: Die Islamische Welt als vernetzte Welt. Die zweite Sitzung des Seminars versucht eine Charakterisierung der Islamischen Welt zwischen Einheitlichkeit und Vielfalt, zwischen Fragmentierung und Brückenschlag. Dabei kommen die Verbreitungswege des Islams ebenso in den Blick wie die langfristigen Austauschbeziehungen. Ein Schwerpunkt der Sitzung wird dabei auf dem Indischen Ozean liegen.

3. Sitzung: Erneuerung und Erweckung im neuzeitlichen Islam. Während der Neuzeit, im Zeichen der Diversifizierung nach dem Ende der Zentralmacht des Kalifats, erlebte die Welt des Islams zahlreiche Strömungen, die auf Entwicklungen in der Welt des Islams oder in globalen Zusammenhängen reagierten. Diese Erneuerungs- und Erweckungsbewegungen, die vielfach ohne eine direkte Auseinandersetzung mit Europa entstanden, entwickelten prägende Einflüsse bis in die Gegenwart hinein. Zur Sprache kommen in dieser Sitzung u.a. die Wahhabiyya auf der Arabischen Halbinsel, Dschihad und Sokoto-Kalifat in Westafrika oder Sufi-Gemeinschaften in Indien.

4. Sitzung: Islam und Kolonialismus. In vielen europäischen Kolonien in Afrika und Asien lebten große islamische Bevölkerungsanteile – sei es unter britischer Herrschaft in Indien sowie in West- und Ostafrika, unter niederländischer in Indonesien, unter deutscher in Ostafrika oder unter französischer in Nord- und Westafrika. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden sogar Teile der „islamischen Kernlande“ in Mesopotamien und Levante kolonisiert. Die Kolonialmächte mussten sich dabei nicht nur mit sehr unterschiedlichen Gesellschaftsformationen auseinandersetzen, sondern auch mit einer diversen muslimischen Religionslandschaft. Neben einem allgemeinen Überblick widmet sich die Sitzung den Strategien zur Durchsetzung kolonialer Herrschaft in diesem Kontext, aber auch Genese von westlichen Islambildern auf der einen und muslimischen Widerstandsformen auf der anderen Seite.

5. Sitzung: Islam und Moderne. Die abschließende Sitzung des Seminars dreht die Blickrichtung um und fragt aus den Erfahrungen der Gegenwart heraus nach den lang- und mittelfristigen Traditionen, die zum Verständnis aktueller islamischer Bewegungen im postkolonialen Zeitalter erforderlich sind. Dazu gehören die Auseinandersetzung muslimischer Intellektueller mit der westlichen Moderne, die politische Reaktionen in der Islamischen Welt auf die westliche Dominanz im Weltsystem oder die Radikalisierungsprozesse in islamistischen Gruppierungen.

Literaturhinweise

Ende, Werner/Steinbach, Udo (Hg.): Der Islam in der Gegenwart, 5., aktualisierte und erweiterte Auflage, München: C. H. Beck, 2005.

Green, Nile: Sufism. A Global History, Chichester: Wiley-Blackwell, 2012.

Hourani, Albert: Der Islam im europäischen Denken, Frankfurt/Main: S. Fischer, 1994.

Krämer, Gudrun: Der Vordere Orient und Nordafrika ab 1500 (Neue Fischer Weltgeschichte, 9), Frankfurt/Main: S. Fischer, 2016.

Laffan, Michael F.: Under Empire. Muslim Lives and Loyalities across the Indian Ocean World, 1775-1945, New York: Columbia University Press, 2022.

Levtzion, Nehemia/Pouwels, Randall L. (Hg.): The History of Islam in Africa, Athens: Ohio University Press, 2000.

Loimeier, Roman: Muslim Societies in Africa. A Historical Anthropology, Bloomington: Indiana University Press, 2013.

Robinson, Francis: Islam, South Asia and the West, New Delhi: Oxford University Press, 2007.

Schimmel, Annemarie: Islam in the Indian Subcontinent (Handbuch der Orientalistik. Zweite Abteilung: Indien, 4), Leiden: Brill, 1980.

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Karin Gockel | 03.08.2026