Präsenzveranstaltung

Thema:
Sammeln, Staunen, Spenden: Das Museum der Rheinischen Missionsgesellschaft am Beispiel der Neuguinea-Sammlung
Veranstaltungstyp:
Präsenzveranstaltung
Semester:
Wintersemester 2026/27
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25202/G2; Modul 25204/G4; MA GeEu: Modul 26201/I; Modul 26202/II; Modul 26203/III; Modul 26204/IV; Modul 26209/IX; Modul 26210/X; MA Pol. Modul 26213/MV6; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort:
Wuppertal
Adresse:
Archiv- und Museumsstiftung der VEM
Rudolfstraße 137
42285 Wuppertal
Termin:
19.02.2027 bis
20.02.2027
Zeitraum:
Freitag, 19.02.2027, 9.00 bis 18.00 Uhr
Samstag, 20.02.2027, 9.00 bis 18.00 Uhr
Leitung:
PD Dr. Felicity Jensz
Anmeldefrist:
10.01.2027
Anmeldung:
ONLINE-Anmeldung unten auf dieser Seite
Auskunft erteilt:
PD Dr. Felicity Jensz
E-Mail: felicity.jensz
Telefon: +49 2331 987 - 2124
Karin Gockel
E-Mail: karin.gockel
Telefon: +49 2331 987 - 2122
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Bereits im 19. Jahrhundert brachten Händler, Kolonialbeamte, Forschungsreisende und Missionare eine große Anzahl von Objekten aus Neuguinea mit. Rainer Buschmann schätzt, dass allein in der deutschen Kolonialzeit 200.000 Objekte nach Deutschland gebracht wurden (Buschmann 2023). Ein Großteil dieser Artefakte gelangte in staatliche Museen oder private Kollektionen, darunter auch die Sammlungen der Missionsgesellschaften. Seit Sarr und Savoy ihren Bericht über koloniale Artefakte in französischen Museen (2018) veröffentlicht haben, wird eine kritische Debatte über Museen und Kolonialismus geführt. Während der Fokus dabei häufig auf staatlichen Museen liegt, wird dieses Seminar auch Missionsmuseen beleuchten, um die Komplexität des Problems zu veranschaulichen.

Im Rahmen dieses Seminars werden wir das Museum der Vereinte evangelische Mission (VEM) besuchen und uns insbesondere die Objekte aus Neuguinea ansehen. Wir werden uns mit der Geschichte der Rheinischen Mission und ihrer Tätigkeit in Neuguinea befassen, die Motive für die Errichtung einer Missionsstation analysieren und die Sammelnetzwerke untersuchen, in die sie eingebunden war. Die präsentierten Objekte besaßen das Potenzial, die Wahrnehmung Neuguineas seitens der Museumsbesucher:innen nachhaltig zu prägen. In diesem ortsgebundenen Seminar betrachten wir die Artefakte eigenständig und diskutieren die Verflechtungen zwischen Mission und Kolonien, Wirtschaft und Ethnografie sowie die Nachwirkungen der missionarischen Sammelpraktiken im Hinblick auf die gegenwärtige Zirkulation von Fremdbildern in der deutschen Gesellschaft.

Literatur:

Buschmann, Rainer F. Hoarding New Guinea : Writing Colonial Ethnographic Collection Histories for Postcolonial Futures. Critical Studies in the History of Anthropology. University of Nebraska Press, 2023. 3624103. eBook Academic Collection (EBSCOhost).

Hiery, Hermann Joseph. Das Deutsche Reich in der Südsee. Vandenhoeck und Ruprecht.1995.

Krüger, Patrick F./Radermacher, Martin (Hg). Missionsgeschtliche Sammlungen Heute. Campus, 2023.

Menzel, Gustav. Die Rheinische Mission. Aus 150 Jahren Missionsgeschichte. Verlag der Vereinigten Evangelischen Mission, 1978.

Sarr, Felwine, and Savoy Bénédicte. Zurückgeben. Über Die Restitution Afrikanischer Kulturgüter. Aus Dem Franzöischen von Daniel Fastner. Matthes & Seitz, 2019.

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Karin Gockel | 19.08.2026