Elemente einer Moodle-Kursumgebung am Beispiel des Moduls „Digital Humanities“

in Zusammenarbeit mit Helmut Hofbauer und Tunahan Keskin

Technische Voraussetzungen

Moodle, Videostudio, Zoom, PDF Annotation, Python (Jupyter Notebooks), MAXQDA, Oxygen (XML Editor), Transkribus

Vorbereitung

Erstellung der einzelnen Arbeitsmittel und Aktivitäten in Moodle, Aufnahme von Videos im (One Button) Studio, Vorbereitung der synchronen Meetings

Anzahl Studierende

im Modul: 60 – 100 Studierende bei 6 Betreuenden
Szenario eignet sich für unbegrenzte Zahl

Beratung

Fachmediendidaktiker*innen, ZLI

Diversität

Genderaspekte, Barrierefreiheit

Beschreibung

Mit dem Wahlmodul „Digital Humanities“ steht Studierenden des B. A. Kulturwissenschaften seit dem Wintersemester 2019/2020 eine Möglichkeit offen, sich interdisziplinär mit Digitalisierung in den Geisteswissenschaften zu beschäftigen. Dabei werden nicht nur die Potentiale der Digitalisierung für die Geschichtswissenschaft, die Literaturwissenschaft und die Philosophie thematisiert, sondern auch technisches Grundlagenwissen aus der Informatik. Diese vier Fachgebiete haben das Modul zusammen erarbeitet. Die im Modul vermittelten Kompetenzen im Bereich Digital Humanities können für Geisteswissenschaftler*innen wichtige Zusatzqualifikationen auf dem Arbeitsmarkt sein.

Das Modul bietet einen niederschwelligen Zugang zu Fragen der Digitalisierung und ihrer Bedeutung für die Geisteswissenschaften aus unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Perspektiven. Studierende der Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft und Philosophie können das Modul belegen. Manche haben aus anderen Kontexten bereits Erfahrungen mit der Digitalisierung und spezifischen technischen Voraussetzungen gesammelt, andere noch nicht. Ziel des Moduls ist es, die Fachperspektiven kennenzulernen, das technische Hintergrundwissen zu sammeln und dann entscheiden zu können, welche Spezialisierung vertieft werden möchte.

Für die Literaturwissenschaft geht es vor allem um Textkulturen, um das digitale Umsetzen von Texten. Dabei wird unter anderem mit XML und optional auch mit der Sprache Python programmiert. Die Geschichtswissenschaft betrachtet das Thema mit der Spezialisierung auf Biografie- und Erfahrungsgeschichte. Mit der Software MAXQDA werden Texte qualitativ analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist Textmining, die quantitative Analyse von lebensgeschichtlichen Quellen mit Python und Transkribus. Die Philosophie beschäftigt sich mit der Reflexion der Digital Humanities. Dort lesen Studierende kollaborativ Texte und Analysen mit Hilfe des Moodle-Plugins PDF Annotation. Aus der Informatik wurde vor allem der Basistext „Einsen und Nullen: Grundlagen der Digitalisierung“ beigetragen, der als PDF gelesen oder mit der App Papier/Digital-Brücke vorgelesen werden kann. Diese Grundlagen sind vor allem für Studierende gedacht, die vor dem Modul noch keine Kenntnisse in diesem Bereich hatten.

All diese Materialien, Aufgaben, Literaturangaben und Links sind von den am Modul Beteiligten in einer sehr gut strukturierten und übersichtlichen Moodle-Lernumgebung gesammelt worden und werden durch Einführungs- und Vertiefungsvideos ergänzt. Es gibt Foren für unterschiedliche Zwecke und detaillierte Informationen für die Studierenden. Das Digital Humanities-Team kuratiert außerdem einen Feed, der in die Umgebung eingebunden wurde und in dem aktuelle Netzfunde, Projekt oder etwa Summer Schools verlinkt werden. Zu den verwendeten Markup- und Programmiersprachen gibt es Tutorials. Schließlich ist eine weitere wichtige Komponente, die aber nicht unbedingt in Moodle umgesetzt wird, die Vorstellung studentischer Projekte, die im Rahmen des Moduls entstanden sind. Dazu wurde zum Beispiel bei der dieses Jahr stattgefundenen „Jahrestagung des Forschungsschwerpunktes digitale_kultur“ an der FernUni ein eigener Slot reserviert.

Screenshots aus der Moodle-Kursumgebung zum Modul Digital Humanities

Ein zentraler Aspekt für das Modul ist die enge Begleitung von und hohe Interaktion mit Studierenden. Durch den Info-Abend, der in jedem Semester stattfindet, können persönliche Kontakte geknüpft werden und den Studierenden fällt es leichter, sich mit ihren Belangen an die Dozierenden zu wenden. Daneben gibt es zu bestimmten Teilthemen begleitende Veranstaltungen, im Wintersemester z. B. zu digitalen Edition.

Im Laufe des Moduls müssen aus den drei geisteswissenschaftlichen Teilgebieten Aufgaben absolviert werden, damit sich die Studierenden mit allen Gebieten auseinandersetzen. Für die Geschichtswissenschaft ist das die Anwendung von MAXQDA oder Python/Transkribus, bei der Literaturwissenschaft müssen vier Tests absolviert werden und in der Philosophie eine Social-Reading-Aufgabe mit dem bereits angesprochenen Plugin PDF Annotation. Diese Aufgaben werden in der Moodle-Umgebung im sogenannten Digital Labor versammelt.

Die Umgebung wird ständig aktualisiert und überarbeitet. In Zukunft wird es noch einen weiteren Vertiefungskurs in der Geschichtswissenschaft zum Thema Darstellung von Geschichte in Computerspielen geben.

Weitere Informationen

Hinweise

  • Moodle-Tests: Fokus aus Lernstandskontrolle für Studierende mit Verweisen auf weitere Informationen (bei Defiziten)
  • reger Austausch innerhalb des Moduls und der Lehrenden des Moduls, als auch außerhalb in der Fakultät sehr wichtig

Kontakt

Übersicht

Ziele

  • niederschwelliger Einstieg in das Thema „Digital Humanities“
  • Aufzeigen unterschiedlicher fachspezifischer Herangehensweisen
  • Studierende sollen ihre eigenen Interessen am Thema entdecken und vertiefen

Kontext

  • Wahlmodul im B. A. Kulturwissenschaften
  • keine Voraussetzungen außer vorher abgeschlossenes Grundlagen-Modul

Herausforderungen

  • Heterogenität der Studierenden
  • sehr unterschiedliche fachliche Voraussetzungen
  • unterschiedliche Lernstrategien

Lösung

  • Angebot unterschiedlicher Anteile zum selbstständigen Erarbeiten von Inhalten
  • übersichtlich strukturierte Studienmaterialien
  • Prozessbegleitung durch Lehrende

Vorteile

  • viele verschiedene mediale Inhalte
  • Anpassungsfähigkeit
  • Möglichkeiten der individuellen Betreuung
  • Übersichtlichkeit

Nachteile

  • keine


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