Vielfalt in der Lehre

Der Studienerfolg der Studierenden hängt auch davon ab, wie sehr es gelingt, die Studierenden in ihrer (Lern-)Verschiedenheit wahrzunehmen und durch entsprechend individualisierte Lehr- und Lernkonzepte zu unterstützen.

Eine stärkere Individualisierung und Lernendenzentrierung stellt besondere Anforderungen an die Gestaltung der Lehr-Lern-Prozesse. Diesen kann im Fernstudium auf der Ebene der Mediendidaktik begegnet werden. Grundlegend hierfür ist auch, die Lehrenden im Hinblick auf ihre Medienkompetenz und durch organisationale Prozesse und Strukturen besonders zu unterstützen.

Prof. Dr. Uwe Elsholz, Leiter des Entwicklungsfeldes Diversitätssensible Lehre und Mediendidaktik im Diversitäts-Audit Foto: Hardy Welsch

Universitäten sollten nicht nur Wissen vermitteln, sondern Bildung ermöglichen – auch für Studierende mit unterschiedlichen Lebenswegen und Bildungshintergründen. Die Fernuni hat hier einen wichtigen bildungspolitischen Auftrag insbesondere im Hinblick auf beruflich qualifizierte Studierende. Digitale Medien sind für die Erreichung dieses Ziels ein wichtiges Hilfsmittel.

Prof. Dr. Uwe Elsholz, Leiter des Entwicklungsfeldes Diversitätssensible Lehre und Mediendidaktik im Diversitäts-Audit

Kriterien diversitätssensibler Lehre und Mediendidaktik (Positionspapier)

Das Positionspapier ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe im Diversitäts-Audit im Entwicklungsfeld „Diversitätssensible Lehre und Mediendidaktik“. Es gibt wichtige Hinweise zur Entwicklung einer Lehrstrategie. Bereits bestehende Prozesse und Instrumente zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre an der FernUniversität können im Hinblick auf Studienerfolg ergänzt werden.

Kriterien diversitätssensibler Lehre und Mediendidaktik können als Reflexionsportfolio die Arbeit der Studiengangkommissionen, der Studiengangskoordination, der Studienberatung oder der Prüfungsämter etc. unterstützen.

Inhalt des Positionspapiers

Leitlinien

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Leitlinien diversitätssensibler digitaler Fernlehre umfassen folgende Aspekte:

  • Eine diversitätssensible digitale Lehre wird als ein Qualitätsmerkmal in der Qualitätssicherung und -weiterentwicklung des Studiums an der FernUniversität in Hagen verstanden.
  • Die Lehrenden kultivieren ein klares Bild bezogen auf die Vielfalt und die damit verbundenen Besonderheiten der Fernstudierenden.
  • Die Beratungs- und Unterstützungsprozesse zur Begleitung von Studium und Lehre ermöglichen es, auf die Studierendenvielfalt einzugehen und zugleich die Anforderungen eines Universitätsstudiums für große Studierendengruppen zu berücksichtigen.
  • Die Lehrenden werden im Hinblick auf die Besonderheiten der Fernstudierenden wie der Fernlehre für ihre multiplen professionellen Rollen als Berater/innen, Wissensvermittler/innen, Lernbegleiter/innen, Prüfer/innen sensibilisiert.
  • Beim Einstieg in die Fernlehre sowie bei ihrer eigenen Entwicklung und der Weiterentwicklung ihrer Lehre und Lehrmaterialien werden die Lehrenden schnell und umfassend informiert und unterstützt.
  • Die Lehrenden werden im Hinblick auf ihre Medienkompetenz sowie Gender- und Diversitätskompetenz durch hochschuldidaktische Qualifizierungen unterstützt.

Studienstruktur

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Eine Studienstruktur, die diversitätssensible digitale Fernlehre ermöglicht und unterstützt, setzt einerseits klare wissenschaftliche Standards und bietet Orientierung, andererseits geht sie flexibel auf die Besonderheiten der Fernstudierenden ein:

  • Das Spektrum der curricular verankerten Prüfungs- und Lehrformen berücksichtigt die unterschiedlichen zeitlichen Verfügbarkeiten und die räumliche Gebundenheit der Fernstudierenden.
  • Die Gestaltung des Studienverlaufs, (ggf. auch fächerübergreifende) Wahlmöglichkeiten sowie Anerkennungsverfahren bereits erworbener (beruflicher) Kompetenzen schaffen eine inhaltliche Flexibilität, die die unterschiedlichen Erfahrungsprofile der Fernstudierenden aufgreift.
  • Curricula, die fachliche und berufspraktische Inhalte verknüpfen sowie peerbezogene Lehrformen vorsehen, nutzen die berufliche Expertise der Fernstudierenden.
  • Die Integration fachbezogener Diversitätsinhalte ins Curriculum sowie fächerübergreifender Kompetenzentwicklung eröffnen die Möglichkeit zur Reflexion des Nutzens von Vielfalt für fachbezogene Lern-, Forschungs- und Arbeitskontexte.

Lehr-Lernprozesse und -materialien

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Diversitätssensible digitale Lehr-Lernprozesse und -materialien sollten so gestaltet sein, dass sie

  • problembasierte Lernprozesse und -projekte ermöglichen, um so die Vielfalt und Erfahrungshintergründe der Studierenden nutzen zu können.
  • Flexibilität ermöglichen und damit die zeitlichen und örtlichen Verfügbarkeiten der Fernstudierenden berücksichtigen, z. B. durch eine Kombination von Online- und Präsenzformaten, Wissensvermittlung und begleitetem Selbststudium, Peer-Learning und Tutorien sowie synchrone und asynchrone Austausch- und Beratungsformate.
  • individuelle Organisation und Reflexion der eigenen Lernprozesse bei Studierenden anregen.
  • unterschiedliche Lernzugänge und Lernwege der Studierenden in der Leistungsüberprüfung berücksichtigen.
  • Lehrinhalte für die unterschiedlichen Lernwege und -tempi der heterogenen Studierendenschaft aufbereiten und dazu auch digitale Möglichkeiten nutzen.
  • die Reflexionskompetenz und Kreativität der Lehrenden und Studierenden fördern.
  • die Förderung und Unterstützung der erforderlichen Medienkompetenz der Studierenden mitdenken.
  • barrierefrei zugänglich sind.
  • Gender- und Diversitätskompetenz fördern.
  • diversitätssensible, gendergerechte Sprache und Visualisierung berücksichtigen.

Dokumente


Lehrstrategie

Im Rahmen des Diversitäts-Audits kam immer wieder die Frage nach einem gemeinsamen Lehrverständnis sowie der Hinweis auf den Modernisierungsbedarf der Fernlehre auf. Dadurch entstand die Idee, eine Lehrstrategie in einem partizipativen Prozess mit allen Hochschulangehörigen zu entwickeln, um sich auf ein hochschulweit geteiltes Grundverständnis für eine zeitgemäße Fernlehre zu verständigen. (In den Entwicklungsprozess fließen bereits existierende Strategiepapiere und Konzepte (z.B. Hochschulentwicklungsplan 2020, Handlungsleitlinien 2017-2020, Internationalisierungsstrategie, Inklusions-Konzept) sowie Prozesse (Diversitäts-Audit) und Maßnahmen mit ein.) Bei der Lehrstrategie ist nicht nur die Strategie selbst, sondern auch ihr partizipativer Entwicklungsprozess das Ziel. Denn im Rahmen des Prozesses erfolgt die Klärung des Selbstverständnisses als universitäre Lehrinstitution. Die somit hochschulweit getragene Lehrstrategie bildet die Grundlage, um Lehre auch als institutionelle Aufgabe zu sehen, ohne dabei die Handlungsmöglichkeiten der individuellen Lehrenden sowie ihre Verantwortung für die Lehre einzuschränken. Gleichzeitig gilt sie als leitende Maxime für Entwicklungsprozesse in vielen Bereichen der FernUniversität.

Gute Praxis

Beispiele „Guter Praxis“ zeigen Möglichkeiten, Wege und Techniken auf, wie bestimmte Fragestellungen der Fernlehre gelöst und entsprechende Lehr-/Lernformate erarbeitet werden können. Sie dienen zur Information und als Ideengeber für die Lehre an der FernUniversität, ohne dabei den Anspruch zu haben, die perfekte und einzige Umsetzungsmöglichkeit zu sein.

Die Kommunikation und der Transfer „Guter Praxis“ diversitätssensibler digitaler Lehre“ erfolgt in verschiedenen Formaten und über verschiedene Kanäle:

Forschungsprojekte zur Lehrentwicklung


Links


Kontakt

Dr. Heike Schütter

Dezernat 1 Hochschulplanung - Team Studium, Lehre und Diversität

E-Mail: heike.schuetter

Telefon: +49 2331 987-2481

Ihre Ansprechperson für den Prozess der Erstellung einer Lehrstrategie.

Julia Kreimeyer

Dezernat 1 Hochschulplanung - Team Studium, Lehre und Diversität

E-Mail: julia.kreimeyer

Telefon: +49 2331 987-2387

Ihre Ansprechperson für den Prozess der Erstellung einer Lehrstrategie.

Dr. Michael Hundt

Dezernat 1 Hochschulplanung - Team Studium, Lehre und Diversität

E-Mail: michael.hundt

Telefon: +49 2331 987-2601

Ihre Ansprechperson zur "Guten Praxis".

Marion Dahners | 14.11.2018