Lehrformate

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Didaktik

Bei der Planung eines Lehrprojekts gilt es, sich über die zahlreichen Möglichkeiten der didaktischen Gestaltung zu verständigen. Beachten und adressieren Sie dabei auch die kulturellen Unterschiede in Bezug auf die Erwartungshaltung der Studierenden.

  • Format: Tauschen Sie sich darüber aus, wie die Lehrinhalte vermittelt werden sollen. Onlinebasierte Lehre kann bei Bedarf durch einzelne Präsenz- oder Hybridanteile oder Gastvorlesungen ergänzt werden. Auch die Anteile synchroner und asynchroner Phasen sollten unter den Partnern besprochen werden.
  • Lehre und Betreuung: Abhängig davon, ob die Partner jeweils eigene Lehrinhalte und Pakete im Gesamtprojekt verantworten oder ein neues Angebot vollständig kollaborativ entwickelt wird, stellt sich auch die Frage der Aufteilung der Lehre und Betreuung der Studierenden. Diese kann sich entweder an den Inhalten orientieren oder jeder Partner ist für die Studierenden seiner eigenen Institution zuständig.
  • Virtual Exchange: In internationalen Lehrformaten bieten gemeinsame Aktivitäten und die direkte Zusammenarbeit unter den Studierenden einen entscheidenden Mehrwert. Dies kann sowohl in synchronen als auch asynchronen Phasen erfolgen. In international gemischte Gruppen können Studierende voneinander lernen und lernen, in interkulturellen Teams zusammenzuarbeiten. Integrieren Sie Aufgaben, bei denen die Studierenden am meisten durch die Zusammenarbeit voneinander profitieren. Offene, problembasierte Aufgaben und Projekte eignen sich hierbei besonders gut. Auch Gamification und forschungsbasiertes Lernen bieten zahlreiche Möglichkeiten.
  • Interkulturelle Kommunikation: die interkulturelle Dimension ist nicht nur in der Zusammenarbeit zwischen den Partnern, sondern auch für die Studierenden von Relevanz. Sie ist eine wichtige Bereicherung der internationalen digitalen Lehre und stärkt die interkulturelle Kompetenz der Studierenden. Allerdings erhalten die Studierenden diese Kompetenz nicht „automatisch“ durch Teilnahme an der Lehrveranstaltung, sondern durch bewusste und aktive Reflexion. Daher empfehlen wir, diese Dimension in der didaktischen Konzeption zu berücksichtigen.
  • Studierenden-Support: Besprechen Sie mit dem/den Partner(n), auf welche Weise die Studierenden betreut und unterstützt werden sollen und wie bestehende Praktiken an unterschiedliche Kohortengrößen und Vorkenntnisse angepasst werden können. Maßnahmen wie Untertitel für Videos können Studierenden helfen, Inhalte leichter zu verstehen.
  • Evaluation: Geben Sie Studierenden die Möglichkeit, Feedback zu geben und den absolvierten Kurs zu evaluieren. Diskutieren Sie die Ergebnisse bei Bedarf im Konsortium.

Technik und Tools

  • Tools: Bildungstechnologien können die Lehre bereichern, und es gibt eine Reihe von Werkzeugen, die Sie nutzen können. Das Zentrum für Lernen und Innovation der FernUniversität gibt mit seinem Tool-Guide (PDF 444 KB) eine Übersicht über die verschiedenen Tools, die z.T. auch im internationalen Kontext genutzt werden können, und ihre Einsatzszenarien. Nichtsdestotrotz kann es in einem internationalen Konsortium zu Kompatibilitätsproblemen der Anwendung kommen, und auch Regularien bspw. bei der Verwendung von Studierendendaten sind zu berücksichtigen. Darüber hinaus informiert das ZLI auf seiner Seite über Fragen der mediendidaktischen Gestaltung.
  • Learning Management Systeme (LMS): Institutionen verwenden häufig unterschiedliche LMS, daher sollte bei der Entscheidung darüber, welches LMS zum Einsatz kommen soll anhand notwendiger Features der Lehre sowie der Zugänglichkeit für externe Studierende entschieden werden. Die FernUniversität betreibt die Offene Moodle-Plattform, die frei zugänglich ist und sich hervorragend für die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern eignet.

Icebreaker-Aktivitäten in Online-Settings: Kleine Icebreaker-Aktivitäten zu Beginn einer synchronen Veranstaltung können dabei helfen, Studierende in kollaborativen Settings aufzuwärmen und zu aktivieren. Je nach Gestaltung, können hierbei interkulturelle Betrachtungsweisen mit einfließen.

  • Word Clouds (bspw. über mentimeter): Abfrage von Assoziationen der Studierenden mit bestimmten Begriffen oder Bildern. Analog dazu der sog. Chatstorm: es wird ein Bild (bspw. eines alltäglichen Objekts) gezeigt und Studierende schreiben gleichzeitig in den Chat, was ihnen dazu spontan in den Sinn kommt. Einzelne Studierende können dazu aufgefordert werden, ihre Antwort näher zu erläutern.
  • Gegenseitige Vorstellung: In Breakout-Räumen stellen sich Studierende in kleinen Teams gegenseitig vor. Bei der Rückkehr in den Hauptraum werden einzelne Studierende gebeten, etwas über ihren Teampartner zu erzählen.
  • Kleine Gruppendiskussionen: In Breakout-Räumen können Studierende in kleineren Teams (Senkung der Hemmschwelle) ein bestimmtes Thema oder eine Frage diskutieren. Dies kann sowohl ein harmloses alltägliches Thema sein (bspw. „Was ist ein interessanter Fakt über deine Heimatstadt?“) oder mit dem fachlichen Schwerpunkt der Veranstaltung zusammenhängen.
International Office | 29.09.2023