Bei der Erstellung von Texten passiert es schnell, dass man bei der Überarbeitung hier und da noch mal ein paar Leerzeichen einfügt, um Text optisch zu verschieben oder auch über die Enter-Taste nochmal den Abstand vergrößert.
Doch gerade diese schnellen Anpassungen führen eher zu einer Verschlimmbesserung, denn technisch gesehen sind sie keine Gestaltungselemente und erschweren sogar die Orientierung im Text.
Screenreader interpretieren sie als zusätzlichen Inhalt und lesen diese leeren Zeilen als „leer“ oder erzeugen hörbare Pausen. Dadurch wird der Lesefluss unterbrochen und die Orientierung geht verloren. Für Menschen, die mit Screenreadern arbeiten, können die Leerstellen daher wie Stolpersteine auf einem Gehweg wirken.

Für sehende Nutzer*innen können überflüssige Leerzeilen ebenfalls problematisch sein. Wird ein Text im Web vergrößert oder auf einem kleineren Bildschirm dargestellt, verschieben sich die Inhalte. So entstehen plötzlich große Lücken, die den Zusammenhang zwischen Überschrift und Text auflösen.
Abhilfe schafft es, wenn man anstelle von Leerzeichen Abstände über definierte Tabstopps einfügt und in Word Zeilenabstände nur über den Absatzabstand erhöht.
Auch die Ausrichtung von Text spielt eine Rolle. Linksbündiger Text bietet eine klare Orientierungslinie. Jede Zeile beginnt an derselben Stelle und macht es dadurch einfacher, den Anfang der nächsten Zeile zu finden.
Zentrierter oder rechtsbündiger Text verschiebt den Zeilenanfang jedoch ständig. Das ist vergleichbar mit einer Treppe, deren Stufen unterschiedlich breit sind. Man kann sie zwar benutzen, aber jede Stufe erfordert neue Aufmerksamkeit. Für Screenreader-Nutzende wird es schwieriger, Strukturen zu erkennen und Inhalte effizient zu erfassen. Auch Blocksatz stellt eine Barriere dar, da er ungleichmäßige Wortabstände erzeugt und damit den Lesefluss beeinträchtigt.

Gerade längere Fließtexte sollten daher grundsätzlich linksbündig ausgerichtet werden. Der Flattersatz ermöglicht gleichmäßigen Lesefluss ohne Lücken und erleichtert das Springen zur nächsten Zeile. Auch die unterschiedlichen Zeilenlängen am rechten Rand helfen dem Auge, den Zeilensprung zurück zum Zeilenanfang zu finden.
