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Bericht: Die Ukraine im Fokus beim Café Kyiv
[18.03.2026]23. Februar 2026, Berlin
Am 23. Februar 2026 fand in Berlin zum vierten Mal die Veranstaltung Café Kyiv auf Initiative der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit etwa 170 Partnern statt. Cafe Kyiv verbindet Politik, Wissenschaft, Kultur, Innovation und Networking in Form eines ganztägigen Festivals, dessen Ziel es ist, einem breiten Publikum die Ukraine, ihre Gesellschaft, Kultur und Zukunftsvisionen näherzubringen und den gesellschaftlichen Dialog über den Krieg Russlands gegen die Ukraine, die europäische Sicherheit und den Wiederaufbau nach dem Krieg zu fördern.
In diesem Jahr wurde Café Kyiv im Berliner Kulturzentrum Colosseum veranstaltet und zog rund 5.000 Besucher:innen an. Unter dem Motto “Freedom must win” fanden über 120 Diskussionen, Vorträge und Workshops mit Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft statt.
Die offizielle Eröffnung erfolgte in Anwesenheit des Bundeskanzlers Friedrich Merz und der Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Annegret Kramp-Karrenbauer. Einzelne Podiumsdiskussionen befassten sich mit dem Leben in besetzten Gebieten, der Dokumentation von Kriegsverbrechen sowie mit moderner Kriegsführung durch Drohnen, Cyberoperationen und Informationskampagnen. Ergänzt wurde das Programm durch Ausstellungen, Filmvorführungen und einen Markt mit ukrainischem Design und Handwerk. Auch die ukrainische Küche und der informelle Austausch boten Raum für Begegnungen und neue Kontakte zwischen deutschen und ukrainischen Gästen.
Besondere Aufmerksamkeit galt den Themen Erinnerung und Erinnerungspolitik. Diskutiert wurde, wie der Krieg den Umgang mit Geschichte in der Ukraine und in Europa verändert und wie Gesellschaften auf Erfahrungen von Krieg, Besatzung und Gewalt reagieren. Im Mittelpunkt standen die Rolle von Historiker:innen, Museen, Kulturinstitutionen und zivilgesellschaftlichen Initiativen bei der Gestaltung von Erinnerungskultur, der Dokumentation von Kriegsverbrechen und der Sicherung von Zeugnissen des Krieges. Auch die Dekolonialisierung historischer Narrative und die Neubewertung des sowjetischen Erbes wurden angesprochen. Damit richtete das Programm den Fokus auf historische Interpretation als Teil der Kriegsführung.
Felix Ackermann, Professor am Lehrstuhl für Public History, moderierte die Podiumsdiskussion „Learning from Eastern Europe: dissidents as pioneers of a resilient democracy: What are the core insights from Central Eastern European dissident movements?“ Im Zentrum standen die Erfahrungen osteuropäischer Dissidenten, darunter Vasyl Stus, sowie die Frage, wie sich Solidarität und demokratische Widerstandskraft in Europa stärken lassen. Die Diskussion wurde von Katja Schlenker im Auftrag des Gerhart Hauptmann Hauses in Düsseldorf organisiert. Dort ist noch bis zum 27. März eine von Margarita Yegorchenko kuratierte Ausstellung über Vasyl Stus zu sehen.
Die Organisator:innen betonen, dass Café Kyiv nicht nur einen diskussionsorientierten, sondern auch einen symbolischen Charakter hat: Die Veranstaltung zeigt die Unterstützung für die Ukraine und macht darauf aufmerksam, dass der Krieg gegen sie direkte Auswirkungen auf die Sicherheit und Zukunft ganz Europas hat.
Foto: Viktoria Naumenko