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Impuls: Felix Ackermann hält Zivilcourage-Rede der Willy-Aron-Gesellschaft

[03.11.2026]

10.11.2026, 18 Uhr, Villa Concordia, Bamberg


Neue Erkenntnisse über die aktive Beteiligung der Stadt Bamberg an der Verfolgung der Schauspielerin Mina Barthel führen zur Geschichte des Böttingerhauses. Der Historiker Felix Ackermann zeigt in seinem Vortrag unter dem Titel „Bamberg, Barthel und Bayerlein“, wie sich Bamberg am Eigentum der jüdischen Mäzenin und Eigentümerin des Barockpallais bereicherte, ihre Deportation mitorganisierte und nach ihrem Mord durch die SS im besetzten Lettland den mit ihr geschlossenen Vertrag brach. Dieser sah vor, dass das Böttingerhaus öffentlich zugänglich sein und an den Maler Paul Barthel erinnern soll. In der Judengasse 14 kreuzt sich dessen Geschichte mit dem Lebensweg des Malers Fritz Bayerlein, der 1943 nach der Bombardierung Münchens in die Gemächer der Barthels zog. Felix Ackermann erklärt in seinem Vortrag, warum das Werk von Paul Barthel weitgehend vergessen ist, während über den NS-Unterstützer und -Nutznießer Bayerlein bis heute in Bamberg diskutiert wird. Dafür recherchierte er zur Mikrogeschichte des Hauses in der Judengasse 14 während des Nationalsozialismus in fränkischen Archiven.

In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren unterschiedliche Vertreter der Stadtgesellschaft den heutigen Umgang mit der aktiven Rolle der der Stadt Bamberg im Holocaust. Ist diese Geschichte vollständig aufgearbeitet? Welche Lücken bleiben? Warum gibt es in Bamberg einen Fritz Bayerlein Weg und keine Mina und Paul Barthel Straße? Wie kann die Stadt 84 Jahre nach dem Mord an Mina Barthel ihr Testament erfüllen?

Stadtrat Christian Hader in Vertretung von Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier

Dr. Eleonore Cagol, Kuratorin für die Kulturelle Bildung bei den Museen der Stadt Bamberg

Dr. Fabian Ludovico, Leiter der Bamberger Museen

Prof. Dr. Felix Ackermann, lehrt Public History am Historischen Institut der FernUniversität in Hagen

Moderation: Dr. Christa Horn

Der Vortrag ist Teil eines Forschungsprojekts über die Geschichte der Bundesrepublik als postnationalsozialistische Gesellschaft. Die Ergebnisse sind im MA Geschichte Europas im Modul 26212 als Studienbrief in der Lehre im Einsatz und erscheinen 2028 in Buchform.

13. Zivilcourage-Rede der Willy-Aron-Gesellschaft

Zeit: Dienstag, 10.11.2026, 18.00 Uhr

Ort: Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg

Kooperationspartner: Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg

Mina BarthelFoto: Mina Barthel, gemalt von Paul Barthel © Museum der Stadt Bamberg