Literaturwissenschaft

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0898 - Modul 25301, 0899 - Modul 25302, 0700 - Modul 25303, 0719 - Modul 25304,
0723 - Modul 25305, 0724 - Modul 25306, 0828 - Modul 26309

0898 – Modul 25301: Einführung in die Literaturwissenschaft

Modul-Nummer 08980 - 08981 - 08982 - 08984 - 08985
Enthaltene Kurse
ECTS * 15

* ECTS = European Credit Transfer and Accumulation System

Grundlagen der Literaturwissenschaft (Online)

Autoren: Lehrende des Lehrgebietes Neuere deutsche Literatur

Ehemalige Original-Nummer: 03580

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Ziel des Kurses „Grundlagen der Literaturwissenschaft“ ist die Vermittlung der wesentlichen literaturwissenschaftlichen Gegenstände, Begrifflichkeiten und Analysemethoden. Ausgehend vom Literaturbegriff, seinen unterschiedlichen Fassungen zwischen den Polen der mimetischen und materialästhetischen Literatur sowie den zugehörigen Sprach- und Autorschaftskonzepten problematisieren die Einheiten des Videokurses den wissenschaftlich angemessenen Umgang mit den drei Hauptgattungen Lyrik, Dramatik und Epik anhand entsprechender literarischer Artefakte der sog. E- wie auch der sog. U-Literatur aus verschiedenen Epochen der Neueren deutschen Literaturgeschichte.

Ringvorlesung Literaturgeschichte (Online)

Autoren: Lehrende des Lehrgebietes Neuere deutsche Literatur

Ehemalige Original-Nummer: 03581

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Die als Videokurs gestaltete „Ringvorlesung Literaturgeschichte“ vermittelt einen grundlegenden Überblick über die Neuere deutsche Literaturgeschichte von ihren Anfängen in der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart sowie zu den aktuellen Problemen und Herausforderungen der Literaturgeschichtsschreibung. Die jeweiligen Einheiten behandeln sowohl kanonische als auch nicht-kanonische Autor*innen einer Epoche, Strömung oder Bewegung, deren Werke unter verschiedenen literaturwissenschaftlich relevanten Fragestellungen problematisiert und kultur- sowie medienhistorisch kontextualisiert werden.

Vertiefung Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft

Autor: Jablonski

Ehemalige Original-Nummer: 03582

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Einerseits liefert der Kurs „Vertiefung Literatur- und Medienwissenschaft“ ergänzende Lektüren von Primär- und Sekundärtexten zu den beiden Kursen „Grundlagen der Literaturwissenschaft“ und „Ringvorlesung Literaturgeschichte“. Andererseits vertieft und erweitert er das dort vermittelte Wissen in einer kultur- und medienwissenschaftlichen Perspektive und bietet darüber hinaus durch Vertiefungseinheiten u.a. zur Erzähltext- und Filmanalyse, zu Gender-Studies oder zum wissenschaftlichen Arbeiten ein für die konkrete wissenschaftliche Arbeit mit literarischen und anderen medialen Texten operationalisiertes Propädeutikum für das weitere BA-Studium.


0899 – Modul 25302: Kultur, Literatur und Medien

Modul-Nummer 08990 - 08991 - 08992 - 08994 - 08995
Enthaltene Kurse
ECTS 15

Gattung/Genre/Format

Autor: Niehaus

Ehemalige Original-Nummer: 03550

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Über literarische Texte und andere mediale Artefakte kann man nur sprechen (und infolgedessen auch nur nachdenken), wenn man über gruppenbildende Begriffe verfügt. Es lässt sich kaum eine Kultur vorstellen, für die sie nicht essenziell wären. Man hat nicht einfach ein Buch gelesen, sondern einen Fantasy-Roman; man hat nicht einfach einen Film gesehen, sondern einen Thriller; man hat nicht einfach ferngesehen, sondern eine Talk-Show konsumiert.

Die Verwendung solcher Begriffe ist implikationsreich. Unsere Kultur und unsere Medien sind strukturiert durch Formen, die auf dem Gebiet der Literatur klassischer Weise unter dem Begriff der Gattung subsumiert werden, die in Bezug auf den Film im allgemeinen Genres genannt werden und die, was das Fernsehen betrifft, als Formate firmieren.

Der Studienbrief gibt zunächst einen Einblick in die vielfältigen Problemfelder der Gattungstheorie. Dazu gehört die Geschichte des Nachdenkens über einzelne Gattungen ebenso wie die systematische Reflexion über den Stellenwert der sogenannten Gattungstrias, die Rekonstruktion der Tätigkeit des Definierens und Klassifizierens von literarischen Texten ebenso wie die Frage nach dem Status von Gattungen. Dabei wird erörtert, inwiefern Gattungen als Institutionen betrachtet werden können.

In einem zweiten und dritten Schritt wird der Begriff der Gattung mit Hilfe der Kategorien Genre und Format angereichert und hinterfragt. Auf diese Weise werden mediale und die institutionelle Dimension der Gruppenbildungsbegriffe herausgearbeitet.

Literatur und Medien

Autor: Niehaus

Ehemalige Original-Nummer: 03551

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Zur Frage nach den Medien gibt es keinen Zugang ohne Literatur, ohne historisierende, theoretisierende und fiktionalisierende Zugänge aus der Welt der Litterae, der Buchstaben. Zweitens ist die Welt der Kultur, die gerne mit Literatur in Verbindung gebracht wird, immer schon geprägt von einem Zusammenspiel unterschiedlichster Medien. Das kulturelle Geschehen ist drittens nicht beliebig, sondern immer eingefasst in institutionelle Zusammenhänge, welche die Vermittlung – Medium heißt eben auch Mittler, Öffentlichkeit, Gericht – kanalisieren, subventionieren oder mit mehr oder weniger Gewalt korrigieren. Viertens verbreitet sich die Welt der Erzählungen nicht nur über das Medium Literatur, sondern auch über eine ganze Reihe anderer Medien, die keine Supplemente sind, sondern sich vielmehr von Beginn an und unablässig auf die Art und Weise des Erzählens ästhetisch auswirken.

Der Studienbrief führt zunächst in diese vier grundlegenden Dimensionen ein und bietet einen Überblick der Auswirkungen auf die prägenden Medien unserer Kultur in historischer Reihenfolge. Zu jedem Kapitel werden nach einem einführenden Text Ausschnitte aus wirkmächtigen medientheoretischen Texten, die relevante Problemstellungen zugänglich machen, angeboten.

Begleitende Übungsaufgaben ermöglichen, anhand von Fragmenten aus historischen und literarischen Quellen, sich mit den Auswirkungen der medialen Einschnitte vertraut zu machen. Weitere Begleitangebote werden in Moodle bereitgestellt.

Perspektiven auf Kultur und Medien

Autorin: Güsken

Ehemalige Original-Nummer: 03552

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Unser Kulturbewusstsein ist nicht einfach historisch gewachsen; es ist das Ergebnis einer unablässigen gesellschaftlichen Aushandlung, die von medial geformten Praktiken unterschiedlicher Art bestimmt wird. Die Gesellschaft verfügt über vielfältige Verfahren zur Herstellung von Kultur. Das sind zunächst Erzählungen; darüber hinaus das Setzen von Unterscheidungen (Kultur/Natur, gut/böse, männlich/weiblich, Mensch/Tier, Stadt/Land etc.) und die damit einhergehenden normativen Implikationen. Nicht zuletzt bestimmt die Verschaltung unserer Körper mit Medien unser Verständnis von kulturellen Ereignissen. Der Studienbrief bietet keinen historischen Überblick; vielmehr wird in vier systematischen Zugriffen eine Auswahl an Positionen geboten, an denen exemplarisch beobachtet werden kann, wie Kulturauffassungen gesetzt, und wie solche Setzungen und Reaktionen darauf reflektiert werden. Unterstützend werden Zuschnitt und Texte der Kapitel jeweils in einer Einführung erläutert. Begleitende Übungsaufgaben ermöglichen es, die Paraphrase von Leitgedanken aus den Fragmenten einzuüben. Weitere Begleitangebote werden in Moodle bereitgestellt.


0700 – Modul 25303: Literarische Anthropologie

Modul-Nummer 07000 - 07001 - 07002 - 07004 - 07005
Enthaltene Kurse
ECTS 15

Literarische Anthropologie im 18. Jahrhundert

Autor: Pfotenhauer

Ehemalige Original-Nummer: 04468

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Die Konjunktion von Literatur und Anthropologie manifestiert sich in Roman und Romantheorie um 1780 (Wieland, Blanckenburg), im Drama (etwa des jungen Schiller) und - vor allem - in der Autobiographie. Die Selbstbiographie darf das Individuum in seinen mannigfaltigen und Einheit erheischenden Aspekten nicht oder nicht ganz erfinden; sie ist auf die der Fiktion widerstehende, selbst erlebte Menschennatur verwiesen und damit besonders nachdrücklich und literarisch spezifisch befasst mit der Physiologie unseres geistigen und seelischen Seins, welche die Anthropologie zum Gegenstand hat.

Autobiographie ist literarische Anthropologie im vornehmsten Sinne. Der Kurs ist deshalb vor allem eine kleine Geschichte der Selbstbiographie am Leitfaden dieser Konstellation von Naturkunde am Menschen und schreibender Selbstvergewisserung. Vermittelt werden sollen exemplarisch an den verschiedenen historischen Erscheinungsformen des Themenbereichs Einsichten in einige Fragestellungen, die die ästhetisierte bürgerliche Kunst des 18. Jahrhunderts leiten.

Exemplarische Fallgeschichten:
Literatur im Kontext von Recht, Medizin und Psychologie

Autor: Pfotenhauer

Ehemalige Original-Nummer: 03539

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Anthropologisches Wissen entsteht seit dem 18. Jahrhundert auf der Grundlage empirischer Beobachtungen und gehört damit in die Domäne der medizinischen Physiologie und erfahrungsseelenkundlichen Psychologie. Zugleich aber stellt sich durch die Beobachtung einzelner Menschen die Frage, wie solche Einzelbeobachtungen generalisiert werden können.

Der Kurs präsentiert das aus der Rechtswissenschaft stammende, bald aber auch in den verschiedenen Bereichen der Anthropologie eingesetzte Genre der Fallgeschichte als Gattung, die mir erzählerischen Mitteln den Übertrag vom einzelnen Beispiel zum allgemeingültigen Wissen vermittelt. Aufgrund dieser erzählerischen Mittel wird das Genre der Fallgeschichte zugleich auch in der Literatur der Zeit – bei Lessing, Kleist und Schiller – zur Grundlage fiktionaler Erzählungen. In diesem interdisziplinären Kontext zeigt sich die kulturhistorische Funktion der Exemplarität für die anthropologische Diskussion, die im 19. Jahrhundert zunehmend über die Unterscheidung zwischen dem besonderen Individuum und der statistisch bestimmbaren Normalität der Gesellschaft als ganzer geführt wird, wodurch sich die Funktion des Beispiels (example) zum statistischen Muster (sample) verschiebt.

Kriminalanthropologie:
Repräsentation von Kriminalität und Strafverfolgung in Literatur und Film

Autor: Lindner

Ehemalige Original-Nummer: 03540

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Zur Entdeckung des "ganzen Menschen" gehört auch das Interesse an den Entwicklungsgeschichten der Verbrecher, die auf der Basis einer kausal motivierten Psychologie des Verbrechens zur Kriminalgeschichte werden. Der Kurs entwickelt die literarische Gattung aus ihrem Entstehungskontext, skizziert die dahinterstehende Kriminalanthropologie und stellt am Beispiel der Serienmörder diachron vom 18. bis ins 20. Jahrhundert insbesondere die Rolle der Medien bei der Repräsentation von Kriminalität dar.

Literarische Mentalitätsgeschichte:
Kindheit, Entwicklung, Familie

Autor: Steiner

Ehemalige Original-Nummer: 03538

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Der Kurs führt in einen zentralen Aspekt der Literatur um 1800 ein: Literatur greift Veränderungen des 18. Jahrhunderts im sozialen Zusammenleben auf und ist andererseits an der Konstruktion von Lebensmodellen maßgeblich beteiligt. Anhand der "Autobiographie", dem "Bürgerlichen Trauerspiel" und dem "Bildungsroman" läßt sich im Sinne einer literarischen Mentalitätsgeschichte die Erfindung von Kindheit und sozialer Entwicklung sowie die Konstruktion eines bürgerlichen Lebenskonzepts "Familie" entdecken.

Es handelt sich hierbei um einen online-Kurs, der über Moodle aufrufbar ist.


0719 – Modul 25304: Literatur und kulturelle Differenz

Modul-Nummer 07190 - 07191 - 07192 - 07194 - 07195
Enthaltene Kurse
ECTS 15

Literatur und kulturelle Differenz.
Kulturwissenschaftliche Theorien und Lektüren

Autor: Lindner

Ehemalige Original-Nummer: 03540

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Der Kurs „Literatur und kulturelle Differenz: Kulturwissenschaftliche Theorien und Lektüren“ führt in die Grundbegriffe und zentralen Theorien einer kulturwissenschaftlichen Analyse der literarischen Darstellungsformen von kultureller Differenz ein. Der Studienbrief bietet eine übergreifende theoretische Rahmung des Moduls „Literatur und kulturelle Differenz“. Deshalb wird auch empfohlen, dass Sie zunächst diesen Kurs bearbeiten, bevor Sie die weiteren Kurse des Moduls, „Europäer in Italien“ (04545), „Die literarische Science Fiction“ (04546) und „Die Großstadt in der Literatur“ (04550) in Angriff nehmen.

Der Kurs führt in drei selbstständigen und aufeinander aufbauenden Beiträgen in die interkulturelle Germanistik, die komparatistische Imagologie und die postkoloniale Theorie in die drei maßgeblichen historischen Entwicklungsstufen einer literaturwissenschaftlichen Analyse kultureller Differenz ein:

Hierbei werden die Konzepte der Alterität und des Fremden in seiner kulturellen und poetischen Verfasstheit erschlossen, Wege zur Analyse von Stereotypen und Klischees aufgezeigt sowie die exemplarische Lektüre eines literarischen Texts vorgestellt. Eine Einführung in die zentralen aktuellen postkolonialen Theorien rundet den Kurs ab. Der Kurs umfasst einen begleitenden Reader, der zusammen mit dem Kursband versendet wird.

Europäer in Italien

Autor: Dieterle

Ehemalige Original-Nummer: 04545

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Der Kurs ist als Einstieg in das breite Feld der Italienliteratur konzipiert. Er konzentriert sich auf Reiseschilderungen der Goethezeit und stellt die Unterschiede in der Auffassung Italiens sowohl aus literarhistorischen wie auch aus nationalen Gesichtspunkten dar. Das Augenmerk gilt ferner den Fragen, wie das reisende Ich seine Erfahrung in Text umwandelt und welche Veränderungen es dabei mit der Gattung „Reiseliteratur“ vornimmt.

Es werden sechs Autoren exemplarisch behandelt:

  • Charles de Brosses (Briefe aus Italien),
  • oethe (Italienische Reise),
  • Madame de Staël (Corinna oder Italien),
  • Lord Byron (Childe Harold),
  • Stendhal (Rom, Neapel Florenz im Jahre 1818; Wanderungen in Rom)
  • Heinrich Heine (Reise von München nach Genua).

Zur Anschaffung empfohlen:

  • J.W. Goethe: Italienische Reise. München: DTV 1988. (5. Auflage 1997).
  • Stendhal: Reise in Italien. München: Diederich 1996.
  • Heinrich Heine: Reisebilder. Frankfurt am Main: Insel 1980 (= it 444).

Preisgünstige Ausgaben der Texte von Madame de Staël und von Byron gibt es zurzeit nur in den Originalsprachen.

Die Großstadt in der europäischen Literatur

Autor: Dieterle

Ehemalige Original-Nummer: 04550

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Die Großstadt ist seit langem Bestandteil unserer Wirklichkeit, jeder kommt regelmäßig mit ihr in Berührung – und sei es nur durch die Druck- und Bildmedien oder durch Literatur und Film. Dem war freilich nicht immer so, das Phänomen der Urbanisierung ist historisch, nur allmählich haben sich immer größere Städte entwickelt und nur allmählich haben die Autoren die großen Städte entdeckt und sich dieses Gegenstandes angenommen. Der Kurs wird nicht auf die Großstadt per se eingehen, sondern auf ihre Relevanz als literarisches Thema. Um der Komplexität dieses historisch breit gefächerten Gegenstandes Herr zu werden, wird eine drastische Reduzierung auf eine Handvoll Werke der Erzählliteratur vorgenommen. Es handelt sich um:

  • Victor Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame (1830)
  • Wilhelm Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse (1856)
  • Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge (1910)
  • Andrej Belji, Petersburg (1902)
  • James Joyce, Ulysses (1922)
  • John Dos Passos, Manhattan Transfer (1925)

Literatur und Geschlechterdifferenz

Autor: Dieterle

Ehemalige Original-Nummer: 04427

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Der Kurs besteht aus drei Einheiten, die von Prof. Dr. Susanne Lüdemann, Prof. Dr. Annette Keck und PD Dr. Dietmar Schmidt verfasst und von Armin Schäfer herausgegeben wurden.

Der Kurs versucht in eine gendersensible Literatur- und Kulturwissenschaft einzuführen und verknüpft hierzu theoretische Modelle mit Lektüren ausgewählter Texte von Daniel Casper von Lohenstein, Gotthold Ephraim Lessing, Friedrich Schiller, Heinrich von Kleist, Sophie von La Roche sowie von Texten der Moderne. Sachliche und methodische Orientierung findet der Kurs in neueren soziologischen, historischen, diskursanalytischen und literaturwissenschaftlichen Arbeiten, welche das Geschlecht als eine gemachte Kategorie begreifen, die kulturell hervorgebracht wird. Die Kurseinheit "Zur Literaturgeschichte des Frauenopfers" (Susanne Lüdemann) zielt zunächst auf eine exemplarische Analyse der kulturstiftenden Funktion von Frauen und fragt nach Rolle und Funktion von Frauen in den Gründungserzählungen Roms. Die Kurseinheit verfolgt dann, wie ein Opfernarrativ, das in der römischen Kultur geformt wird, in der neueren deutschen Literatur wiederkehrt, welche Transformationen es hierbei erfährt und welche Funktion es für die Imagination einer politischen Ordnung innehat.

Die Kurseinheit "Geschlechterdifferenz um 1800" (Annette Keck) führt in gendersensible literaturtheoretische Positionen ein und analysiert, wie um 1800 die Geschlechterdifferenz als ein definierendes Merkmal des Menschen funktioniert. Die Kurseinheit "Prostitution und Literatur um 1900" (Dietmar Schmidt) untersucht, wie literarische Texte sich zu den kulturellen Prägungen von geschlechtlichen Unterschieden in Beziehung setzen.

Die Kurseinheit nimmt das diskursive Feld der Prostitution in den Blick, auf dem die geschlechtliche Ordnung verhandelt wird, die durch die Prostitution bedroht zu sein scheint und deshalb gewahrt werden und wiederhergestellt werden muss. Die drei Kurseinheiten führen exemplarische Analysen der rhetorischen, literarischen und medialen Verfasstheit der Geschlechterdifferenz vor; sie zeigen auf, wie die Geschlechterdifferenz literarische Texte formt; und sie bestimmen spezifische Funktionen, die um 1650, um 1800 und um 1900 von der Geschlechterdifferenz ausgeübt werden.


0723 – Modul 25305: Textualität von Kultur

Modul-Nummer 07230 - 07231 - 07232 - 07234 - 07235
Enthaltene Kurse
ECTS 15

Positionen der Literaturtheorie:
Strukturalismus und Dekonstruktion

Autor: Staszak

Ehemalige Original-Nummer: 04563

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Der Studienbrief führt in zwei wichtige neuere Methoden der Literaturwissenschaft ein. Zur Bearbeitung des zweiten Teils dieses Studienbriefes (Dekonstruktion) benötigen Sie das folgende Buch: Derrida, Jacques: Préjugés. Vor dem Gesetz. Hrsg. von Peter Engelmann. Aus dem Französischen von Detlef Otto und Axel Witte. Wien, 3., unveränderte Aufl. 2005 (= Edition Passagen) [ISBN 978-3-85165-685-5] Zur Vorbereitung geeignet: Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie. Ansätze - Personen - Grundbegriffe. Hrsg. von Ansgar Nünning. Stuttgart und Weimar, 2. aktual. und erw. Aufl. 2004.

Theatralität.
Theoretische Voraussetzungen und materielle Grundlagen der Theaterpraxis und Theaterkritik

Autor: Harth

Ehemalige Original-Nummer: 03541

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Das Kursangebot wendet sich an Studierende und Interessierte, die nach Erkenntnissen über die literatur- und kommunikationstheoretisch relevanten Wechselbeziehungen zwischen Text und Aufführung (Performanz) suchen, um diese mit den konkreten Erfahrungsfeldern der Inszenierung, des Spiels und der Kritik zu verbinden. Der Kurs beginnt mit einem kurzen Blick auf die Debatten in der Theaterwissenschaft, die eine kulturwissenschaftliche Erweiterung der konventionellen Problemkreise anstreben. Diese kulturwissenschaftliche Erweiterung schließt Interdisziplinarität, also eine Vernetzung zwischen verschiedenen Disziplinen und Theorieproduktionen ein.

Auf dieser Beobachtung bauen die Folgekapitel des 1. Teils des Kurses auf. So schließt an einen anthropologischen Exkurs, der u. a. die Leibzentriertheit des Schauspielens zum Thema hat, ein Überblick über die Geschichte des europäischen Theaters und seine Anleihen bei außereuropäischen Überlieferungen an. Die Verknüpfung mit dem Außereuropäischen ist wiederum Anlass für eine Überprüfung der Beiträge der neuesten ritualwissenschaftlichen Forschungen und Performanz- sowie spieltheoretischen Thesen zur Theateranthropologie.

Ritual und Literatur

Autor: Dücker

Ehemalige Original-Nummer: 34567

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Der Kurs behandelt in chronologischer Abfolge von der Antike bis zur Gegenwart – mit Schwerpunkt auf der Moderne – die Funktion von literaturfundierten ritualisierten Handlungssequenzen in Bezug auf Genese, Kontinuität und Dynamik eines kulturellen Kontexts.

Ausgangspunkt ist der Prozess der Ausdifferenzierung eines – in der Terminologie Pierre Bourdieus – literarisch-ästhetischen Funktionsbereichs aus religiös-politisch instrumentalisierten öffentlich vollzogenen Kultformen in der Antike. Quellenbelegte Ritualisierungen, zumeist Inszenierungen des Mythos, werden auf ihre soziokulturelle Integrations- und Desintegrations- sowie Wertvermittlungsfunktion untersucht.

In der Moderne mit ihrer Tendenz zur Fragmentierung sozialer Segmente geht es vor allem um Ritualisierungen neuer Handlungskomplexe: Literaturkritik, Offene Briefe, Preisverleihungen, Bücherverbrennungen, Gedenkveranstaltungen, Jahrestage etc. Rituelle Muster lassen sich in den öffentlichen Darbietungsformen von Literatur seit den Anfängen erkennen, das „literarische Leben“ wird auf unterschiedlichste Weise von ihnen geprägt, bildet die rituelle Grundlage von Publikumserfolgen, Statuswissen, literarischen Fehden etc., in denen literarische Kultur ihre öffentlichen Wirkungen entfaltet.

Kultur des Opfers. Sakralität und die Heiligkeit der Texte

Autor: Schödlbauer

Ehemalige Original-Nummer: 03542

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Die Sakralität der Texte ist ein Thema, das literaturwissenschaftliche mit kultur- und religionswissenschaftlichen Themenstellungen verbindet. Die Anwesenheit der "heiligen" Texte in der Literatur ist umfassend und durchgängig, ebenso die Tendenz zur Sakralisierung (sei es im Sinne des Heiligen oder des Opfers). Der Kurs geht diesen Bezügen sowohl historisch als auch in neueren ästhetischen Leittexten nach. Ästhetische Kunst (und Literatur) ist nirgends "säkular" die Differenz des Sakralen und des Profanen wirkt in ihr konstititiv - in der romantischen Kunstreligion ebenso wie in der Gott-ist-tot-Bewegung des 20. Jahrhunderts, im Theater der Grausamkeit ebenso wie im Opfer des Intellekts oder den Erwähltheitsliturgien des Literaturbetriebs.


0724 – Modul 25306: Literatur als kulturelles Gedächtnis

Modul-Nummer 07230 - 07231 - 07232 - 07234 - 07235
Enthaltene Kurse
ECTS 15

Medien des kollektiven Gedächtnisses

Autor: Erll

Ehemalige Original-Nummer: 34573

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Der Kurs entfaltet das für die neueren Kulturwissenschaften zentrale Thema der Bildung und Bewahrung von Traditionen: Ausgangspunkt ist dabei das Modell des kollektiven Gedächtnisses, wie es der französische Soziologe Maurice Halbwachs zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen hat, um zu erklären, innerhalb welcher sozialen Zusammenhänge die Inhalte der jeweiligen individuellen Erinnerung aktualisiert werden. In jüngeren Arbeiten zum "kulturellen Gedächtnis" (Jan Assmann) wurde verstärkt darauf hingewiesen, dass die generationenübergreifende Stabilität derartiger "sozialer Rahmen" nicht nur durch räumliche "Erinnerungsorte", sondern vor allem auch durch Medien der Erinnerung gefestigt wird: Kulturelle Überlieferungsprozesse, ästhetische Kanonbildung und historische Archivstrukturen fußen auf den jeweiligen historischen Leitmedien – von der Mündlichkeit über das Schriftmedium bis hin zu den elektronischen Speichermethoden der Gegenwart. Indem der Kurs die drei Funktionen dieser Medien des kollektiven Gedächtnisses – die Speicherung, die Zirkulation und den Abruf von Daten – beschreibt, zeichnet er nach, wie Kollektive sich ihrer Vergangenheit versichern, sie gezielt modifizieren oder in den fiktionalen Gedächtnisnarrativen der Literatur ästhetisch ausgestalten.

Memoria: Rhetorisches Gedächtnis und literarische Erinnerung

Autor: Pethes

Ehemalige Original-Nummer: 03543

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Der Kurs führt in die für die abendländische Wissensorganisation und Texttradition zentrale rhetorische Erinnerungstechnik ein, die es dem Redner in der Antike erlaubte, einen Redetext auswendig zu lernen, deren Kombination von Erinnerungsorten und Erinnerungsbildern aber zugleich auch für die Literaturgeschichte von großer Bedeutung gewesen ist: Dieser Gedächtnisraum der literarischen Überlieferung wird zunächst von der rhetorischen Topik bis zur modernen Intertextualitätsforschung verfolgt. Anschließend wird anhand der Probleme von Kanonisierung und Zensur aber auch die Kehrseite der vermeintlichen Kontinuität literarischer Traditionsbildung problematisiert: In der literarischen Moderne, zumal aber in der Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg, tritt immer mehr der Stellenwert des Vergessens, der Unverfügbarkeit von Erinnerungen und des Orientierungsverlusts in rhetorischen Gedächtnisräumen in den Blick.

Gedächtnis und Erinnerung in der Autobiografie

Autor: Schäfer

Ehemalige Original-Nummer: 03544

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Alternativ zum Modell eines kollektiven kulturellen Gedächtnisses verfolgt der Kurs die Literaturgeschichte der individuellen Erinnerung, die sich, bezugnehmend auf Augustinus in der Spätantike, Montaigne in der Frühen Neuzeit sowie Rousseau in der Aufklärung, aus der Tradition der Lebensbeichten, Selbstporträts und Bekenntnisschriften speist. Insbesondere die Entdeckung der Subjektivität und Individualität im 18. Jahrhundert konstituiert sich auf der Grundlage derartiger Schriften, die aber innerhalb der europäischen Romantik immer stärker fiktionalisierenden Tendenzen folgen.

Im Rahmen der literarischen Moderne gerät das Vertrauen in die Rekonstruierbarkeit individueller Erinnerungen und die Identität des Ich durch die Zeit zunehmend abhanden. Als Ursachen hierfür werden die zunehmend traumatisch erfahrene Zeitgeschichte, die Auswirkungen des 'linguistic turn' auf die Techniken autobiographischen Erinnerns, die Infragestellung der Grenzziehung zwischen persönlichem und kollektivem Erinnern sowie schließlich das Zerbrechen des Zusammenhangs zwischen Erinnern und Erzählen diskutiert.

Literatur der Shoah

Autor: Günter

Ehemalige Original-Nummer: 03545

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Innerhalb der autobiographischen Literatur nehmen Erinnerungstexte an die Zeit der nationalsozialistischen Diktatur und des Holocaust insofern eine Sonderstellung ein, als die zu erinnernden Erlebnisse sich nicht in den Rahmen des mit herkömmlichen literarischen und erzählerischen Mitteln Darstellbaren fügen lassen. Adornos Ablehnung jeglicher ästhetischer Formbildung nach bzw. über Auschwitz auf der einen Seite, die aporetische Frage nach der Figur des authentischen Zeugen der Vernichtung auf der anderen Seite scheinen dem Projekt einer literarischen Erinnerung enge Grenzen aufzuweisen. Dem steht die Vielzahl autobiographischer Romane, dokumentarischer Dramen und avantgardistischer Lyrik entgegen, die die Realität der Vernichtungslager ins Zentrum eines Schreibens gegen das Vergessen stellt.

Der Kurs rekonstruiert die Geschichte der Literatur zu Auschwitz in den verschiedenen Gattungen und diskutiert ihren Status innerhalb des Versuchs der Institutionalisierung eines kulturellen Gedächtnisses des 'Dritten Reichs' in der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland.


0828 – Mastermodul 26306: Literatur und Performance

Modul-Nummer 08280 - 08281 - 08282 - 08284 - 08285
Enthaltene Kurse

Das Mastermodul besteht aus 6 Einzelkursen.

Es hat einen Gesamtumfang von 18 Ringordnern / 6 CDs Daisy-Format.

Pflichtkurse:

Wahlpflichtkurse A) Theater

Wahlpflichtkurse B) Medien und Schrift

ECTS 15

Probleme und Theorien des Performativen

Autor: Risthaus

Ehemalige Original-Nummer: 37306

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Unter Begriffen wie Performanz oder Performativität verbergen sich

  • diverse theoretische Konzeptionen, die zum Teil anderen Fachdisziplinen entstammen. Das Feld reicht von der Sprech- und Schreibakttheorie, über die anthropologische Ritual- und soziologische Kommunikationsforschung,
  • die Geschlechterforschung, bis zum Theater als Institution und den Problemen staatlicher Repräsentation. Der Kurs präsentiert grundlegende und repräsentative Texte, die sich mit Hilfe einführender Kommentare selbstständig erschließen lassen und einen theoriegeschichtlichen Rahmen für das Modul bilden.

Aufführen, Inszenieren und Versammeln

Autorin: Woisnitza

Ehemalige Original-Nummer: 37306

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Eine Theateraufführung unterscheidet sich von alltäglichen Aufführungs- und Versammlungspraktiken dadurch, dass sie sich durch einen Spielcharakter auszeichnet. Er schließt kommunikative Regeln ein, die sowohl den Zuschauerraum als auch das Verhalten des Publikums betreffen. Dieser Kurs wirft einen kulturhistorischen Blick auf Aufführungspraktiken, Inszenierungen und Modi des Versammelns und wie sie die weitere Entwicklung von Theaterformen beeinflussen. Ausgehend von der Theaterkultur der Antike wird eine Genealogie des Theaters unter Fokussierung dieser Praktiken verfolgt.

Lessings Dramen

Autor: Ter Nedden

Ehemalige Original-Nummer: 37306

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Der Kurs behandelt das dramatische Werk Gotthold Ephraim Lessings umfassend und klärt missverständliche Aspekte seiner Poetik, insbesondere das kritische Verhältnis zu traditionellen dramatischen Mustern auf. Behandelt wird darüber hinaus das Komödienverständnis Lessings. Die Kurseinheit fokussiert an verschiedenen Dramen die Frage nach dem Verhältnis von Täter und Opfer, exemplarisch wird an „Emilia Galotti“ das Motiv des Opfer- und Tochtermords dargestellt.

Theaterkonzepte des 20. Jahrhunderts

Autorin: Schößler

Ehemalige Original-Nummer: 37306

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Im 20. Jahrhundert lässt sich eine „Re-Theatralisierung“ beobachten, die im Gegensatz zur „Literarisierung“ des Theaters im 18. Jahrhundert steht. Im Kurs werden, ausgehend von der Diagnose einer radikalen Sprachskepsis, die Theaterexperimente des Symbolismus behandelt und der Expressionismus in seiner radikalen Formensprache dargestellt. Die avantgardistischen Richtungen des Surrealismus und Dadaismus attackieren radikal das bürgerliche Theater, während Bertolt Brecht und Erwin Piscator Vorstellungen eines politischen Theaters entwickeln, um das Publikum zu aktivieren. Die Dokumentardramen von Rolf Hochhuth, Peter Weiss und Heinar Kipphardt verfolgen wiederum einen dezidiert referentiellen Ansatz, der sich klar auf Aspekte der Wirklichkeit bezieht, beispielsweise den bürokratisch verwalteten Holocaust.

Verkörperung durch Geste, Stimme und Schrift

Autorin: Heimes

Ehemalige Original-Nummer: 37306

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Unter Phänomenen der Verkörperung lassen sich all jene Ausdruckformen verstehen, die am Körper zur Erscheinung gebracht werden, sich an ihm zeigen oder mit seinen Mitteln erzeugt werden, beispielsweise Haltung, Mimik, Gestik, Stimmhöhe. Exemplarisch untersucht werden in diesem Kurs bestimmte Gesten in der Populär- und der Alltagskultur, aber genauso historische Äußerungsformen wie der lyrische Gesang, der von den Oden Pindars, über die gesungene Sprache im liturgischen Kontext, bis hin zu den Songs in Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ reichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der sogenannten inneren Stimme, der Entwicklung vom lauten Lesen hin zur stillen Lektüre, der Onomatopoese und Visualität von Gedichten und dem fingierten Erzählen zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit.

Analyse performativer Phänomene in aktuell medialen Formaten

Autor: Englhart

Ehemalige Original-Nummer: 37306

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Die Analyse performativer Formen in aktuell medialen Formaten ist schon allein aufgrund der Gegenwärtigkeit des Untersuchungsgegenstands spannend, geht es doch um aktuelle Phänomene der Medienkultur, die unter kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive auf ihre Performativität hin untersucht werden. Und damit beschäftigen sie sich mit etwas, was fasziniert: Schauspielen, eine Rolle spielen, sich vor Anderen inszenieren: „Wir alle spielen Theater“, wie es kein Theatermacher, vielmehr der Soziologe Erwin Goffman bereits in den 1950er-Jahren betonte. Im Wahlschwerpunkt B geht es speziell um performative Aspekte, die nicht dem Theater im engeren Sinne angehören. In mannigfachen Beispielanalysen von Conchita Wurst, über das Tanztheater und den Videoclip, bis hin zur Chatkommunikation und Castingshows, wird jener häufig ephemere Bereich untersucht, den man in der neueren Theorie Performativität nennt

Audiotaktile Medien | 02.06.2021