Präsenzveranstaltung

Thema:
Geschlossene Gesellschaft. Gefängnisgeschichte zwischen Disziplinierung und Reform
Veranstaltungstyp:
Exkursion nach Bautzen
Semester:
Sommersemester 2027
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25205/G5; MA GeEu: Modul 26201/I; Modul 26202/II; Modul 26203/III; Modul 26204/IV; Modul 26207/VII; Modul 26212/XI;
Ort:
Bautzen
Termin:
10.07.2027 bis
12.07.2027
Leitung:
Gundula Pohl
Lisa Weber
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Im Präsenzseminar „Geschlossene Gesellschaft. Gefängnisgeschichte zwischen Disziplinierung und Reform“ erkunden wir die Geschichte des Strafvollzugs. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Freiheitsentzug als zentrale Form staatlicher Bestrafung entwickelte und welche gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Vorstellungen damit verbunden waren. Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit den Entstehungsbedingungen moderner Haftanstalten, mit den Zielen von Disziplinierung, Abschreckung und Resozialisierung sowie mit den Reformbestrebungen, die den Strafvollzug immer wieder verändert haben.

Für das Seminar fahren wir nach Ostsachsen, in die „Stadt der Gefängnisse“ Bautzen. Dort befinden sich mit Bautzen I und Bautzen II zwei zentrale Orte deutscher Gefängnis- und Diktaturgeschichte. Die ehemalige Königlich-Sächsische Landesstrafanstalt Bautzen I wurde 1904 eröffnet und galt zu ihrer Zeit als moderne Strafanstalt. Wegen ihrer gelben Klinkerfassade wurde sie als „Gelbes Elend“ bekannt. Nach 1945 diente Bautzen I zunächst als sowjetisches Speziallager und später als Strafvollzugsanstalt der DDR. Heute wird das Gebäude weiterhin als Justizvollzugsanstalt genutzt. Bautzen II wurde bis 1906 als Gerichtsgefängnis errichtet und diente zunächst der Untersuchungshaft sowie der Verbüßung kürzerer Haftstrafen. In der Zeit des Nationalsozialismus war das Gefängnis Ort politischer Verfolgung. Von 1956 bis 1989 wurde Bautzen II als Sonderhaftanstalt unter Kontrolle des Ministeriums für Staatssicherheit genutzt und war als „Stasi-Gefängnis“ bekannt. Seit 1993 befindet sich dort die Gedenkstätte Bautzen. Sie erinnert an die Opfer beider Bautzener Gefängnisse und dokumentiert die Geschichte politischer Haft im Nationalsozialismus, in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR.

Online-Anmeldung

Bitte füllen Sie das Formular vollständig aus. Eine Bestätigung über Ihre Teilnahme senden wir in den nächsten Tagen an Ihre E-Mail-Adresse.

Ich melde mich für: Präsenzveranstaltung Geschlossene Gesellschaft. Gefängnisgeschichte zwischen Disziplinierung und Reform (10.07.2027 bis 12.07.2027 in Bautzen) verbindlich an.

Kontaktinformationen
Frau Herr ohne
Public History | 20.07.2026