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Neuer B.Sc. schließt Klinische Psychologie mit ein
[11.05.2026]Die FernUniversität plant die Akkreditierung eines neuen Studienangebots, das erstmalig den Weg in Richtung Klinische Psychologie und Psychotherapie freimachen soll.
Foto: Torsten Silz
Für viele Studieninteressierte könnte ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen: Die FernUniversität in Hagen arbeitet daran, einen polyvalenten Bachelor of Science (B.Sc.) Psychologie einzuführen. Am 18. März hat der Fakultätsrat Psychologie beschlossen, die Akkreditierung und berufsrechtliche Anerkennung zu beantragen. „Polyvalent“ bedeutet, dass sich mit dem Bachelorabschluss verschiedene berufliche Perspektiven eröffnen – nicht zuletzt eine spätere Approbation als Psychotherapeut/in. Der neue Studiengang wurde entlang der Anforderungen von Psychotherapeutengesetz und Approbationsordnung konzipiert. Vorbehaltlich der erfolgreichen Akkreditierung soll der Studiengang zum Wintersemester 2028/29 starten. Der bisherige Bachelor Psychologie würde in diesem Fall zum 31. März 2032 auslaufen.
Was macht der polyvalente Bachelor anders?
Das bisherige Bachelorstudium Psychologie richtete sich ganz an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) aus. Der neue polyvalente Bachelor soll zusätzliche Anforderungen erfüllen, die durch das Psychotherapeutengesetz und die Approbationsordnung festgeschrieben sind. Das wirkt sich inhaltlich aus – etwa in Form von Modulen zu Medizinischen Grundlagen und Klinischer Psychologie. Aber auch hinsichtlich des Lehrformats: Die Approbationsordnung sieht Anwesenheitspflichten und die Vermittlung besonderer praktischer Kompetenzen vor. Das veränderte Angebot bindet jedoch auch mehr Lehrkapazität, weshalb sich fortan nur noch eine begrenzte Zahl von Studierenden wird einschreiben können. Polyvalent bedeutet aber auch: Mehrwertig. Die Studierenden müssen sich keineswegs auf den klinischen Pfad festlegen; sie können auch andere Anwendungsfächer vertiefen (Schwerpunkt: Arbeit und Gesundheit).
Wie verlässlich kommt das neue Angebot?
Wie jeder neue Studiengang muss auch der polyvalente Bachelor erst ein Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Zusätzlich muss das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales die berufsrechtliche Anerkennung bewilligen. Bei beiden Verfahren handelt es sich um umfangreiche, mehrschrittige Prozesse. Klappt alles, würde die FernUniversität den ersten approbationskonformen Fernstudiengang deutschlandweit anbieten. Bislang ist der Traum von einem psychotherapeutischen Beruf für viele Menschen unerfüllbar. Mit dem neuen Studiengang der FernUni würden auch Studierendengruppen Zugang erhalten, die von den stark nachgefragten Studiengängen an Präsenzunis benachteiligt werden.
Was wird aus dem jetzigen Bachelor Psychologie?
Sobald sichergestellt ist, dass der neue Studiengang zum Wintersemester 28/29 an den Start geht, wird der jetzige Bachelor auslaufen – denn das Lehrpersonal kann nicht auf Dauer beide Studiengänge parallel betreuen. Der letztmögliche Zeitpunkt, um Leistungen im alten Studiengang zu erbringen, wäre dann der 31. März 2032.
Studierende, die sich für das Wintersemester 26/27 einschreiben, sollten daher mit einer maximalen Studiendauer von 11 Semestern planen. Eine Einschreibung mit dem Hörerstatus Teilzeit ist weiterhin möglich. Ein Wechsel vom alten in den neuen Studiengang wird wegen der absehbaren Zulassungsbeschränkung nicht möglich sein.
Was passiert, wenn es nicht klappt?
Sollte die Akkreditierung und/oder berufsrechtliche Anerkennung des polyvalenten Bachelors wider Erwarten nicht erteilt werden, läuft der bisherige Bachelorstudiengang nach dem 31. März 2032 normal weiter. Um in diesem Fall sicherzustellen, dass das ursprüngliche Studienangebot fortbestehen kann, kümmert sich die Fakultät auch hier um die Reakkreditierung.