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  • Die 27. Conference of the Parties (COP) stellte erneut ihre Handlungsfähigkeit und die Verbindlichkeit vorheriger Vereinbarungen infrage. Streitbar und strittig schien speziell die Einrichtung eines Ausgleichfonds für die vom Klimawandel hervorgerufenen Schäden und Verluste.

    So zeigen die Resultate der 27. COP einmal mehr, wie sehr der Klimawandel als kollektives globales Handlungsproblem durch politische Konflikte und Uneinigkeit der Vertragsparteien gekennzeichnet ist und offenbaren zugleich die tiefe Kluft zwischen Entwicklungs- und Industrieländern – dem globalen Süden und dem globalen Norden – zu deren Überwindung sich niedrigschwellige hybride mediative Tools als nützlich erweisen könnten.

    Die United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) sieht in Art. 14 die Verabschiedung, Implementierung und Aktivierung formaler Instrumente und Mechanismen der Konfliktbearbeitung und Vermittlung vor. Der überwiegende Teil der in Art. 14 UNFCCC genannten formellen Instrumente, Prozesse und Mechanismen der Konfliktbearbeitung ist jedoch an nur schwer erfüllbare Vorbedingungen, wie beispielsweise die Ausarbeitung und Realisierung eines „Annex on Arbitration“ oder eines „Annex on Conciliation“, geknüpft und befindet sich gegenwärtig in einem Zustand der Blockade.

    Um diese Blockade zu überwinden, wird hier die Entwicklung und Implementierung von niedrigschwelligen hybriden mediativen Tools und Systemen ohne Schiedselemente vorgeschlagen. Konzeptionell sollen sich diese an der bislang wenig beachteten Möglichkeit zur Bearbeitung von Streitigkeiten und Konflikten zwischen den Vertragsparteien durch „Verhandlungen oder andere friedliche Mittel eigener Wahl“ orientieren (Art. 14 Abs. 1 UNFCCC).

    In diesem Zusammenhang könnte sich auch eine Aktivierung und Einbindung der von der Klimakrise betroffenen Zivilgesellschaft als so genannte „Third Side“ der Krise als nützlicherweisen, wobei diese etwa durch NGOs oder Akteure aus Wissenschaft und Forschung als „low-key mediators“ repräsentiert werden könnte.

    Paper: Climate Change Dispute Resolution: Niedrigschwellige hybride mediative Verfahren als Mittel zur Überwindung institutioneller Lock-ins (PDF 160 KB)

    Marc-A. Nicolas Hermann M.M. ist Doktorand am Contarini-Institut für Mediation der FernUniversität in Hagen sowie Absolvent des Program on Negotiation an der Harvard Law School und befasst sich schwerpunktmäßig mit zeit- und ortsübergreifenden mediativen Stufen- und Hybridverfahren.

    Carl-Georg Luft ist in seiner Funktion als Vorsitzender der Denkfabrik und Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen zugelassener Beobachter der UN-Klimakonferenz COP. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Policy Center des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE.

  • Das JAHRBUCH MEDIATION ist eine multimediale Dokumentation, die Ideen, Überlegungen und Untersuchungen zum Thema Mediation vernetzt.

    Das Buch hält fest, was gewonnen wurde und versteht sich als Beitrag zu einer offenen Entwicklung der Disziplin. Das Format erlaubt gründliche und neuartige Beiträge zu Theorie und Praxis. Im Mittelpunkt des Projekts steht der Austausch, zu dem alle herzlich eingeladen sind.

    JbM 2019/20 – Wo die Mediation lebt

    Foto: HWV

    Immer wieder hilft Mediation, Konflikte zu vermeiden oder beizulegen. Meist bleiben die Erfolge aber unbemerkt, denn Mediationen sind vertraulich. Und: Grau ist alle Theorie – die Vermittlungspraxis entspricht fast nie dem Schema, das man lernt und kennt. Das Jahrbuch Mediation 2019/20 widmet sich deshalb der gelebten Mediation und schildert sie in realen Fällen: bekannten und privaten Situationen, die aufschluss-reiche Beispiele geben und sodann in ihrer mediativen Entwicklung kommentiert und zur Diskussion gestellt werden.

    HWV 2019, 324 Seiten, 28 Euro, ISBN 978-3-7321-0388-1

    Webseite Jahrbuch Mediation

    JbM 2018 – Harte Zahlen, weicher Kern

    Foto: HWV

    Mediation ist eine besondere Art, im Streitfall zu vermitteln. Als Mittler versteht sich auch das Jahrbuch Mediation, das den wissenschaftlichen und praktischen Austausch zu diesem Thema begleitet. Der Band 2018 „Harte Zahlen, weicher Kern“ behandelt neue empirische Befunde zur Verbreitung der Mediation. Was zunächst „hart“ wirkte, scheint inzwischen ein Anreiz, die Debatte über den „Kern“ der Mediation wieder aufleben zu lassen.

    Das JbM 2018 entwickelte sich durch Gespräche. Interessierte sind herzlich aufgerufen, online an der Debatte und Entstehung des nächsten Bandes 2019 mitzuwirken:

    Webseite Jahrbuch Mediation

    HWV 2019, 232 Seiten, 24 €, ISBN 978-3-7321-0314-0

  • Das Handbuch Mediation wurde erstmals 2002 aufgelegt. Damals war es ein Pilotprojekt, ein Versuch, die wichtigsten Fragen der Mediationspraxis in einem Kompendium zu beantworten, das zugleich als Nachschlagewerk für Anwender dienen sollte. Ende 2007 war die Erstauflage restlos vergriffen; die zweite Auflage ist seit 2009 zu beziehen und bietet zahlreiche Neuerungen gegenüber der Erstauflage.

    Allerdings neigt sich auch diese Auflage langsam dem Ende zu. Deshalb wird seit 2013 intensiv an der dritten Auflage gearbeitet. Diese Auflage wird völlig neu konzipiert, um den aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Insbesondere das Mediationsgesetz, aber auch die neueren Ansätze des Mediationsverständnises machten diese Neukonzeptionierung notwendig. So wird etwa dem systemischen und transformativen Mediationsansatz ein eigener Beitrag gewidmet. Ein neues Kapitel befasst sich mit der Rechtslage nach Erlass des Mediationsgesetzes und berücksichtigt auch die neue Situation für die Güterichter. Anregungen aus der Leserschaft ist es zu verdanken, dass ganz neue Arbeitsfelder für Mediation aufgenommen werden konnten.

    Die dritte Auflage des Handbuchs wird damit eine umfassende und praxisorientierte Darstellung der Mediation in zahlreichen Facetten bieten. Die systematische Lektüre eignet sich als Ratgeber und Nachschlagewerk. Dabei werden zahlreiche Beispiele aus der Mediationspraxis die Arbeit erleichtern.

    Damit ist die dritte Auflage ein vertrautes Werk mit seinen altbekannten Vorzügen, das dank der Mitarbeit zahlreicher renommierter Autoren in seiner wissenschaftlichen Dimension nochmals gewonnen hat, zugleich aber auch einen noch größeren praktischen Bezug hat.

  • Von 2013 bis 2018 erschien vierteljährlich die Zeitschrift MEDIATOR. Sie löste den bis dahin erschienen Newsletter Mediation ab. Der MEDIATOR befasste sich mit allen Feldern der Mediation in Wissenschaft und Praxis. Herausgeberin war Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen; als Chefredakteur fungierte Dr. Friedrich Dauner.

    Die letzte Ausgabe des MEDIATORS erschien im April 2018. An Themen und Lesern gab es keinen Mangel. Der MEDIATOR war ein unabhängiges, kostenfrei erhältliches Periodikum, als Print- und Online-Version frei von Haus verfügbar.

    Das “Jahrbuch Mediation” ist ein Nachfolger der Fachzeitschrift MEDIATOR: Informationen zum Jahrbuch Mediation finden Sie hier.

  • Das Contarini-Institut für Mediation führt derzeit eine wissenschaftliche Evaluation des Studiengangs Master Of Mediation an der FernUniversität in Hagen durch.

    Ziel der Erhebung ist es, zum einen die aktuelle Zufriedenheit mit den Studien, zum anderen aber auch die Verwertbarkeit des vermittelten Wissens in der Praxis zu überprüfen. Erstmalig wird auch erhoben, wie sich die Berufsperspektiven der Teilnehmenden durch die Studien verändern.

    Nach der Auswertung wird die Umsetzung der Ergebnisse in das Studienprogramm ebenfalls vom Contarini-Institut begleitet.

Contarini-Institut für Mediation | 19.12.2022