W/ENDE OFFEN: KUNST UND WISSEN(SCHAFT) IM DIGITALEN

Keynote | 10:30 | Kino im U

Katharina Kinder-Kurlanda (Universität Klagenfurt)
Moderation: Thorben Mämecke (FernUniversität in Hagen)

Abstract

Die Keynote stellt Fragen zu Kunst und Wissenschaft im Digitalen, nach der Art und Weise wie wir forschen, wahrnehmen und gestalten. Im Zentrum steht nicht das Gegebene, sondern das, was verändert, gewendet und neu gedacht werden kann. Das Digitale ist ständig im Werden – ein Prozess, der ein Potential zur Veränderung birgt und zugleich die Frage aufwirft: Was sollen wir tun? Sollen wir uns beteiligen oder abwehren? Sind wir machtlos oder suchen wir aktiv nach neuen Formen des Handelns und Erfahrens? Die Keynote bringt drei Perspektiven miteinander in Resonanz: Erstens einen theoretisch-empirischen Zugang, der aus der Beobachtung alltäglicher Datenpraktiken in der Wissenschaft heraus epistemologische Fragen stellt; zweitens die Perspektive der Digital Humanities, die diese Überlegungen praktisch umsetzt; und drittens die Sichtweise der digitalen Kunst, die die Erfahrungsdimension des Digitalen – das unmittelbare, affektive und körperliche Erleben – in den Vordergrund rückt. Unter Bezug auf Projekte im Dortmunder U wird gezeigt, wie die Grenzen zwischen Kunstwerk und Betrachter*innen zunehmend verschwimmen und neue Formen der Interaktion und Wahrnehmung entstehen. So eröffnet sich das Digitale als ein Raum zwischen Wissenschaft und Kunst – ein Raum, in dem das Forschen selbst zum ästhetischen, reflexiven und transformierenden Prozess wird.

Bio

Katharina Kinder-Kurlanda ist seit 2021 Professorin für Humanwissenschaft des Digitalen an der Universität Klagenfurt in Österreich. Zuvor war sie von 2016 bis 2021 Teamleiterin für „Data Linking & Data Security“ am GESIS – Leibniz‑Institut für Sozialwissenschaften in Köln. Ihre akademische Ausbildung umfasst ein Studium der Kultur­anthropologie, Informatik und Geschichte an der Eberhard Karls‑Universität Tübingen und der Johann Wolfgang Goethe‑Universität Frankfurt am Main sowie eine Promotion an der Lancaster University zum Thema „Ubiquitous Computing in Industrial Workplaces“. Sie arbeitet interdisziplinär in den Digital Humanities, den Science and Technology Studies, der Techniksoziologie und der Internetforschung und ihre Forschungsinteressen sind neue Epistemologien für Big Data, Algorithmen im Alltag, Datenpraktiken, Social Casual Games und (faire) Künstliche Intelligenz.

FSP digitale_kultur | 13.11.2025