W/ENDEN DER VERKÖRPERUNG: SELBSTBEWEGUNG IN VIRTUELLEN RÄUMEN
Vortrag | 11:30 | Senatssaal
Patrizia Breil (Ruhr-Universität Bochum)
Moderation: Robert Schulz (FernUniversität in Hagen)
Abstract
In VR können wir mitunter gehen, fliegen, schweben, uns teleportieren, kurz: uns bewegen. Während die Avatare rennen, stehen die Nutzer*innen still, mit schwingenden Armen oder ausgestreckten Controllern an Ort und Stelle und machen dabei doch die Erfahrung einer Gehbewegung. Unter Rückgriff auf Merleau-Pontys Konzept des Leibes sowie Husserls bildtheoretische Überlegungen zum perzeptiven Fiktum wird Bewegung in VR als ‚als-ob-Bewegung‘ konzeptualisiert, die dieser Diskrepanz Rechnung trägt. Die ‚als-ob-Bewegung‘ vollzieht sich in einem digital erzeugten Umfeld, in dem zwei Dimensionen von Virtualität ineinandergreifen: einerseits der virtuelle Erfahrungsraum verkörperter Möglichkeiten, andererseits die Aktualisierung von Bewegung als wirksame ‚als-ob-Bewegung‘.
Bio
Patrizia Breil ist Postdoktorandin am SFB Virtuelle Lebenswelten der Ruhr-Universität Bochum im Teilprojekt Virtuelle Körper und leitendes Mitglied der DGPhil-AG Philosophie der Digitalität. Im Zentrum ihrer Forschung stehen Erfahrungen eigener und fremder Körperlichkeit und Materialität sowie Möglichkeiten verkörperter Begegnung in digitalen und virtuellen Räumen.