Ringvorlesung Energie, Umwelt & Nachhaltigkeit

Eine Kooperations­veranstaltung des Forschungs­schwerpunkts und des Inter­diszip­linären Fernstudiums Umwelt­wissen­schaften

Studium Umweltwissenschaften - infernum

 

Die hybride Ringvorlesung lädt dazu ein, aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Anerkannte Expertinnen und Experten geben in allgemein verständlichen Vorträgen Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse und gesellschaftlich relevante Entwicklungen. Die Veranstaltungen sind interdisziplinär, wissenschaftlich fundiert und fördern den offenen Dialog.

Die Ringvorlesung bietet ein inspirierendes Forum für den Austausch zwischen Interessierten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Schule und Zivilgesellschaft.


Programm im Wintersemester 2026/27

Klimapolitik in China – nicht (nur) für das Klima

Umwelt-Icons mit auf der chinesischen Flagge Foto: ImageFlow-adobe.stock.com
 

Zum Inhalt der Veranstaltung

Chinas 15. Fünfjahresplan (2026–2030) bekräftigt den langfristigen Pfad hin zu einem Plateau der CO2-Emissionen und dann zur Klimaneutralität. Jedes Jahr baut China mehr Solar- und Windkapazität zu als der Rest der Welt zusammen.

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Kohle bleibt zwar zentral für die Energieversorgung des Landes, ihre Rolle wandelt sich jedoch von der Hauptenergiequelle hin zur einer Reservekapazität. Was treibt diese Klima- und Energiepolitik? Klimaschutz gilt als globales öffentliches Gut und unterliegt daher erheblichen Anreizproblemen. Zugleich bringt er aber beträchtliche Zusatznutzen (Co-Benefits) jenseits der CO2-Minderung mit sich, etwa Gesundheitsverbesserungen durch sauberere Luft oder eine höhere Energiesicherheit. Der Vortrag beschreibt die chinesische Energie- und Klimapolitik und bewertet, welche Rolle diese Zusatznutzen für ihre Ausgestaltung spielen.

Andreas Löschel Foto: www.roberthoernig.com

Chinas Klimapolitik wird nicht nur vom Klimaschutz getrieben, sondern auch von ihren Zusatznutzen für Energiesicherheit und Gesundheit.

Prof. Dr. Andreas Löschel

Grüner Stahl – auf dem Weg zur klimaneutralen Industrie?

Nk-adobe.stock.com Adobestock 2093345946 Website Foto: NK-adobe.stock.com
 

Zum Inhalt der Veranstaltung

Stahl ist ein unverzichtbarer Werkstoff für Industrie, Infrastruktur und Energiewende – seine Herstellung verursacht jedoch erhebliche Treibhausgasemissionen. Der Vortrag zeigt, wie sich die europäische Stahlindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität grundlegend verändern muss.

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Im Mittelpunkt stehen neue Produktionsverfahren auf Basis von Direktreduktion, Wasserstoff und Elektrolichtbogenöfen sowie die Frage, unter welchen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen „grüner Stahl“ wettbewerbsfähig werden kann. Anhand einer Fallstudie für ein integriertes deutsches Stahlwerk werden unterschiedliche Transformationspfade, ihre Kosten und ihre Klimawirkungen untersucht. Dabei wird deutlich: Technische Lösungen sind vorhanden, doch ihr Erfolg hängt entscheidend von der Verfügbarkeit und den Preisen von grünem Wasserstoff und grünem Strom, verlässlichen politischen Rahmenbedingungen sowie einer langfristig tragfähigen Transformationsstrategie ab.

 
Thomas Spengler Foto: TU Braunschweig

Grüner Stahl ist technisch möglich – doch über seinen Erfolg entscheidet nicht allein die Technologie, sondern die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie eine langfristig tragfähige Strategie

Prof. Dr. Thomas Spengler

Von Gewinnern und Verlierern in der Kreislaufwirtschaft

Offene Hand mit leuchtendem Kompass und drei Säulen mit den Beschriftungen Ökonomie, Ökologie und Soziale Gerechtigkeit Foto: Sawitree88-adobe-stock.com

Zum Inhalt der Veranstaltung

Die Transformation zur Kreislaufwirtschaft ist ökologisch zwingend notwendig und bietet gleichzeitig das Potential, Wirtschaftsstrukturen resilient und wettbewerbsfähig zu gestalten – der BDI erhofft sich für Deutschland bis zu 800 Mrd. Euro zusätzliche Wertschöpfung bis zum Jahr 2045.

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Aber wer genau wird von diesen ökonomischen Potentialen profitieren? Und wer gehört auf der Gegenseite zu den potentiellen Verlierern einer solchen disruptiven Transformation? Und mit Blick auf diese Fragen: Wer definiert eigentlich die Regeln, nach denen die Gewinne der Kreislaufwirtschaft gesellschaftlich verteilt werden?

Vor dem Hintergrund neuer Kreislaufwirtschaftsstrategien auf der regionalen, nationalen und europäischen Ebene analysiert der Vortrag, was eigentlich als eine „gerechte“ zirkuläre Gesellschaft definiert werden kann und welche Rolle dabei insbesondere der Beteiligung an Entwicklungsprozessen zukommt.

 
Thomas Spengler Foto: Volker Wiciok

Kreislaufwirtschaft ist per se weder nachhaltig noch gerecht, sie muss so gestaltet werden. Dazu braucht es jedoch Analyseinstrumente und Kriterien, die weit über Recyclingquoten hinausgehen.

Prof. Dr. Henning Wilts

 

Videoaufzeichnungen

Forschungsschwerpunkt E/U/N | 13.10.2026