Digitale Lehre

Von Staub zu Bits: Wissen, Archive und historische Forschung im Zeitalter des digitalen turn

Zahlreiche Regalmeter Aktenmaterial unterschiedlichster Gattungen aus den verschiedensten Archiven wurden in jüngster Vergangenheit digitalisiert und online zugänglich gemacht. Trotz der damit verbundenen Veränderungen sowie dem hohen Innovationspotential für die Geschichtswissenschaft, wird diesem Aspekt bislang nur selten ein zentraler Stellenwert an deutschsprachigen Universitäten eingeräumt. Ziel dieses Projektes in der Lehre in unserem Lehrgebiet ist es, den kritischen Umgang mit historischen Materialien zu vertiefen und gleichzeitig über die Vor- und Nachteile digitaler Archivpraktiken zu reflektieren. So kann die Vermittlung der Geschichte der europäischen Moderne auf eine grundlegend neue, in der vordigitalen Zeit so nicht mögliche Weise empirisch materialnah erfolgen und neue aktuelle Perspektiven auf die in den Modulen behandelte Thematik der Vielfalt der europäischen Moderne eröffnen. Die Umsetzung eines virtuellen Klassenzimmers im Rahmen dieses Projektes soll dabei die Schwerpunkte auf die Reflexion des Zusammenhangs von digitalen Medien und Wissen einerseits und auf die systematische Einbindung von digitalen Ressourcen in das Geschichtsstudium andererseits setzen. Der in den traditionellen Studienbriefen bisher nicht berücksichtigten Recherche in digitalen Archiven wird im virtuellen Klassenzimmer deshalb ein methodenreflexiver Schwerpunkt gewidmet als auch das quellenbasierte Arbeiten gefordert und gefördert.

03.03.2020