Wissen

Bild: Library of Congress

Wir können Wissen als „Ordnungen“ verstehen, die unser Miteinander prägen und durch gesellschaftliche Prozesse transformiert werden. Vor allem durch die Etablierung verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert, bietet sich die (Europäische) Moderne für die historische Forschung als erkenntnisfördernder Zeitraum zur Geschichte des Wissens und seines Wandels an. Denn Wissen war und ist stets im Wandel. Die Produktion und Zirkulation von Wissen kann als „historische Epistemologie“ begriffen werden.

Mit dem am Lehrgebiet forcierten Ansatz der „Geschichte des Wissens“ wird die Zirkulation von Wissenuntersucht, etwa auf transnationalen Ebenen. Dabei werden verschiedene Formen des Wissens in den Blick genommen, wie alltägliches, politisches, religiöses oder künstlerisches Wissen.

Eine Geschichte des Wissens fragt konkret, wann und wie ein bestimmtes Wissen zu einem Thema entstand und wie sich Wissen entwickelt und transformiert. Sie fragt, warum bestimmtes Wissen sich (nicht) etabliert, welches Wissen legitimiert und welches infrage gestellt wird, ob es ein „wahres“ Wissen geben kann und wer dieses bestimmt. Relevant ist zudem die Wechselwirkung zwischen Wissen und Macht: Macht kann dienen, Wissensansprüche zu festigen. All diese Fragen sind auch für die Forschung am Lehrgebiet von Relevanz. So geht Alexandra Przyrembel der Frage nach was Wissen ist, im Hinblick auf koloniales Wissen und „entkolonisiertes“ Wissen in der Moderne. Mareen Heying fragt, welches Wissen über Alkohol im 19. Jahrhundert wie transformiert wurde.

13.04.2021