Gewalt

Abbildung: Library of Congress

Gewaltphänomene sind in Geschichte und in der Geschichtswissenschaft allgegenwärtig. Ein Schwerpunkt in Forschung und Lehre des Lehrgebietes ist das Verhältnis von Gewalt und Moderne. So unscharf der Gewaltbegriff ist, so vielfältig sind die methodischen Zugänge, mit denen sich die Geschichtswissenschaft ihm nähert. Lag der Fokus lange auf staatlicher und kriegerischer Gewalt, sind demgegenüber in der jüngeren kulturgeschichtlich orientierten Forschung Fragen nach der Dynamik von Gewaltprozessen, nach „Räumen“ von Gewalt und der Kontextualisierung von Gewaltsituationen, nach Praktiken und Repräsentationen von Gewalt in den Fokus gerückt.

In den derzeit laufenden Forschungsprojekten des Lehrgebietes werden Rückwirkungen kolonialer Gewalt auf das europäische 'Zentrum' (Saskia Geisler) sowie der Zusammenhang von „Rasse“-, Sexualitäts- und Körpervorstellungen für die gewaltdurchsetzte Geschichte der Europäischen Moderne (Arndt Neumann, Alexandra Przyrembel) ebenso herausgearbeitet, wie Praktiken und Repräsentationen genozidaler Gewalt im 20. Jahrhundert (Florian Gregor). Zeitgleich wird durch die Erforschung der Erfindung des modernen Militarismus (Wolfgang Kruse) auch das anfangende 20. Jahrhundert in den Fokus gesetzt.

13.04.2021