Exkursionen

Forschungsreisen am Lehrgebiet Geschichte der Europäischen Moderne

Wie das Historische Institut insgesamt führt auch das Lehrgebiet Geschichte der Europäischen Moderne Exkursionen durch, um die im Studium vermittelten Inhalte durch unmittelbare Eindrücke zu vertiefen. Dabei werden bei diesen Gruppenreisen zu wissenschaftlichen Zwecken Museen, Gedenkstätten, Archive und weitere entsprechende Institutionen, aber auch unterschiedlichste Orte historischer Bedeutung bzw. Erinnerung besucht. Besonderer Wert wird dabei auf die Begegnung mit Personen gelegt, die die besuchten wissenschaftlichen Einrichtungen leiten, die Gruppe themenbezogen führen und für Gespräche zur Verfügung stehen.

mehr Infos

In einem Vorbereitungsseminar, dessen Besuch Voraussetzung für die Teilnahme an der Exkursion ist, werden inhaltliche und organisatorische Fragen geklärt. Das Konzept der Exkursion sowie die einführende Literatur werden ebenso vorgestellt wie das Programm und ggf. der Reiseverlauf. Ebenso verpflichtend wie die Teilnahme am Vorbereitungsseminar ist die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats vor Ort, das in einer umfänglicheren Version in den Exkursionsreader einfließt, der vor Reiseantritt allen Reisenden zur Verfügung gestellt wird. So werden auf der vorbereitenden Veranstaltung auch die Referatsthemen verteilt; außerdem bietet sie die Möglichkeit des (ersten) gegenseitigen Kennenlernens.

Zur weiteren Vorbereitung auf die Exkursion wird eine Moodle-Plattform eingerichtet, die für einen ständigen Austausch der Reisenden sorgen soll, da bis zum Reisebeginn in der Regel mehrere Monate vergehen. Hier werden alle für die Durchführung der Exkursion notwendigen Informationen (u.a. der Exkursionsreader), Literaturhinweise und weitere, die Exkursionsthemen betreffende Hinweise sowohl von Seiten der Exkursionsleitung, aber auch von den Teilnehmenden eingestellt. Zudem soll die Moodle-Plattform Studierenden ermöglichen, untereinander zu kommunizieren und inhaltlich wie persönlich den Zusammenhalt der Gruppe zu fördern.

 

Ypern (2020) - Tod, Trauer und Erinnerung. Westflandern und der Erste Weltkrieg

Exkursionsbericht wird noch zur Verfügung gestellt

Ankündigungstext (Archiv):

Die Flandernschlachten der Jahre 1914, 1915, 1917 und 1918 zählen zu den bedeutendsten Schlachten an der Westfront. In ihnen standen dem deutschen Heer Truppen aus Frankreich, Belgien, Großbritannien und dem Commonwealth gegenüber. Bereits im November 1914 stabilisierte sich die Front im Gebiet vor der Kleinstadt Ypern, die auch in den weiteren Kriegsjahren heftig umkämpft blieb und komplett zerstört wurde. In den Gräben rund um Ypern kamen neueste Militärtechniken zum Einsatz. Dort setzten die Deutschen in der Zweiten Flandernschlacht erstmals Giftgas ein. Der zermürbende vierjährige Stellungskrieg mit wiederholten Offensiven und Gegenoffensiven prägt die Landschaft des Ypernbogens bis heute.

Wurden die Flandernschlachten auf deutscher Seite lange Zeit mit dem Namen Langemark (der kleine Ort nördlich von Ypern hieß bis 1945 Langemarck) verbunden und im „Mythos von Langemarck“ propagandistisch verklärt, nimmt insbesondere die Dritte Flandernschlacht – in Brutalität und Opferzahlen vergleichbar mit der Schlacht an der Somme – einen herausragenden Platz im kulturellen Gedächtnis Großbritanniens und seiner ehemaligen Dominions ein. Das Gedicht In Flanders Fields, in dem der kanadische Armeearzt John McCrae seine Trauer über den Kriegstod eines Kameraden in der Zweiten Flandernschlacht verarbeitete, avancierte zum populärsten Gedicht über den Ersten Weltkrieg. Überhaupt finden sich in Ypern und Umgebung Hunderte „Orte der Erinnerung“ – Friedhöfe, Denk- und Mahnmale, ehemalige Stellungen, aber auch Museen und Ausstellungen, die das Kriegsgeschehen erinnern.

Unter einer erinnerungskulturellen Perspektive werden wir u.a. das Museum In Flanders Fields und/oder das Memorial Museum Passchendaele 1917 sowie den Friedhof Langemark besuchen, erwandern einen Teil der ehemaligen Schlachtfelder und nehmen an einem britischen Gedenkzeremoniell teil.

 

Krakau (2018) - Erinnerungs- und Geschichtspolitik einer polnischen Metropole: 1900 bis 1970

Krakau - Exkursionsbericht (PDF 1 MB)

Ankündigungstext (Archiv):

Krakau: Erinnerungs- und Geschichtspolitik einer polnischen Metropole: 1900 bis 1970 In diesem Seminar wollen wir uns mit der polnisch-jüdisch-deutschen Beziehungsgeschichte vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre auseinandersetzen. Im Zentrum dieses Seminars stehen zum einen die deutsche Besatzungspolitik während der nationalsozialistischen Okkupation und zum anderen die Strategien der Erinnerung an diese Besatzungspolitik sowie die Ermordung der jüdischen Bevölkerung, wie sie in der Stadt Krakau an vielen Orten und Straßen noch heute anzutreffen sind. Während der drei Tage in Krakau werden wir unter anderem die Stadt Oświęcim, das Vernichtungslager Birkenau, Schindlers Fabrik, die Burganlage Wawel sowie das jüdische Viertel Kazimierz in Krakau besuchen, um die oben erwähnten Fragestellungen gemeinsam zu diskutieren.

wahlbrinck | 14.04.2020