Masterarbeit

Themenvorschläge und Formalia

Bevor Sie sich beim Prüfungsamt für die Masterarbeit anmelden, sollten Sie in einem ersten Schritt das Thema mit dem Lehrgebiet abklären. Alle Informationen zu den Anforderungen und formalen Vorgaben finden Sie in unserem Handout: Anforderungen an Haus- und Abschlussarbeiten (PDF 2 MB)

Hier schlagen wir Ihnen mögliche Masterarbeitsthemen vor, an denen Sie sich orientieren können. Wenn Sie Interesse daran haben eins davon zu bearbeiten oder noch Fragen bestehen, wenden Sie sich bitte an den genannten Ansprechpartner oder die genannte Ansprechpartnerin.

Darüber hinaus haben Sie aber auch die Möglichkeit, eine eigenständige Fragestellung zu entwickeln. Es sollte aber rechtzeitig mit dem Lehrgebiet abgeklärt werden, ob dieses Thema für eine Abschlussarbeit geeignet ist. Im Anschluss daran schreiben Sie ein Exposé für die weitere Besprechung.

Masterarbeitsthemen

Einsatz von Bildungstechnologien und Veränderung von Lehr-/Lernprozessen in verschiedenen Bildungskontexten
(E-Mail an Prof. Dr. Claudia de Witt: claudia.dewitt)

  • Neu: KI-unterstützte Profilbildung im bildungswissenschaftlichen Studium
    (E-Mail an Dr. Martina Braasch: martina.braasch)

    Personalisierung des Lernens
    ist eines der Ziele beim Einsatz von künstlicher Intelligenz im Bildungssektor. Hiermit ist der individuelle Zuschnitt von Angeboten und Empfehlungen für Studierende gemeint. Für diesen Zweck erfasst das KI-System Daten von den Studierenden und nimmt eine Analyse und Auswertung vor. Jede*r Studierende ist einzigartig, allerdings ist es den heutigen KI-Anwendungen noch nicht möglich, die Einzigartigkeit aufzugreifen, vielmehr werden verschiedene Verfahren eingesetzt, um Personalisierung zu realisieren. Eine Möglichkeit ist die Entwicklung von Studierenden-Profilen. Diese ordnen anhand ausgewählter Kriterien Studierende bestimmten Profilen zu. Ein solches Profil kann dann aus der Motivation der Studierenden und ihren Beweggründen für die Entscheidung für das Studium bestehen. Weiterhin können Studierende dahingehend unterschieden werden, welche Module sie im Verlaufe des Studiums aus welchen Gründen wählen. Darüber hinaus besteht die Aufgabe von Studierenden im Laufe ihres Studiums auch darin, ihre eigenen fachlichen Interessen und Schwerpunkte zu entwickeln und zu verfolgen. Mit der Zeit sollten sie ein eigenes fachliches Profil im Studiengang ausbilden, welches sich beispielsweise in ihren wissenschaftlichen Arbeiten oder auch in ihren zukünftigen beruflichen Bestrebungen widerspiegelt. Eine KI kann auf der Grundlage solcher Profildaten und Kategorien passgenaue Entscheidungen für einzelne Studierende hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Interessensgruppe treffen, Empfehlungen (für Module und Inhalte) geben und so Studierende zielorientiert im Studium unterstützen.

    In den letzten vier Semestern wurden die Studierenden aus einem bildungswissenschaftlichen Modul nach ihren Beweggründen für das Studium des B.A. Bildungswissenschaft, ihrer Modulwahl, sowie ihren fachlichen Interessen befragt. Die Antworten liegen bereits digital vor. Die Auswertung der Ergebnisse und damit die Generierung von Kategorien, die anschließend für die Entwicklung einer solchen oben skizzierten Profilbildung genutzt werden können, ist noch nicht erfolgt. Genau hier setzt Ihre Masterarbeit an. Sie werten die vorliegenden Daten eigenständig aus und bilden Kategorien, die für die anschließende Profilbildung im Rahmen des KI-Einsatzes zugrunde gelegt werden. Dieser letzte Schritt erfolgt im Forschungsprojekt, sodass das Ziel Ihrer Arbeit ist, die Kategorien aus den Daten zu bilden, die der KI zur Verfügung gestellt werden können. Dafür ist das Einarbeiten in Verfahren der künstlichen Intelligenz eine theoretische Voraussetzung. Beim methodischen Vorgehen der Kategorienbildung aus den vorliegenden Daten werden Sie durch Ihre Betreuung unterstützt.
  • Künstliche Intelligenz in Lehr-/Lernprozessen oder Bildungsprozessen
    Interessante Fragestellungen in diesem Thema könnten die Verbreitung von KI-Methoden und –Anwendungen sein, oder eine Analyse der Ansatzmöglichkeiten für Künstliche Intelligenz in Lehr-Lernprozessen. Es können auch kritische Auseinandersetzungen zu Lehr-Lernprozessen mit Künstlicher Intelligenz (bspw. Intelligenter Tutorieller Systeme, Recommender-, oder Assistenzsysteme) und Bildungsprozessen oder ähnliches sein.
  • Learning Analytics in der Hochschule
    Dieses Thema bietet verschiedene Bearbeitungsrichtungen. Es können Einsatzszenarien analysiert werden oder der Status Quo von Learning Analytics in Hochschulen betrachtet werden. Auch ist es möglich unter diesem Thema Ansätze oder Nutzen einzelner Zielgruppen näher zu betrachten bspw. Lernende unter dem Aspekt der Selbstregulation oder ähnlichem. Verwandte Themen zu Big Data und Educational Data Mining können auch vorgeschlagen werden.
  • Personalisierung und/oder Individualisierung durch den Einsatz digitaler Medien im Studium / in der beruflichen Bildung / in der Schule
    Unter diesem Thema können Sie bestehende Szenarien und Anwendungsgebiete erforschen oder den Forschungsstand systematisch aufarbeiten. Ebenso können eigene Konzeptionen für Personalisierungen oder Individualisierungen entwickelt, ggfs. umgesetzt und evaluiert werden oder eine theoretische Aufarbeitung und Weiterentwicklung einzelner Teilbereiche durchgeführt werden.

Digitalisierung – Bildung, Mensch, Technik
(E-Mail an Prof. Dr. Claudia de Witt: claudia.dewitt)

  • Adaptive Lernsysteme und die interdependente Beziehung zwischen Mensch und Technik
  • Digitalisierung und die Theorie des Pragmatismus
  • Medienkommunikation und soziale Netzwerkforschung
  • Digitale Bildung – kontextuelle Bestimmungen und (kritische) Reflexionen
  • Aufarbeitung der (historischen) Verwobenheit zwischen digitaler Technik und Bildung

Bildungswissenschaftliche Theorieentwicklung
(E-Mail an Prof. Dr. Claudia de Witt: claudia.dewitt)

  • Bildung im Kontext von Medialität, Mediatisierung, Digitalität, Gesellschaft 4.0
    Die zunehmende Verwendung digitaler Medien bedarf zweifelsohne auch einer bildungstheoretischen Reflexion. In der zu bearbeitenden Masterarbeit wird es darum gehen, einen Bildungsbegriff zu ergründen, um diesen anschließend mit einer geisteswissenschaftlichen Reflexionsfigur (Medialität, Mediatisierung, Digitalität, Gesellschaft 4.0 o. ä.) des digital Medialen systematisch zu verbinden.
  • Digitalisierung und (Un-) Freiheit
    Bildungswissenschaft wird häufig auf Vorstellungen des souveränen und emanzipierten Menschen bezogen, der sich unter anderem gegenüber strukturellen Macht- und Herrschaftsverhältnissen zu behaupten habe. Der Einsatz digitaler Technologien und die Nutzung digitaler Medien bedingt Entwicklungen, die eine Zunahme von äußeren Einflüssen, Einschränkungen, Herausforderungen oder gar Zwängen implizieren. Innerhalb einer Masterarbeit ergeben sich damit eine Vielzahl an Möglichkeiten, um diese Entwicklung anhand einer konkreten Vorstellung von Bildung zu reflektieren.
  • Bedingungen und Formen des digitalen Lernens
    Mit der zunehmenden Verwendung mobiler digitaler Medien geht nicht nur eine Veränderung individueller und kollektiver sowie privater und beruflicher Lebenswelten einher, ebenso wird der Einsatz solcher Lernszenarien möglich, die von Lernenden räumlich und zeitlich entgrenzt genutzt werden können. Eine zentrale Folge ist, dass Lernpraktiken zunehmend an bereits lebensweltlich etablierte Informations- und Kommunikations­praktiken gekoppelt werden. Lernen mit digitalen Medien wird so unter anderem im sozialen (Weber) und kommunikativen (Habermas) Handeln performant. Ziel der Masterarbeit ist die Ergründung dieser Performanz anhand einer Verbindung zwischen relevanten Lern- und Handlungstheorien, die in Anbetracht neu entstehender digitaler Strukturen neu zu ordnen sind.

Kooperationsthemen mit e-KOO (Koordinationsstelle für E-Learning und Bildungstechnologien der FernUniversität in Hagen)
(E-Mail an Dr. Claudia Grüner: claudia.gruener)

Hinweis: Im Falle der Wahl eines der folgenden Themen erklären Sie sich zur Weitergabe Ihrer Ergebnisse an die e-KOO im Anschluss an die Masterarbeit bereit. Die e-KOO unterstützt Sie beim Feldzugang, wobei die Kontaktanbahnung mit e-KOO über die genannten Ansprechpartner (s.o.) des Lehrgebietes erfolgt.

  • Faktoren zur Verstetigung der im Laufe der Corona-Pandemie als ‚Notlösung‘ ergriffenen Maßnahmen im Hochschulkontext
    • Wie lassen sich die teils ad hoc eingeführten Maßnahmen in den Regelbetrieb überführen, welche Faktoren sind dabei zu berücksichtigen (didaktisch, technisch, rechtlich…)?
    • Welches könnten die maßgeblichen und entscheidenden Faktoren sein?
  • WebBlogs als Informations- und Kommunikationsinstrument zur Unterstützung von Veränderungsprozessen an Hochschulen
    • Bedeutung von Blogs als strategisches Instrument im Rahmen von Change-Management an einer Hochschule
    • Informationsvermittlung versus Kommunikationsmedium – oder doch beides?
  • Forschendes Lernen im Studium/ im Fernstudium und Medieneinsatz
    • Konzipierung einer Lehrveranstaltung & Experteninterviews zur Umsetzungsmöglichkeit (Machbarkeitsstudie); Einsatz sowohl an der FernUniversität aber auch anderen Hochschulen möglich
    • Erprobung und Analyse spezifischer (digitaler) Tools und Medien in Lehrveranstaltungen, die nach dem Ansatz Forschenden Lernens konzipiert sind
  • Gamification (in der Hochschullehre/ in Bildungskontexten)
    • Konzipierung einer Lehrveranstaltung & Experteninterviews zur Umsetzungsmöglichkeit (Machbarkeitsstudie); Einsatz sowohl an der FernUniversität, an anderen Hochschulen oder auch in anderen Bildungskontexten möglich
  • Mitarbeiterqualifizierung und Hochschuldidaktik
    • Konzept zur Umsetzung des 70:20:10-Modells im Bereich Medienkompetenz für Hochschullehrende – Konzeptentwicklung, Erprobung oder Expertenrückmeldung
  • Lehrvideos
    • Erfolgs- und Störfaktoren für die Qualität von Lehrvideos im bildungswissenschaftlichen Kontext

Erstellung eines Exposés

Struktur:
  1. Titelblatt (Titel, Untertitel, etc.)
  2. Inhaltsverzeichnis
  3. Ausgangslage und Problemstellung
  4. Forschungsinteresse /-frage
  5. Stand der Forschung
  6. Vorgehen (theoretischer Hintergrund/empirische Untersuchung)
  7. Gliederung
  8. Literatur

Umfang: ca. 5-8 Seiten (Punkte 3-6)

21.06.2022