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Marcus Specht neuer Wissenschaftlicher Direktor von CATALPA
[15.01.2026]Wechsel an der CATALPA-Spitze: Mit Prof. Dr. Marcus Specht hat das Forschungszentrum seit kurzem einen neuen Wissenschaftlichen Direktor.
Foto: Hardy Welsch/Henrik Schipper
Specht folgte zum 1. Januar auf Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse, der das „Center of Advanced Technology for Assisted Learning and Predictive Analytics” aufgebaut und bis Ende 2025 geleitet hatte. Rund 60 Wissenschaftler*innen aus Psychologie, Computerlinguistik, Bildungswissenschaft, Organisationssoziologie und Informatik forschen an der Zentralen Einrichtung der FernUniversität in Hagen. Dabei gehen sie nach dem Reallabor-Prinzip Fragen rund um die Verbesserung der Hochschulbildung auf den Grund. „Bei CATALPA haben wir ideale Voraussetzungen für die interdisziplinäre Forschung im Bereich Learning Engineering mit KI, Learning Analytics und anderen Bildungstechnologien“, so Specht. „Ich freue mich darauf, dieses Forschungsfeld gemeinsam mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern weiter voranzubringen.“
Learning Engineering im Reallabor
CATALPA arbeitet im Reallabor nach der Methodik des „Learning Engineering“. Das heißt: Auswirkungen und Potenziale von KI und anderen Bildungstechnologien werden zunächst in einem geschützten Rahmen interdisziplinär erforscht, bewährte Prototypen nach iterativen Prozessen schließlich in den Regelbetrieb der FernUniversität mit rund 80.000 Studierenden überführt.
Bereits seit Anfang 2025 hat Marcus Specht die CATALPA-Forschungsprofessur „Learning Sciences in Higher Education“ inne und forscht hier zur Psychologie des digitalen Lehrens und Lernens. Davor begleitete er CATALPA mehrere Jahre lang als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats. Der bisherige Wissenschaftliche Direktor Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse schätzt an seinem Nachfolger besonders die Expertise in gleich mehreren Fachdisziplinen: „Marcus Specht hat zwar Psychologie studiert, aber er hat auch eine hohe Expertise im Bereich Informatik“, sagt Hesse. „Dieser interdisziplinäre Ansatz passt hervorragend zu CATALPA.“
Verbindung von Psychologie und Informatik
Die Verbindung zwischen Psychologie und IT faszinierte Specht schon früh: Schon vor Beginn seines Studiums befasste er sich mit Intelligenten Tutoriellen Systemen, die Lernende durch individuelle Hinweise unterstützen. Im zweiten Semester belegte er dann die Veranstaltung „KI für Psychologen“ und befasste sich mit Programmiersprachen. „Das hat mich sehr geprägt“, erzählt Specht.
In verschiedenen Positionen arbeitete er später sowohl in Psychologie als auch in der Informatik, in den letzten Jahrzehnten vorwiegend in den Niederlanden. Unter anderem war er Wissenschaftlicher Direktor am Leiden-Delft-Erasmus Centre for Education and Learning. Neben seiner Forschungsprofessur bei CATALPA hat er derzeit noch einen Lehrstuhl für Digital Education in der Fakultät für Electrical Engineering, Mathematics und Computer Science (EEMCS) an der TU Delft.
Foto: Volker Wiciok
Mir geht es um die erfolgreiche Integration von Technologie zur Unterstützung menschlicher Lernprozesse. CATALPA hat für diese Forschung die idealen Rahmenbedingungen
Prof. Dr. Marcus Specht
Enge Verzahnung von Theorie und Praxis
„Mir geht es um die erfolgreiche Integration von Technologie zur Unterstützung menschlicher Lernprozesse“, sagt Specht. „CATALPA hat für diese Forschung die idealen Rahmenbedingungen.“ An der FernUniversität in Hagen ist digitales Lehren und Lernen längst selbstverständlich. Dank einer Learning-Analytics-Ordnung ist eine strukturierte Analyse der pseudonymisierten Lerndaten möglich. Beides sind wichtige Voraussetzungen für die Erforschung von digital gestützten Lernprozessen im realen Setting.
Foto: Thomas Rosenthal
„Mein Vorgänger Friedrich Hesse hat mit dem Aufbau dieses Reallabors wichtige Grundlagen geschaffen“, sagt Marcus Specht. „Wir haben eine klare Profilierung auf Forschungsfragen rund um die Zukunft der Hochschulbildung.“ Diese Ausrichtung wolle er weiterführen, mit weiterhin hochrangigen Publikationen in Top-Journals einerseits und dem Transfer der skalierbaren Forschungsergebnisse in die Hochschulwelt andererseits. „Passend zum Leibniz-Leitsatz ,Theoria cum praxi‘, also der engen Verzahnung von Theorie und Praxis.“ Aus diesem Anlass hat Specht unter anderem die Organisation des Bildungspolitischen Forums 2027 für das Leibniz Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale (LERN) übernommen, bei dem CATALPA seit kurzem Mitglied ist.
Friedrich Hesse begleitet CATALPA weiterhin
Auf die Unterstützung seines Vorgängers Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse muss Specht in den nächsten Monaten auf diesem Weg auch weiterhin nicht verzichten: Der frühere Wissenschaftliche Direktor des Leibniz-Instituts für Wissensmedien sowie ehemalige Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft begleitet das Forschungszentrum noch bis Ende September 2026 als Gründungsdirektor. „Dabei geht es vor allem um Netzwerk-Arbeit“, so Hesse. „Das Forschungszentrum hat sich in den vergangenen Jahren einen Ruf von Exzellenz und Expertise aufgebaut. Das werden wir nun gemeinsam weiter ausbauen.“
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