Bioethik am Schwarzen Meer: „Eine Fülle neuer Perspektiven!“

Im September hat das Lehrgebiet „Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Ökonomie“ Studierende der FernUniversität zur Sommerschule eingeladen. Veranstaltungsort war Kiten am Schwarzen Meer.


Ein Landschaftspanorama: Grüner Wald im Vordergrund, im Hintergrund das Schwarze Meer
Der Blick vom Gästehaus der Universität Sofia in Kiten auf das Schwarze Meer (Foto: Dr. Marcus Knaup)

Philosophische Forschung findet nicht nur in der Bibliothek inmitten von Büchern statt – sie ist auch „mit Meerblick“ fruchtbar: Das Lehrgebiet „Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Ökonomie“ der FernUniversität in Hagen hat im September eine siebentägige Sommerschule innerhalb der Reihe „Bioethics in Context“ angeboten. Ort der internationalen Veranstaltung war das Gästehaus der Sofioter Universität St. Kliment Ohridski in Kiten, direkt am Schwarzen Meer.

Von der FernUniversität kamen fünf Studierende nach Bulgarien, um bei den Vorträgen, Seminaren und Workshops rund um das Thema „Philosophy and Life Sciences in Dialogue. Theoretical and Practical Questions“ mitzumachen. „Die Teilnahme war ein Highlight meines bisherigen Studiums der Philosophie an der FernUniversität“, blickt Fernstudent Tobias Bauer zurück. „Mir haben sich eine Fülle neuer Perspektiven für mein weiteres Studium eröffnet.“

Junge Menschen sitzen in einem Seminarraum. Vor Kopf läuft eine Power-Point-Präsentation.
In Arbeitsgruppen diskutierten Studierende aus verschiedenen europäischen Ländern über drängende Fragen der Bioethik. (Foto: Dr. Marcus Knaup)

Lust auf Dialog

Das Treffen war bereits das vierte in Folge und wurde gemeinsam mit der Philosophischen Fakultät der Universität St. Kliment Ohridski veranstaltet. Zusätzliche Kooperationspartner waren die Universitäten von Zagreb, Thessaloniki, Kreta und Linz sowie die Akademie für Politische Bildung in Tutzing. Die Organisation übernahm Prof. Dr. Thomas Sören Hoffman, Leiter des Lehrgebiets Praktische Philosophie an der FernUniversität, zusammen mit Prof. Dr. Valentina Kaneva von der Universität Sofia. Auch Dr. Marcus Knaup, Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Prof. Hoffmanns Lehrgebiet, reiste als Dozent mit nach Kiten.

Inhaltlich deckte die Sommerschule ein breites Spektrum ab. „Diskutiert wurde sowohl über aktuelle Herausforderungen der Bioethik als auch über normative Aspekte“, erklärt die Sofioter Professorin Kaneva. „Zudem wurden verschiedene gesellschaftlich-kulturelle Fragen in südosteuropäischen Ländern beleuchtet.“

Das offene Konzept kam gut an: „Besonders hat mir gefallen, dass die Philosophie in den Dialog mit den Lebenswissenschaften getreten ist und ich als Naturwissenschaftler aus dem Bereich ‚Life Sciences‘ meine Sichtweise einbringen konnte“, findet etwa der Pharmakologe Dr. André Marx, der an der FernUniversität Philosophie studiert. Auch Prof. Kaneva meint: „Die Freude am Dialog war bei Dozentinnen, Dozenten und Studierenden überall spürbar.“

Drei Personen mit Namenschildern am Tisch
Die Leitung der Sommerschule übernahmen FernUni-Professor Thomas S. Hoffmann (li.) und Prof. Dr. Valentina Kaneva von der St. Kliment Ohridski Universität. Prof. Dr. Dimitar Denkov (re.) war als Dekan der Philosophischen Fakultät von Sofia zugegen. (Foto: Dr. Marcus Knaup)

Diskussionen über Grenzen hinweg

Viele der Teilnehmenden nutzten zudem die Chance, ihre Abschlussarbeiten und Promotionsprojekte vor einem internationalen Publikum vorzustellen. „Ich bin dankbar für die Gelegenheit, mich mit prominenten Wissenschaftlern aus ganz Europa austauschen und Studierenden unterschiedlicher Nationen begegnen zu können“, freut sich Eva Delivogiatzi, die an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki promovieren möchte.

Prof. Hoffmann richtet seinen Blick als Direktor der Veranstaltungsreihe „Bioethics in Context“ bereits auf das kommende Jahr: „Unsere Kooperation wird in jedem Fall fortgesetzt.“ Die nächste Sommerschule findet vom 17. bis 24. Juni 2018 in Tutzing am Starnberger See statt. Grund zur Vorfreude gibt nicht nur der malerische Veranstaltungsort, sondern auch das Thema „Life, Living Bodies, and the Genes“. „Es wird schwerpunktmäßig um hochaktuelle Fragen der Gentherapie und genetischen Manipulation gehen, wozu wir auch Biologen von der LMU München mit an Bord haben“, so Hoffmann.

Gruppenbild der Teilnehmenden
Die Teilnehmenden der Sommerschule 2017 (Foto: privat)

Weitere Informationen

Benedikt Reuse | 04.10.2017