Neue Herausforderungen für Juristenausbildung

Bei einer EDELNet-Konferenz ging es um gesellschaftliche Veränderungen, die sich auf das juristische Bewusstsein auswirken können. Die FernUniversität war Mit-Organisatorin.


„Improving Quality in Legal Studies. Perspectives on Diversity, Internationalization and Digitization” lautete der Titel einer internationalen Fachtagung des EDELNet-Projektes der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität. Rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus sieben Ländern debattierten im Bonner Regionalzentrum der Hagener Universität über aktuelle Fragen der Digitalisierung, Internationalisierung und Diversität in juristischen Studiengängen.

Hierbei entwickelte sich zwischen den Teilnehmenden schnell ein Konsens: Gerade die juristischen Fakultäten tun sich mit Veränderungen schwer. Dieser Befund gilt mindestens europa-, wenn nicht sogar weltweit. Dabei liegen die Herausforderungen auf der Hand. Trotz der Veränderungen, denen sich die west- und mitteleuropäischen Gesellschaften derzeit stellen müssen, ist das juristische Bewusstsein und damit einhergehend die Juristenausbildung noch sehr im nationalen Denken verhaftet und adressiert zu häufig homogene Gruppen innerhalb der Gesellschaften.

Ein Mann spricht stehend zu sitzenden Zuhörenden Foto: FernUniversität
Prof. Sebastian Kubis bei seiner Begrüßungsrede

Hierdurch stellt sich die Frage, ob angehende Juristinnen und Juristen aufgrund der tradierten Ausbildungswege und Lehr- bzw. Lernformen in der Lage sind, den Herausforderungen in den Bereichen Wirtschaft und Justiz, aber auch Sicherheit, Gesundheit oder Umwelt sowie Nachhaltigkeit mit dem entsprechenden Wissen und Fertigkeiten zu begegnen. Zu diesen und anderen Fragen diskutierten die an der Konferenz Teilnehmenden, welche Rolle das internationale Recht künftig in der Ausbildung spielen soll, welche technischen und sozialen Skills künftig in die Curricula aufgenommen werden sollten und ob die Digitalisierung einen Beitrag zur diversitätssensiblen Juristenausbildung leisten kann.

Neben Key-Note Vorträgen von Prof. Dr. Huub Spoormans von der niederländischen Open Universiteit (OU NL) und Prof. Dr. Carla Reyes von der Michigan State University teilte sich die Diskussion in vier Panels auf, in denen weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, den Niederlanden, Spanien Polen, Litauen und dem Vereinigten Königreich Beiträge leisteten.

Mit der Tagung, die vom Prorektor der FernUniversität für Studium und Diversität Prof. Dr. Sebastian Kubis eröffnet wurde, lieferte das EDELNet-Projekt einen wichtigen Beitrag zum Hagener Forschungsschwerpunkt „Digitalisierung, Diversität und Lebenslanges Lernen. Konsequenzen für die Hochschulbildung“. Prof. Kubis stellte auch die Ergebnisse des Diversitätsaudits der FernUniversität vor.

Organisiert wurde die Tagung – die zugleich ein Multiplier-Event der strategischen ERASMUS+-Partnerschaft des EDELNet-Konsortiums darstellte und somit durch das Programm teil-finanziert wurde – mit großer Unterstützung des Regionalzentrums Bonn von der FernUniversität, der OU NL sowie der spanischen Fernuniversität UNED. Kooperationspartner war das Kompetenzzentrum für juristisches Lernen und Lehren der Universität zu Köln. An der Finanzierung beteiligten sich auch das Interne Forschungsförderprogramm der FernUniversität, die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität Hagen e. V. und die Rechtswissenschaftliche Fakultät.

Gerd Dapprich | 13.09.2018