Niemals langweilig: Dienstjubiläum für Prof. Stephan Meyering
Auf 25 Jahre im öffentlichen Dienst blickt Prof. Dr. Stephan Meyering zurück, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaft, insbesondere Betriebswirtschaftliche Steuerlehre.
Foto: FernUniversität
FernUni-Rektor Prof. Dr. Stefan Stürmer überreichte ihm jetzt die Ehrenurkunde zu seinem Dienstjubiläum. „Die Universität hat sich doch deutlich entwickelt, die Inhalte haben sich verändert, die Erwartungshaltung der Gesellschaft an die Universität hat sich verändert, die technischen Möglichkeiten haben sich verändert. Wahnsinnig, was da mittlerweile ganz einfach möglich ist“, staunt der Jubilar.
Meyering wurde 2010 als Professor an die FernUniversität berufen, nachdem er seine wissenschaftliche Karriere an der Universität des Saarlands gestartet hatte. „Ich war einer aus einer ganzen Reihe junger Wissenschaftler, die damals frisch an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft angefangen haben“, erinnert er sich an die Anfangszeit in Hagen. „Zum Glück durfte ich die Professur schon vorher vertreten und konnte mich ein wenig mit der FernUniversität vertraut machen.“ Von einer Präsenzuniversität kommend war der Wechsel an Deutschlands einzige staatliche Fernuniversität eine große Umstellung. 2010 war der zentrale Campus in Hagen erst im Entstehen, und viele Bereiche der Universität waren über das ganze Stadtgebiet verteilt. Das erlebte auch Meyering: „Mein erstes Büro war im ehemaligen Verwaltungsgebäude eines alten Industrieunternehmens in der Profilstraße im Lennetal untergebracht. Die Büros meiner Mitarbeitenden im Lehrstuhl waren im ganzen Gebäude verteilt. Erst als wir 2015 in ein Gebäude auf dem Campus umzogen, kam so richtiges Uniflair auf.“
Von der Papierpost zur virtuellen Präsenz
Ein Uniflair, das in Hagen seine Besonderheiten hat: Zu Beginn musste der junge Professor selbst Klausuraufsichten in Hamburg übernehmen, weil sein Mitarbeiterstab noch im Aufbau war. Hier spielte aber auch schon früher als anderswo die Kommunikationstechnik eine entscheidende Rolle, um die Studierenden auch aus der Ferne zu erreichen. „Zu Anfang meiner Zeit an der FernUniversität hatte das physische Postfach noch eine große Bedeutung, denn Papierpost war der Standard. Für den Postlauf und die Bearbeitung wurden 14 Tage Zeit einkalkuliert. Die Zeit konnte man für andere Aufgaben nutzen“, so Meyering. Heute sind Tablet oder Notebook die wichtigsten Werkzeuge, dicht gefolgt vom Handy, „auf dem ich unterwegs und während Sitzungen versuche, der Flut an E-Mails Herr zu werden und in den sozialen Medien Präsenz zu zeigen.“ Apropos Präsenz: Bedauerte es Meyering in den ersten Jahren noch, die Studierenden nur selten persönlich zu Gesicht zu bekommen, so macht es moderne Videokonferenzsoftware heute möglich, dass auch die virtuellen Seminare „ziemlich nahe an eine Präsenzveranstaltung herankommen“.
Auch das Steuerrecht machte und macht einen steten Wandel durch und „versorgt uns dauerhaft mit Arbeit“, sagt der begeisterte Forscher und Hochschullehrer Meyering. „Es wird in der Steuerlehre niemals langweilig werden, schließlich wollen auch die zukünftigen Entwicklungen unabhängig begleitet werden. Außerdem müssen Studierende damit vertraut gemacht werden, um die aus zukünftigen Gesetzen resultierenden Probleme erkennen und lösen zu können.“
Die Entwicklung der Universität mitgestalten
„Irgendwann hat mich dann die akademische Selbstverwaltung in den Bann gezogen“, sagt Meyering mit Blick auf sein mit den Jahren wachsendes Engagement in unterschiedlichen Gremien der FernUniversität. Zunächst war er Mitglied und später Vorsitzender der Senatskommission für Planung, Struktur und Finanzen, in der Fakultät bekleidete er die Ämter des Dekans und Prodekans. Seit drei Legislaturperioden ist er Mitglied im Senat der FernUniversität, dessen Vorsitzender er von 2024 bis 2026 war – für ihn ein persönlicher Höhepunkt seiner bisherigen Zeit an der FernUniversität. An der akademischen Selbstverwaltung schätzt er besonders, die Entwicklung der Hochschule selbst mitgestalten zu können – so wie beispielsweise in den beiden Berufungskommissionen für zwei wirtschaftswissenschaftliche Lehrstühle, in denen er aktuell mitwirkt: „Es ist ein Privileg, seine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen selbst auswählen zu dürfen."
Bereit für weitere 20 Jahre
Mit diesen möchte er noch eine ganze Weile zusammenarbeiten. „Mindestens noch 20 Jahre“, blickt der 51-Jährige optimistisch auf seine Zukunft an der FernUniversität. Dafür hält er sich auch körperlich fit und nimmt für den Weg zur Arbeit regelmäßig das Fahrrad. Einziger Nachteil: Der Blumenstrauß, den er zum Jubiläum geschenkt bekam, lässt sich schlecht auf dem Gepäckträger transportieren. So schmückt er nun Meyerings Büro im Eugen-Schmalenbach-Gebäude auf dem Hagener Campus.
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