Gäste aus aller Welt bei Derivate-Konferenz in Hagen
Internationale Wirtschaftswissenschaft auf dem FernUni-Campus: Eine Tagung vom Lehrstuhl Bank- und Finanzwirtschaft beleuchtete strukturierte Finanzprodukte und Derivate.
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Strukturierte Finanzprodukte und Derivate – zu diesen Stichworten richtete ein Team um Prof. Dr. Rainer Baule jetzt eine große internationale Tagung auf dem Hagener Campus der FernUniversität aus (Structured Retail Products and Derivatives Conference). „Strukturierte Finanzprodukte für Privatanleger sind ein wichtiges Standbein unserer Forschung“, beschreibt Dr. David Shkel einen Schwerpunkt des Lehrstuhls für Bank- und Finanzwirtschaft. „Eine Konferenz mit diesem Fokus hat lange Zeit gefehlt – deshalb haben wir die Tagungsreihe 2021 ins Leben gerufen“, so der wissenschaftliche Mitarbeiter. „Sie bringt international die Leute zusammen, die in unserem Gebiet arbeiten.“
Rainer Baule und sein Team befassen sich schon seit einiger Zeit mit Derivaten und Co – doch was steckt eigentlich hinter den ökonomischen Begriffen? „Derivate sind Finanzkontrakte, deren Wert von irgendeiner anderen Größe abhängt – im einfachsten Fall von einer Aktie“, erläutert David Shkel. „Fällt oder steigt diese Aktie im Wert, bekomme ich eine Auszahlung, die vom Kurs abhängt.“ International seien solche Derivate stark nachgefragt und würden eher von „großen Playern“ gehandelt, so der Wissenschaftler. Das liege an oft hohen Marktzugangsbeschränkungen, die in vielen Wirtschaftsräumen dafür sorgen, dass nicht jeder Mensch privat Derivate handeln könne.
„In den 1990ern kamen Banken deshalb auf die Idee, etwas Vergleichbares auch für Privatleute anzubieten“, führt Shkel weiter aus. So entstanden Strukturierte Finanzprodukte als vergleichsweise risikoarme und niederschwellige Variante, die Privatanlegerinnen und -anlegern zum Beispiel die Möglichkeit bietet, sich gegen potenzielle Verluste abzusichern. „Im besten Fall verkauft mir meine Bank das Produkt für einen fairen Preis – mit einer kleinen Marge on top.“ Diese Gewinnspannen der Banken sind ein relevantes Forschungsfeld, um das es auch bei der Hagener Konferenz ging.
Auch Verbraucherschutz im Blick
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Das Team um Prof. Baule interessiert sich im Speziellen für Themen des Verbraucherschutzes. „Zum Beispiel mussten lange Zeit die Kosten nicht ausgewiesen werden. Das heißt: Strukturierte Finanzprodukte wurden von Privatleuten gekauft, ohne dass sie wussten, welche Kosten eigentlich drinstecken. Inzwischen muss das in Europa aber getan werden.“ Auf die ausgewiesenen Werte könne man sich mittlerweile recht gut verlassen, bilanziert Shkel. Trotzdem forscht der Lehrstuhl weiter. „Stiften diese Produkte wirklich einen Nutzen, wenn ich sie meinem Anlage-Portfolio beimische? Nutzen Banken kognitive Verzerrungen ihrer Kundinnen und Kunden auf andere Weise aus?“, nennt der FernUni-Ökonom exemplarische Fragen.
Konferenz führt Perspektiven zusammen
„Die Gäste kamen aus vielen verschiedenen Ländern – aus Europa, Asien und Amerika“, berichtet Shkel. „Es gab über 30 Vorträge und damit auch 30 verschiedene, spannende Blickwinkel.“ Als Highlight nennt er die Keynote von Prof. Claire Célérier, die an der Rotman School of Management der Universität von Toronto forscht. „Claire Célérier ist eine renommierte Expertin in unserem Forschungsbereich. In ihrem Vortrag hat sie zum Beispiel mit Blick nach Schweden aufgezeigt, welche Rolle Strukturierte Finanzprodukte für die private Altersvorsorge spielen können.“ Das Organisationsteam ist zufrieden mit der Konferenz und blickt bereits nach vorne: In zwei Jahren soll der nächste Teil stattfinden.
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