FernUni-Forum: Ein Diversitäts-Audit. Viele Impulse. Und jetzt?

Die Entwicklung einer hochschulweiten Lehrstrategie, die Neugestaltung der Studieneingangsphase und das Inklusionskonzept sollen in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden.


Foto: FernUniversität
Das 3. FernUni-Forum lud zum Schauen, Informieren und Diskutieren ein. Mehr als 70 Beschäftigten aus allen Bereichen der Hochschule nutzten die Gelegenheit.

Die Urkunde ist frisch in Hagen eingetroffen. Doch mit der erfolgreichen Zertifizierung im Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbands ist es nicht getan. Die im Audit angestoßenen Prozesse starten nun. Mit der Entwicklung einer hochschulweiten Lehrstrategie, der Neugestaltung der Studieneingangsphase und der Umsetzung des Inklusionskonzepts werden ausgewählte Maßnahmen in den nächsten vier Jahren umgesetzt.

„Ein Diversitäts-Forum. Viele Impulse. Und jetzt?“: Was im Zuge des zweijährigen Audits bisher geschah und wie es nun weitergeht, war Thema des FernUni-Forums zur Gestaltung der Lehre. Denn diese hatte die FernUniversität in den Mittelpunkt ihres Audits gestellt. „Wenn wir den Blick auf die Unterschiedlichkeit der Studierenden richten, verändert und verbessert das unsere Lehre. Alle Beteiligten gewinnen dabei“, betonte Prof. Dr. Sebastian Kubis, Prorektor für Studium und Diversität beim 3. FernUni-Forum.

FernUni-Forum zur Gestaltung von Lehre

Mehr als 70 Interessierte aus allen Bereichen der Hochschule nutzten die Gelegenheit zum Schauen, Informieren und Nachfragen. Ein Gallery Walk führte durch das Auditierungsverfahren. Impulse aus dem Audit wurden an moderierten Themeninseln mit Blick auf eine gemeinsame Lehrstrategie aufgegriffen.

Prof. Dr. Anette Rohmann Foto: FernUniversität

„Durch das Audit wird das Thema Diversität an vielen Stellen mitgedacht. Das ist ein erster Erfolg. In der Umsetzung müssen wir uns jetzt fragen: Wie können wir unsere Studiengänge so gestalten, dass sie inklusiv und für alle Studierenden gleichermaßen gut studierbar sind? Diese Herausforderung geht die Hochschule jetzt mit der Umsetzung des Inklusionskonzepts an.“

Prof. Dr. Anette Rohmann, Themenpatin Vielfalt ohne Barrieren

Viele Impulse

Die Runde zur „Diversitätssensiblen Lehre und Mediendidaktik“ um Prof. Dr. Uwe Elsholz und Martin von Hadel diskutierte die gestiegenen Anforderungen an die Qualität von Lehre und an die Lehrenden. „An unserer Hochschule muss Platz für unterschiedliche Talente sein. Es entstehen neue, spannende Aufgaben, für die wir über die Personalentwicklung alternative Karrierewege aufzeigen können“, machte Rektorin Prof. Ada Pellert deutlich.

Konkrete Maßnahmen für die nächsten Jahre enthält das erste fernuniversitätseigene Inklusionskonzept „Fernstudium ohne Barrieren“. Es stand an der Themeninsel „Inklusion“ mit Prof. Dr. Anette Rohmann und Claudia Imhoff im Mittelpunkt. Barrierefreiheit, so zeigte die Diskussion, müsse von Anfang an mitgedacht und als Chance begriffen werden, neue Wege zu gehen. „Wo sind Barrieren für mich, ein Fernstudium ohne Barrieren zu gestalten?“: Diese Frage führte unmittelbar zu den Handlungsansätzen des Konzepts. Unterstützende Strukturen sollen helfen, „On-Top-Aufgaben“ in der Lehre zu reduzieren.

„Die Neugestaltung der Studieneingangsphase ist gesetzt“, antwortete Rektorin Ada Pellert auf die Ergebnisse an der Themenwand „Studieneingangsphase“. Moderiert wurde diese von Prof. Dr. Sabine Fließ und Dr. Toni Ihme. Die Ziele sind klar: Studienerfolg ermöglichen und Studienabbrüche verhindern, darüber hinaus Orientierung bieten und relevante Kompetenzen vermitteln. Jetzt muss geklärt werden, wer die Akteurinnen und Akteure sind: Was leisten die Lehrenden selbst? Was sollen die Regionalzentren, Zentrale Studienberatung und zentrale Einrichtungen übernehmen?

Uwe Elsholz Foto: Hardy Welsch

„Universitäten sollten Bildung ermöglichen – auch für Studierende mit unterschiedlichen Lebenswegen. Die Fernuni hat hier einen wichtigen bildungspolitischen Auftrag insbesondere im Hinblick auf beruflich qualifizierte Studierende. Wir müssen problemorientiertes Lernen im Fernstudium verstärkt mitdenken und realisieren. Digitale Medien sind für die Erreichung dieses Ziels unverzichtbares Hilfsmittel.“

Prof. Dr. Uwe Elsholz, Themenpate Vielfalt mit Medien

Eine Lehrstrategie

Die Gespräche an den Themeninseln flossen in die Abschlussdiskussion zu einer Lehrstrategie für die FernUniversität ein. Ein Vorhaben, mit dem sich das Rektorat bereits vertiefend beschäftigt hat. „Was ist uns wichtig für eine gemeinsame Strategie?“, fragten Rektorin Ada Pellert und Prorektor Sebastian Kubis nun im Forum. Schließlich soll die Lehrstrategie die formulierten Leitlinien des Rektorats konkretisieren und richtungsweisend in der Gestaltung der Lehre sein.

Foto: FernUniversität
Prorektor Sebastian Kubis diskutierte unter anderem über diversitätssensible Lehre und Mediendidaktik.

In der Diskussion wurden Spannungsfelder deutlich: Wie passt der Anspruch an eine hohe Aktualität des Studienmaterials zu vermeintlich längeren Arbeitsprozessen für eine gendersensible und barrierefreie Gestaltung? Widersprechen sich die Vielfalt der Methoden („bunte Blumenwiese“) und Barrierefreiheit für alle? In die Suche nach Antworten will die Hochschulleitung die Lehrenden einbinden. Gemeinsam soll der zentralen Frage nachgegangen werden, was gute Lehre im Kern ausmacht.

Auch in Zukunft wird es Gelegenheit geben, den Umgang mit Diversität mitzugestalten. „Ich bin gespannt auf die Prozesse, die offen für Impulse bleiben“, kündigte Prorektor Sebastian Kubis an. „Das, was in den nächsten Jahren in der Umsetzung sichtbar wird, ist der Dank an alle Mitwirkenden des Diversitäts-Audits.“

Carolin Annemüller | 04.05.2018