Fernstudium ohne Barrieren: Inklusionskonzept verabschiedet

Die FernUniversität in Hagen ist auf dem Weg zur inklusiven Hochschule. Mit der Verabschiedung ihres Konzepts „Fernstudium ohne Barrieren“ durch das Rektorat ist eine wichtige Etappe bei der Inklusion von Studierenden mit Behinderung und chronischer Erkrankung erreicht. Ziel ist nun die Umsetzung in den nächsten fünf Jahren.


Eine Hand fährt über ein Geländer mit Brailleschrift. Foto: Torsten Silz
Barrierefreiheit auf dem Campus und in der Lehre: Wie kann das Fernstudium noch besser auf die sehr heterogenen Studierenden zugeschnitten werden? Das Inklusionskonzept zeigt Wege auf.

„Wir wollen ein chancengerechtes Fernstudium ohne Barrieren schaffen und unseren vielfältigen Studierenden die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Hochschule ermöglichen“, betont Prof. Dr. Sebastian Kubis, Prorektor für Studium und Diversität. „Das ist ein wichtiger Teil unseres Bildungsauftrags.“ Rund 12 Prozent der Studierenden an der FernUniversität haben eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Das Inklusionskonzept ist aber nicht allein für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen gedacht. Vielmehr profitieren alle 76.000 Studierenden davon. Denn eine Verbesserung des Studienmaterials und des Zugangs zu den Inhalten kommt auch nicht-behinderten Studierenden zugute.

Foto: FernUniversität
Beim FernUni-Forum diskutierte Prof. Anette Rohmann (links) mit Interessierten über das Inklusionskonzept.

Innovative Wege im Umgang mit Barrierefreiheit

Entstanden ist das erste Inklusionskonzept der FernUniversität im Zuge des Diversitäts-Audit „Vielfalt gestalten“ des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Zwei Jahre lang haben Beteiligte aus verschiedenen Bereichen der Hochschule mitgearbeitet. Sie haben sich vernetzt und angeknüpft an Bestehendes wie den Nachteilsausgleich, die Mobilität des Fernstudiums und audiotaktile Medien. Vorhandene Angebote sind nun stärker strukturiert und besser sichtbar. Bisherige Leerstellen werden gefüllt und innovative Wege im Umgang mit Barrierefreiheit aufgezeigt.

„Durch das Audit wird das Thema Diversität präsenter und an vielen Stellen mitgedacht. Das ist ein erster Erfolg“, betont Prof. Dr. Anette Rohmann. Als Leiterin des Entwicklungsfeldes Inklusion stellte sie beim FernUni-Forum zur Gestaltung von Lehre allen Interessierten das Inklusionskonzept vor. Dabei wurde deutlich: „Es bleibt noch viel zu tun. Wir müssen uns jetzt fragen: Wie können wir unsere Studiengänge so gestalten, dass sie inklusiv und für alle Studierenden gleichermaßen gut studierbar sind?“, so Rohmann. „Diese Herausforderung geht die Hochschule jetzt mit der Umsetzung des Inklusionskonzepts an.“

Broschüre

Das Inklusionskonzept ist auch in gedruckter Form erhältlich. Kontakt: Marion Dahners, marion.dahners@fernuni-hagen.de; Telefon: 02331/987-2503.

25 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern

Die Inklusion hochschulweit nach vorne bringen: Dazu sollen 25 Maßnahmen in sechs Handlungsfeldern beitragen. Dabei geht es um mehr als die Erfüllung des gesellschaftlichen und gesetzlichen Auftrags. Schwerpunkte sind insbesondere die Barrierefreiheit von Studienmaterial und Lerninfrastruktur sowie die Schaffung guter Unterstützungsangebote für Lehrende.

Damit die Maßnahmen nicht nur auf dem Papier und im Web stehen, sind Verantwortliche und Mitwirkende klar benannt. Um die Umsetzung zu unterstützen, wird zusätzlich eine Koordinationsstelle Inklusion geschaffen. Die Fäden laufen zusammen beim verantwortlichen Prorektor für Studium und Diversität. „Wir möchten alle Hochschulmitglieder ermutigen, die Entwicklung einer inklusiven Gestaltung der Lehre weiter aktiv mitzugestalten und voranzubringen“, hofft Sebastian Kubis auf hochschulweiten Rückenwind. „Inklusion ist ein Thema, das uns alle betrifft. Den damit verbundenen Herausforderungen stellen wir uns daher gemeinsam.“

Carolin Annemüller | 30.05.2018