Ringvorlesung: Verstehen, nutzen und verantworten – Handlungssicher werden mit KI
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Der Diskurs rund um den angemessenen Einsatz von und Umgang mit Künstlicher Intelligenz prägt den heutigen Zeitgeist. Die Prorektorin für Lehre, Studium und KI in Bildungsprozessen lädt daher zusammen mit dem Zentrum für Lernen und Innovation und dem Projekt LEAD:FUH
Studierende, Lehrende und Mitarbeitende aus Verwaltung und Technik
dazu ein, gemeinsam auf dem Weg zum souveränen Umgang mit den Unwägbarkeiten von KI in der zukünftigen Hochschullandschaft voranzuschreiten.
Die Ringvorlesung eröffnet in verschiedenen Beitragsformaten aktuelle Perspektiven auf Eigenständigkeit und KI, den Umgang mit Agentensystemen, wagt einen Ausblick auf Lehre und Lernorte in der Zukunft und rückt drängende Fragen rund um Fragen der KI-Governance und Prüfungsdidaktik in den Fokus. Den Höhepunkt bildet ein Panel, in dem Personen aus Studierendenschaft, Mittelbau und Leitung in einen direkten Austausch über Handlungssicherheit im Umgang mit KI treten.
Die Ringvorlesung findet über das Wintersemester 2026/2027 regelmäßig donnerstags nachmittags über acht Veranstaltungen hinweg statt.
Bei Rückfragen zur Veranstaltung können Sie die Organisatoren über lead-fuh mit dem Betreff „Handlungssicher mit KI“ kontaktieren.
Nächste Veranstaltung:
15. Oktober 2026,
13:00 - 14:30 Uhr
Eigenständigkeit und Künstliche Intelligenz
Dr. Christian Schröter (geb. Vater)
Staatliche Akademie für Bildende Künste Stuttgart – ORCID: 0000-0003-1367-8489
Darum geht's: Künstliche Intelligenz ist eine zentrale Herausforderung unserer bereits auch ohne sie unübersichtlichen Zeit. Als Bündel von sehr unterschiedlichen Technologien erzwingt ihr Einsatz ein tiefes theoretisches Umdenken und starke Anpassungen in der Praxis, auch in den Geistes- und Kulturwissenschaften: Es wirkt zurzeit nicht übertrieben, zu behaupten, die Einführung und der Erfolg von LLM-basierten generativen Chatrobotern nach 2022 sei als Kulturtechnik mindestens mit der Einführung des Buchdrucks, vielleicht sogar mit dem Übergang von der Oralität in die Schrift(bild)lichkeit zu vergleichen. Es können mit einem Prompt formal korrekte Texte, überzeugende Bilder, angenehme Musik oder eine Kombination von all dem erzeugt werden. Dies wird – trotz aller wundersamen Ungeheuerlichkeit – in der Öffentlichkeit und von Entscheidungsträger:innen wie selbstverständlich (oder schicksalshaft) hingenommen.
Dabei steht viel auf dem Spiel. Abgesehen von den immensen ökologischen Kosten des Aufbaus und Betriebs der notwendigen Rechenzentren, des global verteilten und verdeckten Klick-Work im digitalen Niedriglohnsektor und der Enteignung von Künstler:innen und Verlagen durch massiven Urheberrechtsbruch seitens der KI-Konzerne sind weder der epistemische Status von KI in der Gegenwart noch die anthropologischen Langzeitfolgen ihres Einsatzes durch uns geklärt, noch nicht einmal abgeschätzt. Die Entwicklung erscheint historiographisch als schnelle und harte Disruption, die sich um uns ereignet, und die – wie eine Wetterkatastrophe – hilflos macht. Wie soll die einzelne Person – eingewoben in die mediale KI-Infrastruktur – da noch eigenständig bleiben? Gleichzeit verändert KI nicht nur praxeologisch Zusammenhänge, sondern verschiebt auch – so scheint es – epistemologische und ästhetische Überzeugungen, die für sicher gehalten wurden. Folge ist eine spürbare Orientierungslosigkeit in großen Teilen und auf allen Ebenen unserer Gesellschaft.
Allerdings hat KI eine Geschichte als Technik, als Idee und als Organisationsform der Geistesarbeit. Sie hat keine agency, sie ist das Produkt von Planungsprozessen und von Technikentwicklung. Dies kann im Sinn einer Digitalen Aufklärung sichtbar und fruchtbar gemacht werden, wenn man einen Blick auf Infrastuktur(en) der Kommunikation und der Datenverarbeitung wirft und die Operation von Algorithmen transparent macht. Kollektive Souveränität kann wieder hergestellt und individuelle Eigenständigkeit zurückgewonnen werden, wenn die Werkhaftigkeit von KI – als Produkt, als Werkzeug, als Infrastruktur – auf diese Weise wieder bewusst gemacht wird. Dies ist ein passendes Ziel einer guten Bildung für eine digitalisierte Zeit, in der bürgerliche Demokratie mit humanistischem Menschenbild weiterhin gelebt werden kann.
KI-Disclaimer: Dieser Text wurde ohne Einsatz von generativer KI erstellt.
ZOOM-Link folgt eine Woche vor Veranstaltungsbeginn.